Stand: 22.07.2019 15:30 Uhr

Giftiges Petermännchen: Was tun beim Stich?

Ein Petermännchen-Fisch im Wasser. © fotolia Foto: aquapix
Das harmlos wirkende Petermännchen gehört zu den gefährlichsten Gifttieren in Europa.

Der Name Petermännchen klingt harmlos. Doch der Fisch wird auch als "Kreuzotter des Meeres" bezeichnet. Im Sand oder Schlamm verborgen, ist der mit Giftstacheln ausgestattete Fisch kaum zu entdecken. Im knöchelhohen Wasser an Nordsee und Ostsee werden jährlich 30 bis 40 Menschen vom Petermännchen gestochen. Der Stich führt zu einem stechenden Schmerz, starken Gelenkschmerzen und Schwellungen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem lebensbedrohlichen allergischen Schock und Herzstillstand kommen.

VIDEO: Giftige Fische: Petermännchen lauern am Strand (7 Min)

Gift von Petermännchen verursacht heftige Schmerzen

Durch die Stärke ihres Giftes gehören Petermännchen zu den gefährlichsten Gifttieren in Europa. Die 15 bis 53 Zentimeter langen Fische besitzen bis zu 71 Weichstrahlen und zehn Stacheln, um sich vor Angreifern zu schützen. Giftig sind die Flossenstachel der ersten Rückenflosse und ein Dorn auf dem Kiemendeckel. Sie enthalten eine klare Flüssigkeit, deren Geruch an Ammoniak erinnert. Das Gift enthält 5-Hydroxytryptamin (Serotonin), das extreme Schmerzen verursacht, und ein Eiweiß, das zu einer Histaminausschüttung mit Schwellungen und Rötungen führt. Freigesetzt wird das Gift, sobald sich der Stachel durch die Haut bohrt.

Stich lässt Gewebe absterben

Das Gift des Petermännchens verteilt sich im ganzen Körper. Besonders gefährlich wird es, wenn der Betroffene im Wasser gestochen wird und sich durch die extremen Schmerzen kaum noch über Wasser halten kann. Das Gewebe um die Wunde schwillt meist an, zeigt eine starke Rötung und erhitzt sich. In der Einstichstelle selbst stirbt das Gewebe ab. Der Wundbereich verschorft. Daneben kommt es zu Allgemeinsymptomen wie Kopfschmerz, Fieber, Brechreiz, Atemproblemen, Kreislaufkollaps oder Herzrhythmusstörungen.

Vorsicht ohne Badeschuhe im flachen Wasser

Im Sommer halten sich Petermännchen an der Nordsee und Ostsee zum Laichen in flachen Gewässern auf. Die meisten Verletzungen ereignen sich beim Waten ohne Badeschuhe in niedrigem Wasser, zum Beispiel bei einer Wattwanderung. Im flachen Wasser sind Petermännchen so gut wie nicht zu entdecken, denn sie graben sich im Schlamm oder im Sand ein, sodass nur die Augen sichtbar sind. Am häufigsten verletzten sich die Menschen an den oberen Stacheln.

Was tun bei einem Petermännchen-Stich?

Nach einem Stich muss der Stachel sofort entfernt werden. Als Erste-Hilfe-Maßnahme wird die Einstichstelle auf mehr als 50 Grad erhitzt, etwa mit einem Fön oder einem elektrischen Anti-Mücken-Stick. Dadurch werden die Giftmoleküle zerstört. Anschließend sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen, der die Wunde untersucht und eine mögliche allergische Reaktion aufhalten kann.

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Experten zum Thema

Prof. Dr. Andreas Schaper, Leiter
Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord)
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
Tel. (0551) 192 40
www.giz-nord.de

Drehort im Beitrag:
GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel
Wischhofstraße 1-3, 24148 Kiel
Tel. (0431) 600-0, Fax (0431) 600-28 05
www.geomar.de

Weitere Informationen:
Informationszentrale gegen Vergiftungen des Universitätsklinikums Bonn
www.gizbonn.de

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 26.08.2020 | 16:20 Uhr

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