VIDEO: OP- und FFP2-Masken: Künftig Pflicht in Geschäften und ÖPNV (2 Min)

OP- und FFP2-Masken: Wie gut schützen sie vor Corona?

Stand: 20.01.2021 09:49 Uhr

FFP2-, FFP3-, OP- und Alltagsmasken: Was ist der Unterschied? Welche Masken sind waschbar, welche sollten nicht wiederverwendet werden? Tipps zur Desinfektion und Reinigung sowie zum richtigen Gebrauch.

Am 19. Januar haben Bund und Länder unter anderem die Regeln für die Maskenpflicht verschärft. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften müssen jetzt mindestens medizinische Gesichtsmasken getragen werden, sogenannte OP-Masken. Noch sicherer sind Masken mit den Standards KN95/N95 beziehungsweise FFP2. Die einfache Mund-Nasen-Bedeckung reicht nicht mehr.

Auch in Zügen der Deutschen Bahn und den Maschinen vieler Fluggesellschaften ist das Tragen einer Maske Pflicht. Hinzu kommen individuelle Regelungen in einzelnen Kommunen, Unternehmen und bei öffentlichen Veranstaltungen. Was unterscheidet die verschiedenen Maskentypen, wie erkennt man gute Qualität und was ist beim Tragen zu beachten?

Medizinische Gesichtsmasken schützen vor allem vor Tröpfchen

Eine Schutzmaske liegt auf blauem Hintergrund. © colourbox
OP- und FFP2-Masken dürfen im Hausmüll entsorgt werden.

Bereits in der Zeit vor dem Coronavirus haben viele Ärzte und Zahnärzte eine Mund-Nasen-Schutzmaske (MNS) verwendet. Sie wird auch als Operations-, OP- oder medizinische Gesichtsmaske bezeichnet und besteht aus mehrschichtigem Kunststoff mit Falten zur besseren Anpassung. Mit einer Zulassung nach DIN EN 14683 gilt dieser Maskentyp als medizinische Gesichtsmaske mit einer bestimmten Filterleistung. Das CE-Zeichen auf der Verpackung gibt an, dass die gesetzlichen Anforderungen an die Qualität erfüllt sind.

OP-Masken schützen vor allem andere Menschen in der nahen Umgebung vor Tröpfchen, die der Maskenträger etwa beim Sprechen oder Husten aus Mund und Nase abgibt, weniger vor Aerosolen. Für den Träger bieten sie nur einen gewissen Eigenschutz. OP-Masken sind zum Einmalgebrauch vorgesehen, können bei kurzer Tragedauer aber auch mehrfach genutzt werden. Ein regelmäßiger Austausch ist ratsam.

Atemschutzmasken: Was bedeutet FFP1, FFP2 und FFP3?

FFP2-Maske auf neutralem Hintergrund © NDR Foto: Kathrin Weber
FFP2-Masken werden meist in der sogenannten Trichterform angeboten.

Atemschutzmasken, die auch partikelfiltrierende Halbmasken oder Feinstaubmasken genannt werden, haben eine deutlich weitreichendere Wirkung. Sie schützen den Träger vor Aerosolen, Rauch und Feinstaub in der Atemluft, wenn die Ränder dicht am Gesicht anliegen. Eine europaweite Norm (EN 149) regelt die Qualität dieser Masken. Drei Schutzklassen definieren das Rückhaltevermögen: FFP1, FFP2 und FFP3. Dabei steht FFP für "Filtering Face Piece". Zum Schutz vor dem Coronavirus sind mindestens Masken der Klasse FFP2 notwendig, besser sind Masken der Klasse FFP3. Verkauft werden dürfen nur noch Masken mit CE-Kennzeichnung einschließlich einer vierstelligen Zahl für eine der 41 zugelassenen Prüfstellen. Bezeichnungen wie KN95 (Chinesische Norm) oder N95 (USA) allein reichen nicht mehr aus. Stichproben ergaben, dass viele Masken ohne oder mit gefälschten Zertifikaten im Handel sind, auch in Apotheken. Masken mit Ventil filtern nur die eingeatmete Luft und bieten keinen Schutz für das Umfeld des Trägers.

Mund-Nasen-Bedeckung bremst Corona-Ausbreitung

Einfache Stoffmasken, die unter Begriffen wie Alltags-, Community-, DIY- oder Behelfs-Masken genutzt werden, bieten je nach Ausführung nur einen geringen Schutz. Im Idealfall bestehen sie aus drei Lagen. Die äußere Schicht sollte Wasser abweisen, die mittlere Schicht eine Filterwirkung haben und die innere Lage Feuchtigkeit aufnehmen können. Fest gewebte Stoffe sind besser geeignet als leicht gewebte.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte weist darauf hin, dass sich Träger solcher Masken nicht darauf verlassen können, "dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 schützen". Dennoch erklärt die Behörde, dass Stoffmasken einen Beitrag leisten können, um die Ausbreitung des Coronavirus zu reduzieren. Sie reduzierten "die Geschwindigkeit des Atemstroms oder Tröpfchenauswurfs z.B. beim Husten". Außerdem verhindert sie, dass sich der Träger unbewusst mit schmutzigen Händen an Mund oder Nase fasst.

Was bringen Visiere oder Face Shields?

Visiere aus Kunststoff, sogenannte Face Shields, sind in den meisten Bundesländern, auch allen norddeutschen, nicht als Ersatz für eine Mund-Nasen-Bedeckung zugelassen. Sie halten deutlich weniger Flüssigkeitspartikel zurück als Masken. Aerosole können ungehindert an den Rändern der Visiere vorbeiströmen.

Schutzmasken richtig tragen, abnehmen und lagern

Das Tragen von Schutzmasken ist nur dann sinnvoll, wenn sie richtig gehandhabt werden.

