Stand: 19.10.2018 10:46 Uhr

Online-Banking: Das Ende der TAN auf Papier

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Gilt inzwischen bei der EU als unsicher: die TAN-Liste auf Papier.

Wer seine Bankgeschäfte online erledigt, kennt sie häufig noch: Listen mit sechsstelligen Zahlen auf Papier, die für jeden Auftrag zur Hand sein müssen. Das Online-Formular fordert bei der Buchung eine der Transaktionsnummern (TAN) zur Bestätigung. Spätestens am 14. September 2019 ist Schluss mit dieser Praxis. Zu unsicher, findet die Europäische Union und stoppt das sogenannte iTAN-Verfahren nach einer Übergangsfrist. Viele Banken informieren ihre Kunden bereits jetzt und stellen auf andere Verfahren um. Stiftung Warentest hat die alternativen Authentifizierungs-Methoden geprüft. Viele sind zwar sicher, aber auf Bankkunden kommen damit meist Kosten zu.

Internetbanking mit Tan-Liste © fotolia Foto:  Alterfalter

Online-Banking: Die TAN-Liste stirbt aus

NDR Info - Wirtschaft -

Bald wird es keine ausgedruckten TAN-Listen fürs Online-Banking mehr geben, da sie als unsicher gelten. Die Zeitschrift "Finanztest" hat untersucht, wie sicher Alternativen sind.

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Auch TAN per SMS hat keine Zukunft

Von den 22 größten Banken nutzen viele die SMS-TAN oder MobileTan. Dabei kommt die benötigte Zahl für jede Buchung aktuell per SMS auf das Handy. Nach Einschätzung der Tester hat dieses Verfahren Sicherheitslücken, wenn die Überweisung in einem Smartphone-Browser angelegt wird und auch die SMS auf dieses Gerät kommt. Ob SMS-TAN den neuen Vorschriften genügt, ist noch unklar.

Bereits jetzt versenden manche Banken die bislang kostenlose SMS für Kunden nur noch gegen Geld: neun Cent pro TAN. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte gegen diese Gebühr geklagt, setzte sich jedoch 2017 vor dem Bundesgerichtshof nicht durch. Andere Banken stellen das SMS-TAN-Verfahren ganz ein.

Kunden müssen Gerät kaufen

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Beim ChipTan-Verfahren wird die Girocard in ein Gerät geschoben, das dann eine TAN anzeigt.

Als zukunftssicher bewerten die Tester die meisten Verfahren mit einem zusätzlichem Generator oder Lesegerät, das Kunden für knapp 10 bis 30 Euro selbst kaufen müssen. Es gibt mehrere Varianten dieser Methode mit unterschiedlichen Namen wie ChipTan oder SmartTan, PhotoTan oder BestSign. So erscheint etwa bei PhotoTan auf dem PC-Monitor eine Grafik, aus der das Lesegerät eine TAN generiert. Bei BestSign wird der Generator per USB oder Bluetooth an den Rechner angeschlossen. Wer bei mehr als einer Bank Online-Kunde ist, muss möglicherweise mehrere Lesegeräte anschaffen.

Freigabe per App

Weitere Authentifizierungs-Methoden funktionieren mit dem Smartphone. Bei QR-Tan erscheint auf dem Computer-Bildschirm ein QR-Code, den der Bankkunde mit einer speziellen App scannt. Das Handy errechnet daraus die TAN. Auch dieses Verfahren gilt als sehr sicher. Nicht ganz so sicher, aber laut Warentest durchaus akzeptabel, ist das AppTan-Verfahren ganz ohne PC und ohne Lesegerät, nur mit dem Handy. Die Überweisung läuft über die eine App, die TAN kommt über eine andere.

Post von der Bank gründlich lesen

In jedem Fall rät die Stiftung Kunden, Post von ihren Banken in den kommenden Monaten gründlich zu lesen. Denn es könnte sich nicht um die üblichen Werbebriefe handeln, sondern um Hinweise zum neuen TAN-Verfahren.

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NDR Info | 17.10.2018 | 07:41 Uhr

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