Stand: 14.08.2020 15:22 Uhr

Mücken und Zecken: Diese Mittel schützen vor Stichen

von Christian Lang
Mückenspray © fotolia.com Foto: benhammad
Insektensprays mit DEET und Icaridin können offenbar problematisch für die Umwelt sein.

Insektensprays mit den Wirkstoffen Diethyltoluamid (DEET) und Icaridin können mehrere Stunden lang vor Stichen von Mücken und Zecken schützen. Doch die in den Sprays enthaltenen Biozide sind offenbar problematisch für die Umwelt: DEET kann Wasserorganismen und Kleinstlebewesen schädigen, bei Icaridin gibt es Hinweise darauf. Verbraucher sollten die vom Hersteller empfohlene Dosierung nicht überschreiten.

VIDEO: Mücken und Zecken: Wie gefährlich sind Insektensprays? (7 Min)

Diethyltoluamid in Klärwerken nachweisbar

Das Insektenabwehrmittel DEET wurde von der US-Armee entwickelt, um Soldaten vor Stechmücken zu schützen. Der Wirkstoff wird in Sprays wie Anti Brumm oder Nobite mit einem Wirkstoffanteil von 20 bis 50 Prozent verwendet. DEET ist eine zulassungspflichtige Chemikalie, die in höheren Dosen Umweltorganismen schädigen kann. Insektenabwehrmittel müssen auf der Packung deshalb Warn- und Dosierungshinweise aufdrucken.

Die Zusammensetzung in Sprays macht DEET zu einem wasserlöslichen Stoff. Klärwerke können allerdings nur 70 Prozent der DEET-Menge aus dem Wasser entfernen. 30 Prozent gehen zurück in den Wasserkreislauf und zersetzen sich im Laufe der Zeit.

Icaridin: Wie gefährlich ist das Mittel?

Auch das Insektenbekämpfungsmittel Icaridin ist in der EU seit kurzem zulassungspflichtig. Die Hersteller von Insektensprays mit Icaridin müssen ihr Produkt erneut bewerten lassen, um es dann möglicheweise mit weiteren Warnhinweisen auf den Markt zu bringen.

Naturschutzverbände sind der Meinung, dass Icaridin kein harmloser Stoff für die Umwelt ist. Eine amerikanische Studie aus dem Jahr 2018 kam zu dem Ergebnis, dass die Konzentration eines frei verkäuflichen amerikanischen Insektensprays mit dem Wirkstoff Icaridn die Larven von Lurchen dezimieren kann, wenn diese eine längere Zeit dem Stoff ausgesetzt werden.*

Trotz methodischer Mängel der Studie sieht das Umweltbundesamt darin einen ernst zu nehmenden Hinweis darauf, dass die Umwelteigenschaften von Icaridin weiter erforscht werden sollten.

Wen Mücken am liebsten stechen

Nicht alle Menschen ziehen Mücken gleichermaßen an. Der stärkste Reiz für Mücken ist das Kohlendioxid in der ausgeatmeten Luft. Auch die Zusammensetzung des Schweißes auf der Haut spielt eine Rolle, ebenso wie die Zersetzung von Schweiß durch Hautbakterien.

Alternativer Schutz vor Mückenstichen

In Gebieten, in denen Mücken nicht in außergewöhnlich hoher Zahl vorkommen und keine übertragbaren Krankheiten verbreiten, können Verbraucher Alternativen zu Insektensprays mit DEET und Icaridin in Erwägung ziehen. Was vor Mückenstichen schützt:

  • Ein Ventilator sorgt dafür, dass Mücken den Geruch von Menschen nicht mehr so intensiv wahrnehmen. Sie werden dadurch erst gar nicht angelockt.
  • Duschen vor dem Schlafen oder vor einer Grillparty entfernt den für Mücken attraktiven menschlichen Schweiß.
  • Die richtige Kleidung kann Mücken abschrecken, zum Beispiel helle Farben und langärmelige Pullis aus dicken Stoffen. Schwarz und Blau ziehen Mücken eher an.
  • Als Ablenkung getragene Socken in die Nähe des Betts legen - in Versuchen hat sich gezeigt, dass Mücken den Geruch anziehend finden.
  • Im Sommer ab der Dämmerung die Nähe von Seen und Flüssen meiden - sie sind eine Brutstätte für Mücken.

Adäquate Kleidung schützt vor Zeckenstichen

Auch für die Abwehr von Zecken können alternative Mittel ohne Einsatz von Chemie ergriffen werden:

  • Langärmelige Kleidung, lange Hosen, Kappe und Halstücher tragen
  • Die Hose in die Socken stecken
  • Helle Kleidung tragen, um Zecken leichter erkennen zu können

Pflanzlicher Mückenschutz kann Allergien auslösen

Natürliche Wirkstoffe wie das Pflanzenöl Geraniol können nach Ansicht von Experten bei einigen Menschen Allergien auslösen. Deshalb Mückenschutz mit pflanzlichen Wirkstoffen vor der ersten Anwendung zunächst auf einer kleinen Hautstelle ausprobieren.

Hausmittel bei Mückenstichen

Diese Tipps geben Zuschauerinnen und Zuschauer von Markt gegen Mückenstiche:

  • Schafgarbe: "Wenn mich eine Mücke gestochen hat, nehme ich ein bis zwei Blätter Schafgarbe (Achillea millefolium) und zerreibe sie über dem Stich. Der Juckreiz klingt sofort ab und es gibt auch keine Quaddel, funktioniert bei mir immer." (Werner Hoffmann aus Seelze)

  • Propolis: "Ein altes Hausmittel gegen Stiche und auch bei kleinen Entzündungen ist Propolis von Bienen, dies wirkt desinfizierend und besonders gut, wenn es kurz nach dem Stich aufgetragen wird." (Peter Plenz)

  • Spitzwegerich: "Das Einzige, das wirklich gegen Mückenstiche hilft und nicht mal was kostet, ist Spitzwegerich. Ein Blatt zwischen den Fingern zerreiben und den Saft auf den Stich geben und schon ist der Juckreiz vorbei." (Günther Hässler)

  • Ingwer: "Wenn's schon juckt, frischen Ingwer in Scheiben schneiden und damit die Stichstelle einreiben und wenn möglich die Ingwerscheibe eine Weile darauf liegen lassen. Hat mir als Betroffene, die sehr damit geplagt ist, immer gut geholfen." (Ursula Rieth aus Waffenbrunn)

  • Essig: "Ich fülle ganz normalen Essig (39 Cent pro Flasche) in eine kleine Flasche mit Pipette, zum Beispiel eine leere Nasentropfenflasche. Direkt nach dem Stich aufgesprüht, juckt es nicht und schwillt nicht an. Am nächsten Tag sieht man gar nix mehr vom Stich. Hat meine Mutter schon immer dabei gehabt, als ich klein war." (Monika Brdek aus Köln)

Hitzestift lindert Juckreiz

Wer trotz Mückenschutz gestochen wird, kann den Juckreiz mit einem Hitzestift lindern (gibt es ab etwa 20 Euro in der Apotheke). Der rund 50 Grad warme Stift wird auf die Einstichstelle gehalten. Die Wärme tötet die Eiweiße ab, die für den Juckreiz sorgen.

*(Quelle: Rafael Almeida (Cary Institute of Ecosystem Studies, Millbrook, NY) et al., Royal Society Biology Letters, doi: 10.1098/rsbl.2018.0526)

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 17.08.2020 | 20:15 Uhr

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