  • Vor dem Anlegen die Hände waschen und die Innenseite der Maske nicht berühren.
  • Die Maske muss an den Rändern eng anliegen und durchgehend Mund und Nase bedecken.
  • Während des Tragens nicht berühren.
  • Ist die Maske durchfeuchtet, sollte sie gewechselt werden.
  • Zum Abnehmen an den seitlichen Schnüren oder Gummis greifen und nicht die Vorderseite berühren. Nach dem Abnehmen immer gründlich die Hände waschen.
  • Die Maske sofort waschen oder bis zum Waschen in einem luftdicht geschlossenen Behälter aufbewahren.
  • Ideal zum Transport von getragenen und ungetragenen Masken unterwegs sind Gefrierbeutel mit Zipp-Verschluss. Sie verhindern den Kontakt mit kontaminierten Stoffteilen und halten unbenutzte Masken hygienisch sauber.
  • Niemals getragene Masken von anderen Menschen verwenden.
  • Auch mit Maske den Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Menschen einhalten.

FFP2-Masken wiederverwenden: trocknen statt waschen

FFP2- und OP-Masken hängen an einer Wäscheleine.  Foto: Anja Deuble
Nach kurzem Gebrauch kann man die Masken aufhängen und gut trocknen lassen.

FFP-Masken und OP-Masken aus Zellstoff dürfen nicht gewaschen werden, da die Filterleistung sonst deutlich abnehmen würde. Obwohl die Masken als Einwegprodukte gelten, sehen viele Experten kein Problem darin, sie im privaten Gebrauch mehrfach - maximal fünf Mal - zu nutzen. Gerade wenn man sie nur für kurze Zeit trägt, etwa zum Einkaufen. Danach sollten sie möglichst an einem Haken aufgehängt und bei Zimmertemperatur getrocknet werden.

Ein Forschungsprojekt der Fachhochschule und der Universität Münster hat ergeben, dass in FFP2-Masken nach sieben Tagen Trocknungszeit nahezu alle infektiösen Corona-Viren verschwunden sind. Die Forscher raten dazu, Masken nicht an zwei aufeinander folgenden Tagen zu tragen, sondern möglichst sieben markierte Masken nacheinander zu verwenden.

FFP2-Masken im Backofen aufbereiten

Die Untersuchungen haben auch gezeigt, dass sich FFP2-Masken bis zu fünf Mal gut im Backofen aufbereiten und desinfizieren lassen. Dabei muss die Temperatur für 60 Minuten 80 Grad betragen (Ober-/Unterhitze, kein Umluft). Bei niedrigeren Temperaturen überleben viele Viren, bei höheren werden die Masken beschädigt. Die Temperatur sollte mit einem Backofen-Thermometer überprüft werden.

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Mikrowellen sind zum Aufbereiten von Masken ungeeignet, denn dabei besteht Brandgefahr. Viele Masken enthalten Metallteile, die Funkenflug verursachen können. Außerdem werden die Masken in der Mikrowelle ungleichmäßig und auf kaum zu kontrollierende Temperaturen erwärmt.

Stoffmasken reinigen: Am besten in der Waschmaschine

Schutzmasken aus Stoff trocknen auf einer Leine. © SOPA Images via ZUMA Wire/dpa Foto: Jdidi Wassim/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa
Stoffmasken sollten nach dem Tragen bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.

Stoffmasken nach dem Tragen am besten sofort reinigen - bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine und mit Vollwaschmittel. Das Energiespar-Programm ausschalten, da sonst womöglich keine ausreichend hohen Temperaturen erreicht werden. Alternativ die Maske in einem Topf auf dem Herd mindestens fünf Minuten lang in kochendes Wasser legen. Sind nach dem Waschen kleine Risse oder Beschädigungen zu erkennen, die Maske nicht wiederverwenden. Darf die Maske nur mit maximal 60 Grad gewaschen werden, die Temperatur am besten mit einem Thermometer prüfen. Wer keins hat, kann Wasser in einem Wasserkocher aufkochen und es dann gut acht Minuten bei geschlossenem Deckel stehen lassen, dann beträgt die Temperatur 60 Grad.

Beschlagene Gläser: Was sollten Brillenträger beachten?

Damit weniger Atemluft an die Gläser kommt, sollte der Schutz möglichst eng an Nase und Wangen anliegen. Ideal ist eine Maske mit eingenähtem Metallbügel, da sie besser angepasst werden kann. Beim Anlegen darauf achten, dass der Stoff unter der Brille liegt. Zusätzlich kann man die Brille mit Putztüchern mit Anti-Beschlag-Wirkung oder einem Anti-Beschlag-Spray behandeln. Alternativ die Brille mit mildem Spülmittel ohne Alkohol einreiben, mit klarem Wasser abwaschen, an der Luft trocknen lassen und dann polieren. Wegen der Infektionsgefahr auf keinen Fall Speichel dafür verwenden.

Wo gibt es Schutzmasken zu kaufen?

Atemschutzmasken und Mund-Nasen-Schutz sind in Apotheken, Drogerien und zum Teil auch in Supermärkten erhältlich - teilweise als Aktionsware zu fairen Preisen. Gerade bei FFP-Masken gibt es allerdings erhebliche Qualitätsunterschiede. Hochwertige Masken haben eine innen liegende, umlaufende Dichtung zur Anpassung an das Gesicht. Wer seine Maske länger nutzen möchte, sollte auf eine solide Verarbeitung achten. Menschen über 60 Jahren oder mit bestimmten Vorerkrankungen erhalten zwei Bezugsscheine für jeweils sechs FFP2-Masken zum Preis von zwei Euro pro Bezugsschein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 26.01.2021 | 08:40 Uhr

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