Stand: 05.03.2018 13:38 Uhr

Schädigen Grippe-Viren das Gehirn?

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Krankenhäuser und Arztpraxen sind gut gefüllt mit Grippekranken.

Die Grippe hat den Norden im Griff. In diesem Jahr ist die Influenza besonders heftig, es kommt relativ oft zu schweren Verläufen. Grippe-Viren könnten laut einer aktuellen Studie auch das Gehirn schädigen. Braunschweiger Neurobiologen fanden heraus, dass verschiedene Influenza-Viren das Lern- und Erinnerungsvermögen des Gehirns nicht nur kurzzeitig stark beeinflussen und zu Desorientiertheit, Vergesslichkeit und Depressionen führen können. Im Tierexperiment an Mäusen zeigte sich, dass die Tiere noch 30 Tage nach der Infektion Einschränkungen bei Lern- und Gedächtnisaufgaben aufwiesen.

Außerdem entdeckten die Forscher strukturelle Veränderungen an den Nervenzellen im Gehirn, die vermutlich durch die starke entzündliche Immunreaktion des Körpers auf die Grippe-Viren zurückzuführen sind. Ob die Erkenntnisse auf den Menschen übertragbar sind, müssen weitere Studien zeigen.

Laborantin bei der Arbeit

Schädigen Grippe-Viren das Gehirn?

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Bei der Grippewelle im Norden kommt es relativ oft zu schweren Verläufen. Laut einer aktuellen Studie könnten Influenza-Viren auch das Gehirn angreifen.

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Superinfektion kann lebensbedrohlich sein

Grippe-Viren sind nicht das einzige Problem: Oft bereiten sie gefährlichen Bakterien den Weg in die Lungen. Ärzte sprechen dann von einer sogenannten Superinfektion. Besonders für chronisch Kranke und ältere Patienten enden solche Komplikationen nicht selten tödlich.

Nur der teurere Vierfach-Impfstoff schützt

Nach Ansicht von Experten hätte die Grippewelle mit schweren Verläufen mit dem geeigneten Impfstoff recht einfach vermieden werden können. 75 Prozent der Grippefälle werden gegenwärtig durch Viren vom Typ Influenza B, der sogenannten Yamagata-Linie ausgelöst:

  • Dagegen sind die im Herbst am häufigsten verabreichten Dreifach-Impfstoffe wirkungslos. Diese sogenannten trivalenten Impfstoffe enthalten neben zwei Influenza-A-Stämmen nur einen Influenza-B-Stamm der Victoria-Linie.
  • Nur die teureren Vierfach-Impfstoffe enthalten zusätzlich den Yamagata-Virusstamm und sind deshalb in der Lage, in diesem Jahr effektiv vor der Grippe zu schützen.

Doch bis auf wenige Ausnahmen setzten die meisten gesetzlichen Krankenkassen und viele Unternehmen aus wirtschaftlichen Überlegungen auf die billigeren Dreifach-Impfstoffe. In Zukunft wollen die Experten der Ständigen Impfkommission (STIKO) den Vierfachimpfstoff auch als Kassenleistung empfehlen.

Ist es sinnvoll, jetzt noch nachzuimpfen?

Auch wenn die Grippe zurzeit extrem weitverbreitet ist, dürfte die größte Gefahr in wenigen Wochen vorüber sein. Wer bisher noch gar nicht oder nur mit dem Dreifach-Impfstoff geimpft wurde, sollte mit seinem Arzt besprechen, ob sich eine Impfung jetzt noch lohnt. Denn erst zwei Wochen nach der Spritze ist der vollständige Impfschutz aufgebaut.

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Interviewpartner

Prof. Dr. Tobias Welte, Direktor
Dr. Jessica Rademacher, Fachärztin für Innere Medizin, Pneumologie
Klinik für Pneumologie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
Internet: www.mh-hannover.de/pneumo.html

Priv.-Doz. Dr. Hans-Peter Hauber, Sektionsleiter Pneumologie
Abteilung für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und internistische Intensivmedizin
Asklepios Klinik Altona
Paul-Ehrlich-Straße 1, 22763 Hamburg
Tel. (040) 18 18-81 12 21, Fax (040) 18 18-81 49 05
Internet: www.asklepios.com

Prof. Dr. Martin Korte, Biologe
Subdivision Zelluläre Neurobiologie
Institut für Zoologie der TU Braunschweig
Spielmannstraße 7, 38106 Braunschweig
Internet: www.zoologie.tu-bs.de

Weitere Informationen
Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Internet: www.impfen-info.de

Aktuelle Informationen des Paul-Ehrlich-Instituts zur Influenza-Saison
Internet: www.pei.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 06.03.2018 | 20:15 Uhr

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