Stand: 21.02.2019 16:30 Uhr

Viele Transporter-Reifen fallen im Test durch

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In der Zeit um Ostern sollten Autofahrer Sommerreifen montieren lassen.

So schlecht ist seit Langem kein Reifentest des Autofahrerclubs ADAC ausgefallen: Im Jahrgang 2019 der Sommerreifen für Kleintransporter, Vans und Wohnmobile wie VW Bulli oder Ford Transit kamen 9 von 16 Modellen nicht über ein "mangelhaft" hinaus. Als "sehr gut" oder "gut" stuften die Prüfer keinen Reifen ein, fünf erzielten immerhin die Note "befriedigend". Deutlich besser schnitten die 16 getesteten Reifen-Modelle für Kleinwagen wie Opel Corsa oder Seat Ibiza ab. Zwei Reifen waren "gut", 14 "befriedigend".

Bei Regen wird es schwierig

Als Größe für Kleinwagen hatte der ADAC 185/65 R 15H ausgewählt. Die Testsieger von Bridgestone und Vredestein überzeugten mit ausgewogenen Ergebnissen über alle Kriterien. Bei den anderen Modellen kritisierten die Prüfer vor allem das Verhalten auf nasser Fahrbahn. Zwölf Reifen erreichten dabei nur "befriedigende" Werte. Die Preisspanne reichte von etwa 48 bis 99 Euro pro Stück. Allerdings gibt es im Handel erhebliche Preisunterschiede für das gleiche Modell. Tipp: Beim Preisvergleich nach dem Komplettpreis mit Montage fragen. Wer bei Online-Händlern günstig Reifen bestellen möchte, sollte zuvor klären, wo und zu welchem Preis die Reifen montiert werden.

Hohe Laufleistung aber Probleme bei Nässe

Auch die Transporter-Reifen der Größe 215/65 R16C fuhren auf nasser Straße schlechte Noten ein. Alle neun mit "mangelhaft" beurteilten Pneus zeigten dort erhebliche Schwächen, darunter renommierte Hersteller wie Michelin und Fulda. Selbst die Testsieger kamen bei Nässe nicht über ein "befriedigend" hinaus. Der ADAC führt das darauf zurück, dass die speziellen Transporter-Reifen mit der Kennung C auf hohe Laufleistungen und geringen Kraftstoff-Verbrauch optimiert sind. Manche Fahrzeuge aus der Transporterklasse können laut ADAC auch mit Pkw-Reifen der gleichen Größe (ohne den Buchstaben C) gefahren werden. Für diese Reifen gelten die Testergebnisse nicht.

Sind billige Reifen empfehlenswert?

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Das Label auf neuen Reifen informiert über die Eigenschaften des Modells.

Besonders Vielfahrer sollten neben dem Preis auch auf den Verschleiß achten. Während drei Modelle der Kleinwagen-Reifen in dieser Kategorie auf "sehr gute" Werte kamen, erreichten zwei nur die Note "befriedigend". Das kann den Preisvorteil beim Kauf schnell wieder aufheben. Bei der Wahl des richtigen Reifens hilft auch ein Label, das auf jedem Produkt klebt. Es informiert über Nasshaftung, Rollgeräusch und Effizienz. Außerdem testen auch Stiftung Warentest und Fachzeitschriften regelmäßig aktuelle Reifenmodelle.

Wann sind neue Reifen fällig?

Das Gesetz schreibt eine Profiltiefe an jeder Stelle der Lauffläche von mindestens 1,6 Millimeter vor. Ein neuer Pneu hat rund neun Millimeter. Reifen verlieren im Laufe der Zeit ihre Elastizität, die Haftung auf der Straße nimmt ab. Der ADAC empfiehlt daher, Reifen spätestens nach acht Jahren auszutauschen - selbst wenn das Profil noch gut ist. Wer wenig fährt und die Reifen in dieser Frist nicht abnutzt, kann auf Ganzjahresreifen umsteigen. Da sie im Sommer und Winter am Auto bleiben, kommen mehr Fahrkilometer zusammen.

Wie alt ist der Reifen?

Das Alter von Autoreifen erkennt man an einer Prägung auf der Reifenflanke. Dort stehen hinter den Buchstaben DOT (für das US-Department of Transportation) mehrere Ziffern und Buchstaben. Entscheidend ist eine Kombination aus vier Ziffern, meist in einem Oval. Die ersten beiden Ziffern geben die Woche der Produktion an, die hinteren das Jahr. Beispiel: 2715 steht für die 27. Woche des Jahres 2015.

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Mein Nachmittag | 21.11.2017 | 16:20 Uhr

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