Stand: 16.08.2017 15:30 Uhr  | Archiv

Stromsparen mit neuen Haushaltsgeräten

Eine Frau schaut sich in einem Geschäft die Energielabel auf Waschmaschinen an. © imago Foto: Bernhard Classen
Die Auswahl bei Haushaltsgeräten ist riesig - aber welcher Kauf ist sinnvoll?

Wenn Waschmaschine oder Kühlschrank ihren Dienst quittieren, muss meist schnell Ersatz her. Bei einigen Geräten lohnt sich selbst der Austausch eines noch funktionierenden Geräts. Doch die Auswahl ist riesig und der Markt für den Laien kaum zu überblicken. Die Verbraucherzentrale Hamburg bietet mit der Broschüre "Besonders sparsame Haushaltsgeräte" Rat und Hilfe. Sie listet Kühl- und Gefriergeräte, Wäschetrockner sowie Wasch- und Geschirrspülmaschinen auf, die möglichst wenig Energie verbrauchen.

In übersichtlichen Tabellen finden Kaufinteressenten nicht nur Angaben zum Stromverbrauch und den Gesamtkosten in 15 Betriebsjahren, sondern auch die Maße von Dutzenden Geräten. Die durchschnittlichen Verkaufspreise sind darin nicht genannt. Alle Vergleiche basieren auf dem Energie-Effizienzlabel der Hersteller, die bei der Ermittlung des Stromverbrauchs häufig "Laborbedingungen" zugrunde legen und typisches Verbraucherverhalten nicht berücksichtigen. Deshalb kann unter realen Bedingungen der Stromverbrauch bis zu 30 Prozent höher ausfallen.

Alte Kühlschränke sind Energiefresser

Hintergrund
Energielabel hängt in einem Kühlschrank. © NDR Foto: Axel Franz

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Die Verbraucherschützer rechnen vor, dass sich der Kauf eines sparsamen Gerätes finanziell lohnt. So verbrauche ein alter Kühlschrank rund 250 Kilowattstunden pro Jahr, ein moderner dagegen nur etwa 65. Die Differenz der Stromkosten beträgt im Jahr fast 50 Euro, bei einer Lebensdauer von 15 Jahren also rund 700 Euro. Solche sparsamen Geräte biete der Handel schon für rund 400 Euro an.

Lohnenswert sei auch das Sparpotential bei der Neuanschaffung eines modernen Wäschetrockners, die im Vergleich zu Altgeräten fast 70 Prozent - etwa 100 Euro - weniger Energie pro Jahr verbrauchten, rät der Stromvergleichsanbieter Toptarif. Bei Waschmaschinen und Geschirrspülern lohne sich eine Neuanschaffung nur wegen der Energiebilanz für den normalen Haushalt hingegen eher nicht. Eine neue Waschmaschine spare lediglich etwa 16 Euro pro Jahr, ein neuer Geschirrspüler im Vergleich zu Altgeräten etwa 7 Euro jährlich.

Verhalten anpassen spart zusätzlich

Waschpulver wird in eine Waschmaschine gefüllt © fotolia.com Foto: Gajus
Moderne Waschmittel sorgen schon bei der 30-Grad-Wäsche für saubere Kleidung.

Neben der richtigen Kaufentscheidung für ein energiesparendes Gerät, kann der Verbraucher laut Toptarif auch viel Strom durch richtiges Verhalten sparen. Ein laufender Kühlschrank sollte möglichst dicht mit Lebensmitteln gefüllt sein, sie halten die Kälte ähnlich wie Kühlakkus in einer Frischhaltebox. Deshalb machen auch großvolumige Kühlgeräte in einem Ein-Personen-Haushalt keinen Sinn. Zudem sollte die Kühlung nicht zu niedrig eingestellt werden, die ideale Temperatur liegt bei sieben Grad. Jedes Grad weniger Temperatur schlägt mit sechs Prozent mehr Stromkosten zu Buche. Unnötige Stromfresser sind außerdem stark vereiste Tiefkühlfächer. Bewusstes Wäschewaschen bei niedrigen Temperaturen sowie das Trocknen von Wäsche auf der Leine spart ebenfalls bares Geld. Wer bei der Wasch- und Geschirrspülmaschine sogenannte ECO-Programme nutzt, spart zudem noch Wasser.

Lebensdauer von Geräten bleibt Grauzone

Damit sich eine Neuanschaffung durch die geringeren Stromkosten auch amortisiert, brauchen die Geräte natürlich eine ausreichend lange Lebensdauer. Das ist bislang ein Faktor, über den die Hersteller den Verbraucher nicht aufklären. Deshalb rät die Verbraucherzentrale, vor der Neuanschaffung eines Gerätes Testergebnisse der Stiftung Warentest genau zu vergleichen. Dort finden sich in der Regel neben dem Energieverbrauch auch qualitative Bewertungen. Deshalb fordert jetzt der Bundesverband der Verbraucherzentralen eine Kenzeichnungspflicht zur Lebensdauer und Reparaturfähigkeit. Das soll den Verkauf nachhaltiger Geräte fördern und Elektroschrott vermeiden.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 13.06.2017 | 09:41 Uhr

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