Sendedatum: 30.09.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Mehr tödliche Unfälle in Fahrstühlen

von Franz Jägeler

Immer mehr Fahrstühle sind schlecht gewartet und stellen ein hohes Sicherheitsrisiko für die Benutzer dar. Auf Anfrage bestätigt der Verband der Technischen Überwachungsvereine e. V. (VdTÜV), dass sich der Zustand von Aufzuganlagen in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschlechtert hat. Die Zahl der tödlichen Verletzungen ist laut VdTÜV in den vergangenen sieben Jahren um rund 66 Prozent gestiegen. Branchenkenner warnen, dass die Sicherheit von Menschen aufs Spiel gesetzt werde.

Aufzüge sind "überwachungsbedürftige Anlagen". Sie müssen in regelmäßigen Abständen gewartet und vom TÜV geprüft werden. Doch immer häufiger kommt es vor, dass die Prüfer gefährliche Mängel feststellen: durchgerostete Böden, verölte Türführungen, rostige Tragseile, verdreckte Schächte. Das belegt auch eine aktuelle Studie des VdTÜV: Nur ein Drittel der geprüften Anlagen sind ohne Mängel, Unfälle nehmen drastisch zu.

Nachlässige Wartung, Pfusch bei Instandsetzung

"Bei immer mehr Aufzügen wird nicht einmal das gemacht, was man Putzlappen-Wartung nennt. Vor zehn Jahren war das die Ausnahme, heute häuft sich das. Diese Entwicklung ist hoch gefährlich", warnt Gert Schultze, Dienstleister und Berater in der Aufzugsbranche. Markt liegen Dokumentationen von Branchenkennern vor, die belegen, dass Aufzüge immer nachlässiger gewartet werden und bei notwendigen Instandsetzungen zunehmend gepfuscht wird.

Das Problem: Bei der Wartung von Aufzugsanlagen gibt es zwar eine Norm, aber niemand überprüft, ob sie tatsächlich angewendet wird. Es gibt keine umfassende Dokumentationspflicht gegenüber den Kunden. Der VdTÜV gibt zu: "Eine Bewertung der Wartungsleistung durch die Zugelassenen Überwachungsstellen (ZÜS)  ist in der Betriebssicherheitsverordnung bislang nicht vorgesehen und wird aus diesem Grund im Rahmen der Prüfungen nicht vorgenommen."

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 30.09.2013 | 20:15 Uhr

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