Stand: 04.10.2018 09:35 Uhr

Spülmaschine richtig benutzen

von Heike Dittmers

Eine Spülmaschine zählt für viele zu den wichtigsten technischen Helfern im Haushalt. Denn sie spart in größeren Haushalten bis zu 75 Prozent der Zeit ein, die für den Abwasch benötigt wird. Sofern auf eine Vorreinigung des Geschirrs verzichtet wird, ist die Maschinenwäsche verglichen mit der konventionellen Handwäsche sogar energie- und wassersparender - wegen der höheren Temperatur auch hygienischer. Doch nicht immer gelingt die Reinigung perfekt, ohne Schmutzreste in Töpfen und Tellern oder trübe Schleier auf Gläsern zu hinterlassen. Denn beim Betrieb einer Spülmaschine gibt es einiges zu beachten.

Einiges Geschirr im Geschirrspüller.

Was man über Geschirrspülmaschinen wissen sollte

Mein Nachmittag -

Was darf in die Geschirrspülmaschine hinein und was besser nicht? Was sind die Vor- und Nachteile von Tabs und Pulver? Hauswirtschaftsmeisterin Dagmar Balhorn klärt auf.

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Was darf in die Spülmaschine?

Die meisten Küchengegenstände sind mit Piktogrammen zu ihrem sicheren Gebrauch gekennzeichnet. Für die Eignung zur Reinigung in der Spülmaschine gibt es gleich mehrere Symbole, die die Verbraucherzentrale in einem Merkblatt zusammengestellt hat. Aufschluss über die Eignung geben außerdem die Pflegehinweise der Hersteller in der jeweiligen Gebrauchsanleitung.

Geschirr aus weißem Porzellan darf in der Regel in die Spülmaschine. Porzellan mit Dekor sollte "spülmaschinenfest" oder "spülmaschinengeeignet" sein. Das bedeutet, dass die Farben bei der Herstellung mit der Glasur verschmolzen oder fest auf die Glasur gebrannt werden, sodass die Reinigung in der Spülmaschine der Farbintensität nichts oder erst nach sehr vielen Spülgängen etwas anhaben kann. Plastik im oberen Korb der Maschine einsortieren, weil die Hitze dort geringer ist als im unteren Bereich. So kann man vermeiden, dass sich Plastikteile verformen oder die Farbe ausbleicht.

Welches Geschirr besser mit der Hand reinigen?

Nicht geeignet für die Spülmaschine ist altes Porzellan: Goldränder oder Dekore lösen sich im Laufe der Zeit ab. Auch Geschirr mit Holzelementen, zum Beispiel Frühstücksbrettchen oder Messer mit Holzgriff, sollten nicht in die Spülmaschine. Durch die hohen Temperaturen löst sich der Leim. Es entstehen Ritzen, in denen sich Bakterien vermehren können. Silber, Kupfer, Messing, Zinn und Bronze gehören ebenso wenig in die Spülmaschine wie hochwertige Messer, deren Klingen durch den Gebrauch von Geschirrspülmittel stumpf werden.

Küchengeräte oder Teile von Töpfen aus nicht legiertem Aluminium sind meist ebenfalls nicht geeignet. Bei Kontakt mit Säuren und Laugen reagiert das Material mit der Veränderung der Oberfläche und korrodiert. Pfannen mit einer Antihaft-Beschichtung sollten nur in der Spülmaschine gereinigt werden, wenn das der Hersteller empfiehlt. Die Beschichtung einer Teflon-Pfanne arbeitet zudem nur mit einem dünnen Fettfilm optimal, der sollte nach einer Maschinenwäsche erneuert werden. Isolierkannen- und Becher können ebenfalls Schaden nehmen - auch hier unbedingt auf die Herstellervorgaben und entsprechende Piktogramme auf den Produkten achten.

Worauf sollte man beim Einräumen achten?

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Beim Beladen der Spülmaschine darauf achten, dass alle Geschirrteile von den Wasserstrahlen erreicht werden.

Vor dem Befüllen der Maschine grobe Speisereste entfernen, Vorspülen ist nur bei hartnäckigen, eingebrannten Verschmutzungen beispielsweise in Töpfen oder Pfannen notwendig. Alle Teile dürfen weder wackeln noch ineinander verkeilt seien. Besteck gehört in den Besteckkasten oder in die Besteckschublade. Viele Hersteller empfehlen aus Sicherheitsgründen, Messer und Gabeln mit der scharfen beziehungsweise spitzen Seite nach unten in den Kasten zu stellen. Sauberer wird das Besteck jedoch mit dem "Kopf" nach oben. Probieren Sie vor dem Einschalten aus, ob sich die Sprüharme frei bewegen können. Verschlüsse und andere Kleinteile kommen ebenfalls in den Besteckkorb. Tassen, Flaschen und Schalen immer mit der Öffnung nach unten einräumen. Generell darauf achten, dass die Wasserstrahlen der Maschine alle Teile möglichst direkt erreichen können.

Womit wäscht man am besten?

Geschirrspüler brauchen drei Mittel für eine gründliche Reinigung:

  • Spülmaschinensalz regeneriert den Ionentauscher der Maschine. Er bindet die Calcium- und Magnesium-Ionen im Spülwasser, die sich sonst als Kalkrückstände besonders auf Besteck und Gläsern niederschlagen. Die Salzdosierung muss entsprechend des örtlichen Wasserhärtegrades an der Maschine eingestellt werden.
  • Reinigungsmittel löst Fett und Schmutz vom Geschirr. Der Handel bietet Tabs, Gelkissen oder Reiniger in Pulverform an. Pulverreiniger sollten vor Feuchtigkeit geschützt an einem trockenen Ort gelagert werden, sie neigen zum Verklumpen. Im Vergleichstest der Stiftung Warentest schnitten klassische Geschirrspültabs deutlich besser ab als Gelkissen.
  • Klarspüler verhindert Kalkflecken und sorgt für Glanz auf Geschirr und Gläsern. Die Dosierung lässt sich ebenfalls an der Maschine einstellen. In Regionen mit sehr weichem Wasser kann eventuell sogar auf die Zugabe von Klarspüler verzichtet werden.

Die Mittel müssen in die vorgesehenen Kammern der Spülmaschine gefüllt werden. Dabei reicht eine Füllung Salz und Klarspüler bei täglicher Nutzung mehrere Wochen, während man das Reinigungsmittel bei jedem Spülgang dazugeben muss.

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Beim Betrieb der Spülmaschine mit klassischen Reinigertabs muss zusätzlich Salz und Klarspüler verwendet werden.

Sogenannte Multitabs vereinigen die Klarspül-, Salz- und Reinigungsfunktion in einem Produkt. Für den Betrieb mit Multitabs haben moderne Geschirrspüler eine spezielle Tabtaste, die gedrückt werden sollte. Bei anderen Geräten sollten die Salz- und Klarspüldosierung auf die niedrigste Stufe eingestellt werden, um zu vermeiden, dass die Kontrollleuchten aufblinken. Gute Spülergebnisse lassen sich mit Multitabs aber nur bis zu einer Wasserhärte von 21 Grad deutscher Härte erzielen. Der Preisvergleich zeigt: Multitabs sind kaum teurer als die Einzelbefüllung mit Pulver, Salz und Klarspüler. Niemals Essig als Ersatz für Klarspüler verwenden oder Handspülmittel in die Maschine füllen.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 01.10.2018 | 16:20 Uhr

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