Stand: 18.11.2019 10:43 Uhr  - Markt

Gefährliche Keime im Fertig-Obstsalat

von Désirée Marie Fehringer
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Fertig geschnittener Obstsalat kann Keime, Hefen und Schimmelpilze enthalten.

Fertige Obstsalate sind beliebt - aber offenbar selten unbedenklich zu genießen. Viele Supermärkte, Discounter, Back-Shops und Imbisse verkaufen die Plastikbecher mit geschnittenen Stücken von Apfel, Kiwi, Melone und anderen Früchten als vitaminreichen Snack für unterwegs. Doch Verbraucherschützer warnen: Durch die großen feuchten Schnittstellen kann das Obst schnell schlecht werden, wenn das Produkt zu warm oder zu lange gelagert wird.

Fünf von sieben Produkten sind belastet

In einer Stichprobe hat Markt sieben verschiedene fertige Obstsalate aus Supermärkten, Discountern und Back-Shops im Labor untersuchen lassen. Das Ergebnis: In fünf Produkten lag die Zahl der Enterobakterien (Darmkeime), Hefen oder Schimmelpilze über den Warn- beziehungsweise Richtwerten der Deutschen Gesellschaft für Mikrobiologie. Die entsprechenden Salate waren zum Zeitpunkt des Einkaufs schon dabei, zu verderben und nicht mehr verzehrfähig.

Gefährliche Keime im Obstsalat

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Markt hat sieben fertige Obstsalate aus Supermärkten, Discountern und Backshops im Labor untersuchen lassen. Fünf Fertigsalate enthielten bedenklich viele Keime, Hefen oder Schimmelpilze.

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Keime können zu Durchfall und Erbrechen führen

Die Ergebnisse der Stichprobe im Überblick:

  • Bei einem Discounter-Produkt lagen sowohl die Gesamtkeimzahl als auch die Hefen und Darmbakterien über dem Warnwert. Beim Verzehr besteht hier Durchfallgefahr.

  • In dem Obstsalat aus einem Supermarkt wurden im Labor Schimmelpilze gefunden, die krebserregende Gifte produzieren können. 

  • Auf einigen Bechern war das Herstellungs- und Verzehrdatum nicht vermerkt.

  • Die Temperaturen beim Kauf, die eigentlich nicht höher sein sollten als 7 Grad Celsius, wurden bei sechs von sieben Produkten zum Teil deutlich überschritten.

Bei den Mikroorganismen in vorgeschnittenen Obstsalaten handelt es sich häufig um sogenannte Enterobakterien, Hefen und Schimmelpilze. Für gesunde Menschen sind die Krankheitserreger bis zu einer gewissen Menge und Konzentration nicht schädlich. Bei älteren Menschen, Schwangeren, Kleinkindern und bereits vorerkrankten Menschen mit geschwächtem Immunsystem können die keimbelasteten Obstsalate aber zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen führen.

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So reagieren die Händler und Hersteller

Die Verkäufer der Obstsalate reagierten auf die Recherchen unterschiedlich: Zwei Anbieter haben angekündigt, ihre Produkte aus dem Verkauf zu nehmen. Ein Back-Shop möchte in Zukunft grundsätzlich auf den Verkauf von Obstsalaten verzichten. Ein anderer Anbieter führte Kontrollen durch, bei denen zum Beispiel Teildefekte der Kühlbelüftung der Obsttheke festgestellt wurden und behoben werden mussten.

Idealer Nährboden für Keime, Schimmel und Bakterien

Darum gedeihen Keime und Bakterien besonders gut in fertigen, vorgeschnittenen Obstsalaten:  

  • Bei der Zubereitung von Obstsalaten werden Früchte und Obst klein geschnitten. Dadurch wird der natürliche Schutz des Obstes gegen Bakterien und Pilze zerstört. An den Schnittflächen tritt Zellsaft aus, der Keime anzieht. Die hohe Luftfeuchtigkeit in den Plastikverpackungen fördert zudem das Wachstum von Mikroorganismen. Somit entsteht ein idealer Nährboden für Keime.

  • Obst und Früchte können bereits während des Wachstums und der Ernte mit Keimen verunreinigt werden, etwa durch Kontakt mit kontaminiertem Wasser oder Hygienemängel bei der Kühlung. Die Keime befinden sich größtenteils an der Oberfläche, können an den Schnittstellen aber in das Gewebe eindringen.

Aufs Verbrauchsdatum achten

Bei frischen, leicht verderblichen Lebensmitteln wie vorgeschnittenem Obst und Blattsalaten gibt es laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) keinen Produktionsschritt, bei dem schädliche Mikroorganismen abgetötet werden. Daher muss ein Verbrauchsdatum ("zu verbrauchen bis") angegeben werden. Beim Erreichen des Datums muss das Produkt entsorgt werden, da sich möglicherweise Keime und Bakterien gebildet haben.

Tipps für den Kauf von fertigem Obstsalat

Wer einen vorgeschnittenen Obstsalat kaufen möchte, sollte diese Hinweise beachten:

  • Kaufen Sie nur gekühlt angebotene, frische Produkte.
  • Bewahren Sie den Obstsalat bis zum Verzehr stets gekühlt auf.
  • Achten Sie auf das angegebene Verbrauchsdatum auf der Verpackung. Ist dieses nicht angegeben, gilt das Verpackungsdatum. Von der Verpackung bis zum Verzehr sollten maximal drei Tage verstrichen sein.
  • Schauen Sie sich das Obst genau an! Braune Stellen an Früchten sind ein Zeichen dafür, dass das Produkt nicht mehr frisch ist.
  • Zu viel Flüssigkeit auf dem Boden des Obstbechers ist ebenfalls ein Anzeichen für einen fortgeschrittenen Verfall der Lebensmittel.
  • Sind die Verpackungen gewölbt, kann dies auf eine starke Gasbildung hindeuten. Kommt Ihnen beim Öffnen der Verpackung zusätzlich ein gäriger Geruch entgegen, sollten Sie das Obst entsorgen.

Frisches Obst ist meist gesünder

Nicht nur die mögliche mikrobielle Belastung ist ein Grund, auf fertigen Obstsalat zu verzichten. Auch die Kosten sind im Vergleich zu selbst geschnittenem, frischem Obst hoch, wie die Verbraucherzentrale Hamburg sagt. Frisches Obst selber zuzubereiten sei günstiger, gesünder und verursache weniger Plastikabfall.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 18.11.2019 | 20:15 Uhr

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