VIDEO: Pannenhilfen im Vergleich (4 Min)

Pannenhilfe fürs Auto: Der ADAC ist nur eine Möglichkeit

Stand: 27.04.2021 10:59 Uhr

Wer eine Autopanne hat, freut sich über schnelle Hilfe. Die bekanntesten Helfer sind die "gelben Engel" vom ADAC. Doch es gibt zahlreiche Alternativen - Preise und Leistung zu vergleichen lohnt sich.

Der Reifen ist platt, die Batterie streikt: Pannen gehören zum Schrecken für jeden Autofahrer. Rund 15 Millionen Bundesbürger vertrauen deshalb nach Angaben des Vereins auf den Allgemeinen Deutschen Automobil-Club, kurz ADAC und seine Straßenwacht mit den gelben Autos. Aber auch andere Autofahrer-Vereine wie AvD, ACE oder VCD bieten ihren Mitgliedern Pannenhilfe. Daneben verkaufen zahlreiche Versicherungen Policen für den Fall einer Panne.

Das Auto oder den Fahrer versichern?

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, sich abzusichern: Entweder das Hilfsangebot gilt für ein bestimmtes Auto - oder für einen Fahrer, egal mit welchem Auto er unterwegs ist. Als Beifahrer mitzufahren, genügt allerdings nicht. Wer also häufig mit verschiedenen Fahrzeugen fährt, auch mit Mietwagen, sollte sich für die zweite Möglichkeit entscheiden. Gilt der Pannenschutz für ein konkretes Auto, ist es egal, wer am Lenkrad sitzt. Solche Policen werden meist mit der Kfz-Haftpflichtversicherung angeboten.

Preise und Leistungen vergleichen

Die Preise der verschiedenen Angebote variieren ebenso deutlich wie die Leistungen. Günstige Versicherungen bieten neben der Pannenhilfe kaum Zusatzleistungen und sind auf Deutschland begrenzt. Wer auch im europäischen Ausland oder in Übersee fährt, zahlt mehr. Manche Tarife gelten nicht, wenn das Auto vor der eigenen Haustür streikt, sondern erst ab einer festgelegten Distanz. Für die Kosten beim Abschleppen oder für Hotelübernachtungen gelten Obergrenzen. Im Preis enthalten ist außerdem nur die Arbeit der Pannenhelfer. Bauen sie zum Beispiel eine neue Batterie ein, muss der Autofahrer diese bezahlen.

Automobilklubs mit zusätzlichen Angeboten

Bei den großen Automobilklubs ist die Pannenhilfe nur ein Teil des Angebots für ihre Mitglieder. Sie bieten jeweils verschiedene Tarife, die teilweise auch Rat und Hilfe bei vielen Themen rund um Mobilität und Reise einschließen. Außerdem informiert eine Zeitschrift über aktuelle Entwicklungen und teilweise gibt es Rabatte bei Partnerunternehmen wie Autovermietern, Reiseveranstaltern oder Tankstellen. Während die großen Klubs eigene Pannenhilfe-Fahrzeuge haben, arbeiten kleinere mit Partnerfirmen wie Werkstätten oder Abschleppdiensten zusammen.

Neue Autos sind meist versichert

Wer nur Wert auf Pannenhilfe legt und ein recht neues Auto fährt, muss meist kein zusätzliches Geld ausgeben. Viele Autohersteller bieten ihren Kunden eine Mobilitätsgarantie, springen also ein, falls der Wagen liegen bleibt. Dauer und Umfang dieser Garantie sind begrenzt und an Bedingungen wie regelmäßige Wartung gebunden.

Auch Taxis können bei einer Autopanne helfen

Starthilfekabel an einer Autobatterie © imago/Petra Schneider
Häufig ist eine schwache Batterie die Ursache, wenn das Auto streikt.

Statistiken belegen, dass eine schwache Batterie die häufigste Ursache dafür ist, dass ein Auto nicht anspringt - speziell im Winter. Eine Alternative zum professionellen Pannenhelfer sind dann Taxifahrer. Viele Taxiunternehmen schicken auf Wunsch einen Wagen, der Starthilfe gibt. Ein Anruf bei der Taxizentrale klärt die Möglichkeit und den Preis für diesen Service.

Pannenhilfe ohne Club oder Versicherung

Wer sich weder bei einem Autoklub noch bei einer Versicherung abgesichert hat, muss die Kosten für Pannenhilfe aus eigener Tasche bezahlen. Die Preise richten sich nach Länge der Anfahrt, Tageszeit und Umfang der Hilfe. Per Telefonauskunft oder Suchmaschine im mobilen Internet lassen sich Nummern von Werkstätten in der Nähe des Pannenortes herausfinden. Die großen Autohersteller haben jeweils eine eigene Notdienst-Nummer, die den Kontakt zu lokalen Partnern herstellt. Diese Nummern gelten bundesweit und sollten im Auto liegen. Die frühere zentrale Pannenhilfe-Nummer der Versicherungen (0800 6683663) existiert nicht mehr. Auch die Pannenhelfer der Automobilclubs helfen bei freien Kapazitäten Nicht-Mitgliedern, dann aber gegen Berechnung.

Weitere Informationen
Ein Auto der Pannenhelfer ADAC steht mit geöffneter Heckklappe am Straßenrand. © picture alliance Foto: picture-alliance 12735604

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 14.04.2021 | 16:10 Uhr

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