Gaspreise vergleichen, Lieferanten wechseln und Geld sparen

Stand: 18.10.2021 10:18 Uhr

Wie beim Strom gibt es auch bei Erdgas viele Anbieter, zwischen denen Verbraucher wählen können. Bei einem Wechsel gibt es zwar einiges zu beachten, aber es lässt sich auch Geld sparen.

Seit dem 1. Januar 2021 gilt die neue CO2-Steuer auf Öl und Gas. Pro Tonne CO2 werden 25 Euro fällig. Das wurde zunächst an den höheren Benzinpreisen an den Tankstellen deutlich. Viele Verbraucher bekommen diese Steuer aber auch durch steigende Heizkosten zu spüren. Das betrifft vorrangig Eigentümer von Wohnraum. Vermieter dürfen die Kosten aber komplett auf ihre Mieter umlegen - anders als ursprünglich geplant. Wer also eine Wohnung ohne eigenen Gaszähler gemietet hat, sollte die Hausverwaltung oder den Eigentümer bitten zu prüfen, ob der Tarif des aktuellen Lieferanten günstig ist.

Es lohnt sich, Angebote zu vergleichen und einen Wechsel zu überdenken. Bei Gas ist das Einsparpotenzial deutlich höher als bei Strom. Viele Kunden beziehen ihre Energie von einem örtlichen Versorger, obwohl sie mit anderen Anbietern manchen Euro sparen könnten.

Grundversorgung am teuersten

In Deutschland verkaufen rund 900 Firmen Erdgas an Endverbraucher. Kunden können selbst entscheiden, von wem sie sich beliefern lassen. Der örtliche Versorger ist dabei nur eine Möglichkeit. Er muss mit der sogenannten Grundversorgung einen - meist teuren - Tarif anbieten, der sich innerhalb weniger Wochen kündigen lässt. Für Verbraucher, die diesen Tarif vereinbart haben, lohnt sich ein Wechsel besonders. Manchmal genügt es bereits, auf ein anderes Preismodell des bisherigen Anbieters umzusteigen.

Vergleichsrechner helfen bei der Suche

Doch auch wer bereits vor Jahren zu einem günstigeren Gashändler gewechselt ist, sollte seinen Tarif regelmäßig überprüfen. Mehrere Internetportale haben sich darauf spezialisiert, Tausende Strom- und Gaspreise zu vergleichen. Verbraucherschützer raten dazu, die Ergebnisse gleich mehrerer Portale zu prüfen, denn sie bieten zahlreiche Auswahlkriterien, die teils voreingestellt sind. So werden meist einmalige Gutschriften für Neukunden in den Vergleichspreis einbezogen. Die Folge: Im zweiten Jahr wird es deutlich teurer. Darauf sollte sich nur einlassen, wer bereit ist, den Anbieter regelmäßig zu wechseln und die Termine im Blick behält.

Kündigungstermin beachten

Für Tarife außerhalb der Grundversorgung gelten häufig Laufzeiten von mindestens einem Jahr. Sie lassen sich nur zu einem festen Termin im Jahr und mit langem Vorlauf kündigen. Ein Blick in den aktuellen Vertrag zeigt, wann ein Wechsel möglich ist.

Die Verbraucherzentrale Hamburg rät, diese Prüfkriterien zu beachten:

  • höchstens ein Jahr Grundlaufzeit
  • höchstens einen Monat Kündigungsfirst (bei Bonustarifen höchstens sechs Wochen)
  • keine Einschränkungen im Kleingedruckten bei Preisgarantie
  • keine Einschränkungen im Kleingedruckten bei Neukundenbonus oder anderen Rabatten
  • Finger weg von Tarifen mit Vorkasse oder Kaution

Kein Vertragsabschluss mehr per Telefon

Seit dem 27. Juli 2021 darf ein Energieliefervertrag nicht mehr telefonisch oder mündlich abgeschlossen werden. Nach Auskunft der Bundesnetzagentur ist immer die Textform (z.B. per Brief, Fax, E-Mail oder SMS) vorgeschrieben. Ansonsten wäre der Vertrag unwirksam. Eine vorherige telefonische Beratung ist aber weiter möglich. Wird danach ein sogenannter Fernabsatzvertrag schriftlich abgeschlossen, hat der Kunde ein Widerrufsrecht von 14 Tagen.

Eine Besonderheit stellen Verträge in der Grundversorgung dar. Sie können beispielsweise entstehen, wenn ein neuer Mieter in eine Wohnung einzieht und noch keinen Vertrag bei einem Versorger hat. Der Vertrag kommt dann durch "schlüssiges Handeln" zustande. Ein Anbieterwechsel ist dann aber trotzdem möglich.

Keine Angst vor einem Wechsel

Die Angst vor einem komplizierten Umstieg ist unbegründet. Der künftige Kunde muss dem neuen Anbieter nur seine persönlichen Daten und einige Informationen zu Verbrauch, Voranbieter und Zählernummer mitteilen. Um die weiteren Formalitäten und die Kündigung kümmert sich dann das neue Unternehmen. Der örtliche Versorger muss sicherstellen, dass auch Gas aus der Leitung strömt, falls beim Wechsel zu einem Mitbewerber Probleme auftreten.

Rohstoffpreis nur ein Faktor

Der Erdgaspreis für Endverbraucher besteht in Deutschland nur zu rund 50 Prozent aus den Rohstoffkosten. Die andere Hälfte entfällt auf Netzentgelte, Abgaben, Steuern und den Gewinn des Händlers. Weitere Informationen zum Gasmarkt bietet die Seite der Bundesnetzagentur.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 18.10.2021 | 20:15 Uhr

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