Holzbriketts - eine Alternative zu Scheitholz? 

Stand: 18.11.2021 09:59 Uhr

Die Hersteller von Holzbriketts versprechen ökologisches Heizen, hohe Wärmeleistung und günstige Preise. Doch eine Markt Stichprobe zeigt, dass es auch hier zu erheblichen Qualitätsmängeln kommen kann.

von Christian Lang

Holzbriketts bestehen aus kleingemahlenen Holzabfallprodukten, die zum Beispiel bei der Möbelherstellung anfallen. Mit hohem Druck werden die Sägespäne zu 800 bis 2.000 Gramm schweren Briketts gepresst. Der im Holz enthaltene Stoff Lignin sorgt dafür, dass die Presslinge formstabil bleiben. In Plastiksäcken à zehn Kilogramm werden Holzbriketts im Einzelhandel verkauft. Sie lassen sich somit leicht transportieren und platzsparend aufbewahren. Trocken gelagert können Holzbriketts unbegrenzte Zeit genutzt werden. 

Holzbriketts mit höherem Heizwert als Scheitholz  

Nur Holzbriketts, die die Qualitätsstandards der DIN-Norm EN ISO 17225-3 erfüllen, dürfen in Deutschland in genehmigungsfreien Kleinöfen verbrannt werden. Diese Regelung dient der Qualitätssicherung und dem Umweltschutz. So sind unter anderem der Wassergehalt, die Pressdichte und der Aschegehalt der Briketts geregelt. Normgerechte Holzbriketts haben durch eine geringe Restfeuchte und die hohe Verdichtung des Holzmaterials einen durchschnittlich höheren Heizwert als Scheitholz. Laut einer aktuellen Berechnung des Technologie- und Förderzentrums (TFZ) in Straubing sind die Kosten für Holzbriketts dafür minimal höher.  

Keine CO2-neutrale Verbrennung von Briketts möglich 

Viele Anbieter von Holzbriketts werben mit der Aussicht auf ein ökologisches Produkt, das CO2-neutral verbrennt. Sollte nur regionales Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft für die Briketts genutzt werden, scheint dies für den reinen Verbrennungsvorgang gegeben zu sein. Das Umweltbundesamt gibt aber zu bedenken, dass der Aufwand für Holzernte, Verarbeitung und Transport der Holzbriketts die Klimabilanz deutlich verschlechtert.

Eine Stichprobe von Markt ergab, dass zahlreiche Anbieter Briketts aus weiter entfernten Ländern wie Litauen, der Ukraine oder Belarus im Angebot haben. Zudem wurden bei einem Viertel der Proben die vorgeschriebenen Normwerte beim Aschegehalt nicht eingehalten. Dies weist auf erhöhte Schadstoff-Freisetzungen durch unreinen Brennstoff hin.

Die Emissionen von Feinstaub durch private Kleinfeuerungsanlagen wie Öfen und Kamine sind laut Umweltbundesamt zweieinhalb Mal höher als die Auspuffemissionen durch den Straßenverkehr in Deutschland. Holzbriketts, die die Grenzwerte der Norm nicht einhalten, oder Briketts aus Rinde, die grundsätzlich nicht für Öfen und Kamine zugelassenen sind, tragen zu einer weiteren Belastung der Umwelt bei. 

Auf Herkunftskennzeichnung und Qualitätssiegel achten 

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten bei der Auswahl von Holzbriketts auf Qualitätsmerkmale achten. Ideal sind Briketts, die nicht nur auf die DIN-Norm EN ISO 17225-3 hinweisen, sondern die Kennzeichnung "DINplus" tragen. Diese Briketts erfüllen in der Regel die höchsten Anforderungen an Heizwert, Brennverhalten und Umwelteigenschaften. In einer Stichprobe von Markt fiel jedoch auch ein Hersteller auf, der diese Norm trotz "DINplus"-Deklaration nicht einhielt.

Weiterhin sollte der Herkunftsort der Briketts auf der Packung klar erkennbar sein. Die Wahl eines Produktes mit einer Nachhaltigkeitskennzeichnung wie dem FSC-Siegel der Klasse "100% Holz aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern" oder "PEFC-zertifiziert" sollte bevorzugt werden. Da bei der nicht sachgerechten Verbrennung von Holz schädliche Gase wie Methan oder Lachgas entstehen, sollten zudem nur moderne, regelmäßig gewartete Brennöfen mit entsprechenden Filtersystemen verwendet werden.  

Zum richtigen Umgang mit Brennholz allgemein hat das Umweltbundesamt eine hilfreiche Broschüre veröffentlicht.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 22.11.2021 | 15:12 Uhr

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