Stand: 16.11.2018 09:19 Uhr  | Archiv

Grablichter werden zum Problem für die Umwelt

Grablichter in Kunststoffhüllen auf einer Grabstätte © imago/xcitexpress
Zu den Gedenktagen im November stellen viele Menschen Grablichter auf.

In der dunklen Jahreszeit stehen sie auf jedem Friedhof: Kleine Grablichter, Symbol für das ewige Licht, mit denen die Angehörigen der Verstorbenen gedenken. Die roten Hüllen sorgen für ein warmes Licht, können aber zum Umweltproblem werden. Ganz überwiegend bestehen sie aus Kunststoff, der nur schlecht abbaubar ist.

Allein auf dem Ohlsdorfer-Friedhof, dem größten in Hamburg, stehen nach einer Schätzung der Verwaltung derzeit rund 10.000 Grablichter, in ganz Hamburg könnten es 25.000 sein. Und zu den Gedenktagen Volkstrauertag und Totensonntag werden es noch viel mehr. So hat die Friedhofsverwaltung jetzt dazu aufgerufen, die ausgebrannten Hüllen wieder mitzunehmen. Nach Auskunft der Stadtreinigung können sie zusammen mit den Deckeln aus Metall im gelben Wertstoffsack oder der -tonne entsorgt werden.

Trend zu LED-Lichtern produziert Elektroschrott

Besonders ärgerlich findet die Friedhofsverwaltung den Trend zu Grablichtern mit LED-Lämpchen und Batterien. Damit entstehe neben dem Plastikmüll auch Elektroschrott, der häufig von den Gärtnern wieder eingesammelt und entsorgt werden müsse. Auf keinen Fall dürften die Materialien im Grünmüll landen, da der Kompost sonst nicht mehr als Dünger verwendet werden könne.

Offiziell ist in Hamburg "die Verwendung von nicht kompostierbaren Materialien bei der gärtnerischen Gestaltung von Grabstätten einschließlich der Trauerfloristik nicht gestattet", so die Friedhofssatzung. Die Grablichter würden aber geduldet, erklärt Friedhorssprecher Lutz Rehkopf. In der Friedhofssatzung der Stadt Hannover heißt es, "verbrauchte Grablichter aus nicht oder schwer verrottbarem Material sind vom Friedhof zu entfernen oder in den zur Abfalltrennung bereitgestellten Behältern zu entsorgen."

Lampen als Sondermüll entsorgen

LED-Lichter sind wohl auch deshalb immer beliebter, weil sie deutlich länger leuchten als die herkömmlichen Kerzen. Wer beim Kauf darauf achtet, dass die Batterien ausgewechselt werden können, kann ein LED-Grablicht mehrere Jahre verwenden. Manche Modelle laden mit einer eingebauten Solarzelle einen kleinen Akku immer wieder auf und schalten sich bei Dunkelheit automatisch ein. Wenn sie nicht mehr funktionieren, müssen die LED-Lampen als Sondermüll entsorgt werden und dürfen nicht im Hausmüll landen.

Öllicht gegen Paraffin-Kerze

Eine rote Laterne steht auf einem Grab © imago/imagebroker
Eine Laterne mit Kerze kann eine nachhaltige Alternative zu Lichtern in Plastikhüllen sein.

Die handelsüblichen Grablichter mit offener Flamme in roten Kunstoffhüllen sind meist sogenannte Kompositions-Öllichter. Die Brennmasse besteht überwiegend oder zu 100 Prozent aus gehärtetem Fett oder Öl. Sie ist weicher als bei Kerzen, die überwiegend Paraffin enthalten. Ohne Umhüllung lassen sich Öllichter nicht abbrennen. Die kleine Flamme des Öllichts kann mehrere Tage brennen und hält deutlich länger als eine Paraffin-Kerze mit gleichem Volumen. Eine Alternative zu den Einweg-Plastikhüllen sind Kompositions-Öllichter in einem Glas. Allerdings sind sie deutlich teurer. Wer ganz auf die Öllichter verzichten möchte und die kürzere Brenndauer in Kauf nimmt, kann eine Kerze in einer Grablaterne aufstellen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 13.11.2018 | 16:10 Uhr

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