Stand: 19.03.2018 13:17 Uhr  - Markt  | Archiv

Welche Hüllen schützen Handys am besten?

von Annette Niemeyer
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Die Auswahl an Handy-Schutzhüllen ist groß - doch nicht alle schützen zuverlässig.

Zu den häufigsten Schäden an Handys und Smartphones gehört ein gesprungener Bildschirm durch einen Sturz. Die Reparatur kann sehr teuer werden: Zum Beispiel kostet bei Apple ein neues Display für das iPhone 7 Plus oder iPhone 8 Plus circa 200 Euro. Lohnt sich die Anschaffung einer Schutzhülle ("Case"), um teure Schäden zu vermeiden? In einer Stichprobe vergleicht Markt:

  • Kombination aus Schutzhülle und Schutzglas
  • Klapphüllen (Flipcases) aus Leder
  • wasserdichte Outdoor-Hüllen

Kombination aus Schutzhülle und Schutzglas

Für die Rückseite eines Smartphones empfiehlt Handy-Doktor Abdul El-Chafei von Repair Express in Hannover eine Hülle aus sogenanntem themorplastischem Polyurethan (TPU). Der Kunststoff ist etwas weicher und dicker als bei Hüllen aus Hartplastik. Deshalb bricht die Schutzhülle nicht so leicht und kann bei einem Sturz mehr Energie aufnehmen. Für das empfindliche Display rät El-Chafei zu einem Schutzglas.

Spezialgläser schützen Handy-Bildschirme

Glas gilt als leicht zerbrechliches Material. Das Geheimnis der Handy-Schutzgläser besteht darin, dass sie chemisch und thermisch gehärtet ("vorgespannt") sind. Dafür werden die Gläser in eine Salzlösung getaucht. Das Ergebnis ist eine deutlich erhöhte Bruch- und Kratzfestigkeit. Unzerstörbar sind aber auch die gehärteten Gläser nicht. Eine Schwachstelle sind zumeist die Kanten, denn durch das Ausschneiden des Glases können minimale Beschädigungen entstehen, die im Falle eines Sturzes zum Bruch führen können.

Markt vergleicht drei gängige Schutzgläser für das iPhone 5s, die in größeren Elektromärkten, aber auch online zu kaufen sind:

  • Artwizz SecondDisplay Sicherheitsglas
  • Cellularline Second Glass Ultra
  • Panzerglass

Nach vier genormten Sturzprüfungen im Hamburger Labor Hansecontrol und einem Sturz im Praxistest waren die Smartphones weitgehend unbeschädigt. Lediglich der Kleber zwischen Glasplatte und LCD-Bildschirm hatte sich bei allen Handys minimal gelöst. Nach Einschätzung des Handy-Doktors Abdul El-Chafei ist das jedoch nur ein optischer Mangel. Die Funktionsfähigkeit der Handys ist dadurch nicht beeinträchtigt. In einigen Fällen gingen die Schutzgläser kaputt - das ist aber normal.

Klapphüllen bieten wenig Schutz

Beliebt und weit verbreitet sind Klapphüllen (Flipcases) aus Leder. Sie bieten einen guten Kratzschutz, wenn das Handy in der Hosentasche oder Handtasche aufbewahrt wird. Bei der Sturzprüfung zeigten sich aber Schwächen. Bei einem Sturz ist das Display oft ungeschützt, denn in der Regel telefoniert oder fotografiert der Besitzer damit im geöffneten Zustand. Während der Sturzprüfung im Labor zerbrach die Klapphülle aus Leder schon beim ersten Versuch. Tipp vom Handy-Doktor: Wer eine Klapphülle haben möchte, sollte ein Modell aus Silikon oder TPU statt aus Hartplastik kaufen.

Outdoor-Hüllen: Robust, aber umständlich

Für besonders Sicherheitsbewusste und Extremsportler gibt es spezielle wasserdichte Outdoor-Hüllen. Im Praxistest hat Markt das Modell Life Proof Fre für 56 Euro ausprobiert. Bei der Sturzprüfung blieb das Smartphone unbeschädigt. Die klobige Hülle erwies sich jedoch als nicht besonders alltagstauglich. Zum Beispiel kann der Kopfhörer nur mit einem separaten Adapter angeschlossen werden, damit die Outdoor-Hülle wasserdicht bleibt.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 19.03.2018 | 20:15 Uhr

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