Stand: 04.04.2019 17:00 Uhr

Jetzt kommt Licht in den Lampen-Dschungel

Energiesparbirne, LED, Leuchtstoffröhre, Halogenlampe: Beim Kauf eines neuen Leuchtmittels als Ersatz für die alte Glühbirne wird es schwierig. Zwar bieten sich zahlreiche Alternativen an, doch nicht jedes Leuchtmittel eignet sich für jeden Einsatz gleichermaßen gut. Ein Überblick.

Von der Glühbirne zur LED

Schleichendes Aus für die Glühbirne

Das Aus für die Glühbirne verlief europaweit seit 2009 auf Raten und sollte helfen, viel Strom zu sparen. Eine herkömmliche Glühbirne setzt nämlich nur rund fünf Prozent der benötigen Energie in sichtbares Licht um, den Löwenanteil dagegen in Wärme. Die sechste und letzte Stufe einer EU-Verordnung trat am 1. September 2018 in Kraft und betraf die meisten Halogenlampen. Restbestände darf der Handel weiterhin verkaufen und kein Verbraucher muss eine funktionierende Glühbirne austauschen.

Derzeit bieten sich im Wesentlichen zwei Alternativen zur Glühbirne an: LEDs und Energiesparlampen.

Welchen Vorteil bieten LEDs?

Das jüngste und derzeit am häufigsten beworbene Leuchtmittel sind "Licht emittierende Dioden", kurz LED. Sie wurden in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt und sind nun in vielen Formen, Helligkeiten und Lichtfarben im Handel. LEDs gelten als sehr langlebig und schaltfest. Das heißt, häufiges An- und Ausschalten schadet ihnen kaum. Außerdem strahlen sie sofort mit voller Helligkeit. Die Preise für LEDs sind zwar erheblich gesunken, jedoch ist die Anschaffung noch immer vergleichsweise teuer, besonders bei hoher Lichtleistung.

Was spricht für die Energiesparlampe?

Energiesparlampen gehörten zu den ersten Alternativen für Glühbirnen. Sie arbeiten nach dem Prinzip einer Leuchtstoffröhre und werden daher von Fachleuten als "Kompaktleuchtstofflampe" bezeichnet. Sie gelten als langlebig, besonders bei wenig An- und Ausschalt-Vorgängen. Der Handel bietet diese Leuchtmittel inzwischen recht preiswert an. Größter Nachteil: Energiesparlampen benötigen einige Zeit, um die volle Helligkeit zu erreichen. Sie eigenen sich daher nur bedingt, wenn schnell helles Licht benötigt wird, etwa im Treppenhaus. Aufgrund ihrer Bauart sind die Lampen recht groß. Zerbricht die Leuchtstoffröhre, tritt giftiges Quecksilber aus, die Lampen müssen daher fachgerecht entsorgt werden.

Halogenlampen dürfen nur noch mit zwei Sockel-Typen für bestimmte Lampen, etwa Deckenfluter, hergestellt werden.

Wie hell sind die Alternativen?

Die Wattzahl einer Glühbirne hat Auskunft über die Helligkeit gegeben. Heute wird die Helligkeit in Lumen (lm) angegeben. Watt (W) und Lumen lassen sich allerdings nur bedingt vergleichen. Um den passenden Ersatz zu finden, können sich Verbraucher an diesen Werten orientieren:

Stromverbrauch und Helligkeit im Vergleich
Leistung GlühbirneHelligkeit (Lichtstrom)Leistung LED
25 W210 lm4 W
40 W410 lm5 W
60 W750 lm9 W
75 W950 lm11 W
100 W1.300 lm14 W

Die Lichtfarbe bringt das gute Gefühl

Viele Menschen schätzen gerade im Winter ein "warmes" Licht in der Wohnung, wie es Glühbirnen abgeben. Dagegen strahlten die ersten LEDs "kalt" mit bläulichem Licht. Die Lichtfarbe wird in Kelvin (K) angegeben, je größer die Zahl, desto "kälter" erscheint das Licht. Glühbirnen haben etwa 2.700 K, als neutral gelten rund 4.000 K, Tageslicht beginnt bei 5.500 Kelvin. LEDs und Energiesparlampen werden in unterschiedlichen Lichtfarben angeboten. Eine Sonderform der LED, sogenannte Filament-Lampen, wirken optisch fast wie Glühbirnen.

Wie steht es mit dem Ra-Wert?

Farben wirken im Kunstlicht anders als bei Tageslicht. Der Ra-Wert, auch CRI genannt, steht für die naturgetreue Farbwiedergabe - interessant etwa am Esstisch oder beim Schminken im Badezimmer. Der Ra-Wert liegt bei höchstens 100 (Sonnenlicht) und sollte 80 nicht unterschreiten.

Funktioniert mein Dimmer mit LEDs noch?

Die Helligkeit von Glühbirnen ließ sich mit Dimmern regeln, die statt des Lichtschalters im Zimmer eingebaut wurden. Mit Energiesparlampen oder LEDs funktioniert das nur noch bedingt. Zwar bewerben manche Hersteller ihre Lampen als dimmbar, in der Praxis kommt es aber auf die Art des Dimmers an. LED-Hersteller bieten häufig Listen mit Dimmer-Modellen an, die im Zusammenspiel mit ihrer LED funktionieren.

Welche Lampe ist am günstigsten?

Tipps zum LED-Kauf

- Auf den lm-Wert achten. Günstige Modells sind häufig kaum heller als eine 25-Watt-Glühbirne.
- Warmweiße LEDs mit Werten um 2.700 Kelvin wirken wie Glühbirnen.
- Das Energielabel auf der Packung sollte mindestens A, besser A+ oder A++ zeigen. Außerdem nennt es den Stromverbrauch in Kilowattstunden pro 1.000 Betriebsstunden.

Die tatsächlichen Kosten einer Lampe setzen sich aus dem Kaufpreis und dem Energieverbrauch während der Lebensdauer zusammen. LEDs verbrauchten - bei gleicher Helligkeit - geringfügig weniger Strom als Energiesparlampen aber nur rund 15 Prozent des Wertes einer Glühbirne. In der Anschaffung sind LEDs teurer als vergleichbare Energiesparlampen, halten aber länger durch. LED-Lampen sollen etwa 25.000 Stunden leuchten können, Energiesparlampen rund 10.000 Stunden. Bleiben LEDs täglich vier Stunden lang eingeschaltet, entspricht dies 17 Jahren.

Lohnt sich ein Austausch der Glühbirne?

Ob es sich finanziell lohnt, eine funktionierende Glühbirne auszutauschen, hängt vor allem mit dem Einsatzort zusammen. Wenn Leuchten häufig lange brennen, amortisiert sich der höhere Preis für ein sparsames Leuchtmittel schnell. Werden aber Leuchten nur selten und kurz eingeschaltet, etwa im Keller, dauert es entsprechend länger. Die wirksamste Möglichkeit, bei der Beleuchtung Strom zu sparen, bleibt: nicht benötigte Lampen ausschalten.

Glühbirne verbrennt neben Energiesparlampe © picture-alliance/ dpa Foto: Tobias Hase

Seit zehn Jahren ist die Glühbirne verboten

NDR Info - Wirtschaft -

Energiesparlampen und LEDs sollten die herkömmlichen Glühbirnen ersetzen. Aber auch zehn Jahre nach dem Glühbirnen-Aus sind sie in vielen deutschen Haushalten zu finden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Wirtschaft | 18.03.2019 | 07:41 Uhr

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