Stand: 23.12.2016 11:20 Uhr  | Archiv

Neu 2017: Änderungen bei Pflege und Gesundheit

Zwar steigt 2017 der Beitragssatz für die Pflegeversicherung, dafür gibt es aber mehr Leistungen für Pflegebedürftige und bessere Absicherungen für Pflegende.

Aus Pflegestufe wird Pflegegrad

Ein älteres Paar bei einem Patientengespräch mit einer Pflegekraft. © fotolia.com Foto: Gina Sanders
Ab 2017 wird der Pflegebedarf anders ermittelt. Von der Reform profitieren auch Menschen mit geistigen und psychischen Problemen.

Von Januar an gibt es statt der drei Pflegestufen fünf Pflegegrade. Auch diese richten sich danach, wie viel Hilfe jemand benötigt. Allerdings könnten von der Änderung noch mehr Bedürftige profitieren, denn nun können auch Menschen mit geistigen und psychischen Problemen einen Pflegegrad beantragen - das war vorher nicht möglich. Diejenigen, die bisher die Hilfen einer Pflegestufe in Anspruch genommen haben, rutschen automatisch mindestens einen Grad höher, erhalten also mehr Leistungen. Der Wechsel erfolgt automatisch, Anträge sind nicht nötig.

Bessere Absicherung für pflegende Angehörige

Wer pflegebedürftige Angehörige ab Pflegegrad zwei für mindestens zehn Stunden in der Woche, verteilt auf mindestens zwei Tage, unentgeltlich zu Hause pflegt, hat einen Anspruch auf Rentenbeiträge. Personen, die zur Pflege einer anderen Person ihren Beruf aufgeben müssen, können in der Arbeitslosenversicherung versichert werden. Das heißt, dass im Anschluss an eine Pflege gegebenenfalls Arbeitslosengeld beantragt werden kann.

Erhöhter Beitragssatz für Pflegeversicherung

Weil sich das Pflegegesetz ändert, müssen Arbeitnehmer und -geber tiefer in die Tasche greifen. Der Beitragssatz, den sich beide Parteien solidarisch teilen, klettert um 0,2 Prozent auf 2,55 Prozent. Kinderlose zahlen nach Vollendung des 23. Lebensjahres weiterhin einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent.

Änderungen im Mutterschutzgesetz

Für Schülerinnen und Studentinnen zum Beispiel gilt ab dem neuen Jahr kein striktes Beschäftigungsverbot in den acht Wochen nach der Geburt. Sie können selbst entscheiden, ob sie beispielsweise Klausuren schreiben oder Vorlesungen besuchen wollen. Längere Schutzfristen dagegen gibt es bei der Geburt von behinderten Kindern.

Cannabis auf Rezept

Schwerstkranke können Cannabis auf Rezept bestellen: Das sieht ein neues Gesetz vor, das voraussichtlich im Frühjahr in Kraft tritt. Die gesetzlichen Krankenkassen würden die Kosten für Arzneimittel dieser Art übernehmen.

"Doktor Online"

Ab Sommer 2017 können Patienten per Webcam und Computer eine Videosprechstunde mit ihrem Arzt abhalten. Das ergibt Sinn, wenn beispielsweise Untersuchungsergebnisse, Behandlungserfolge oder Medikamentenumstellungen besprochen werden müssen. Gerade für Patienten in ländlichen Regionen werden so weite Wege und lange Wartezeiten vermieden.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.12.2016 | 08:00 Uhr

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