Stand: 21.02.2020 08:40 Uhr  - Markt

Orangensaft: Direktsaft oft nicht besser als Konzentrat

von Désirée Marie Fehringer
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Fruchtsaft aus Konzentrat ist besser als sein Ruf.

Direktsaft - das klingt nach einem natürlichen Produkt, frisch vom Baum direkt in die Flasche. Bei Saft aus Konzentrat sind einige Verbraucher skeptisch: Sie vermuten, dass Zucker oder Zusatzstoffe hinzugefügt werden. Tatsächlich ist der Unterschied zwischen Direktsaft und Saft aus Konzentrat meist gering. Sobald der Begriff "Fruchtsaft" auf dem Etikett steht, ist ein Fruchtgehalt von 100 Prozent vorgeschrieben. Konservierungs- und Farbstoffe dürfen nicht zugesetzt werden. Hinzugefügte Vitamine müssen gekennzeichnet werden. In Bio-Säften sind keine Vitamin-Zusätze erlaubt.

Orangensaft: Direktsaft oft nicht besser als Konzentrat

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Direktsaft aus Orangen gilt bei vielen als besonders lecker und gesund. Doch der günstigere Fruchtsaft aus Konzentrat ist oft genauso gut.

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So wird Fruchtsaft hergestellt

Bei der Herstellung von Fruchtsaft aus Konzentrat wird der frisch gepresste Saft erhitzt. Weil das Wasser verdampft, reduziert sich das Volumen deutlich. Zurück bleibt das Konzentrat - eine klebrige, süß-säuerliche Masse. Der Fruchtgeschmack ist darin nicht enthalten. Das Aroma wird durch Destillation isoliert. Es ist eine klare Flüssigkeit, die stark nach Frucht schmeckt. Vor dem Abfüllen des Saftes werden Konzentrat, Aroma und Wasser wieder zusammengefügt. In Deutschland ist säuerlicher Orangensaft besonders beliebt, deshalb lassen viele Hersteller die süßeren Aromen weg.

Direktsaft wird ebenfalls erhitzt, damit er lange haltbar ist - er wird pasteurisiert. Seit 2013 dürfen die Hersteller den Saft anschließend rearomatisieren, also natürliches Fruchtaroma zusetzen, ohne dies auf dem Etikett angeben zu müssen.

Saft aus Konzentrat ist günstiger herzustellen

Für die Hersteller hat Saft aus Konzentrat viele Vorteile. Die Transportkosten sind niedriger, wenn nur das Konzentrat und das Aroma verschifft werden, nicht aber das Wasser. Auf langen Strecken, etwa bei Saftimporten aus Brasilien, rechnet sich das. Bei Saft aus heimischen Früchten können die Hersteller Lagerkosten sparen.

Verbraucher zahlen höhere Preise für Direktsaft

Dennoch scheint es sich zu lohnen, Direktsaft herzustellen. Viele Verbraucher halten ihn für einen besonders hochwertigen Saft. Der Verband der Fruchtsaftindustrie schreibt dazu auf seiner Internetseite: "In den letzten Jahren ist der Direktsaft in der Gunst der Verbraucher kontinuierlich gestiegen. Man ist auch bereit, den in der Regel höheren Preis zu zahlen."

Direktsaft ist nicht gesünder

Nach Ansicht von Experten ist Direktsaft nicht gesünder als Saft aus Konzentrat. Zwar enthält ein Apfel sekundäre Pflanzenstoffe, denen eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs zugeschrieben wird. Doch beim Pressen der Frucht bleibt ein Großteil der sekundären Pflanzenstoffe in den ausgepressten Rückständen, dem Trester, zurück. Unterschiedlich gesund sind aber naturtrüber und klarer Apfelsaft. Denn beim Klären des Saftes geht ein weiterer Teil der gesunden Inhaltsstoffe verloren. Verglichen mit dem ursprünglichen Apfel sind im klaren Apfelsaft nur etwa zehn Prozent der gesunden Inhaltsstoffe enthalten.

Fruchtsaft, Nektar und Fruchtsaftgetränk

Bei Getränken aus Früchten müssen die Hersteller die Getränkeart gut erkennbar auf dem Etikett angeben:

  • Anders als Fruchtsaft besteht Nektar nur zur Hälfte aus Orangensaft, der Rest sind Wasser und Zucker.

  • Fruchtsaftgetränke enthalten vor allem Wasser, Zucker und Aromen, der Fruchtanteil beträgt mindestens sechs Prozent.

Orangensaft selbst pressen

Wer das volle Orangenaroma ohne Zusätze genießen möchte, kann Saft aus frischen Früchten selbst pressen. Dabei empfiehlt es sich, das Obst vorher zu waschen und gut abzutrocknen. Denn Orangen werden in der Regel von außen mit chemischen Mitteln gegen Schimmel behandelt - die Stoffe können beim Pressen in den Saft gelangen. Bei Bio-Früchten sind die Schalen unbehandelt.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 24.02.2020 | 20:15 Uhr

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