Fugen, Bohrlöcher, Wände: Tipps zum Spachteln

Bohrlöcher in den Wänden oder neue Trockenbauplatten an der Deckenschräge - auch Heimwerker kommen in Situationen, in denen sie spachteln müssen. Hier gibt es ein paar Tricks und Tipps.

Tipp 1: Das richtige Werkzeug

Spachtel ist nicht gleich Spachtel. Die meisten kennen den Maler- oder Stoßspachtel: Er ist meist dreieckig und hat einen Holzgriff. Profis verwenden ihn kaum zum Spachteln, sondern zum Öffnen von Dosen oder zum Abkratzen von alter Spachtelmasse oder Tapetenresten. Manchmal auch zum Reinigen anderer Werkzeuge. Für das Spachteln aber ist das Blatt zu starr und gibt nicht genug nach.

Für das Ausbessern kleiner Bohrlöcher ist das Stukkateur-Eisen oder ein Modellierspachtel am besten. Ihre Spitzen dringen mit der Spachtelmasse tief ins Loch und füllen es komplett. Ebenfalls zum Schließen von Bohrlöchern geeignet: der Japanspachtel oder ein Doppelblattspachtel - beide haben ein dafür gut geeignetes, elastisches Metallblatt.

Auf größere Flächen, etwa eine Wand, trägt man die Spachtelmasse am besten mit einem Zahnspachtel oder Glätter auf. Danach die Fläche glatt abziehen - mit dem Flächenspachtel, um möglichst wenig Rillen und Ansätze zu haben. Flächenspachtel mit einem ergonomischen Griff und einem kurzen Blatt liegen gut in der Hand, damit bringt man gleichmäßigen Druck auf die Fläche und ebnet sie in ganzer Länger und Breite.

Tipp 2: Die geeignete Spachtelmasse

Auf einem Doppelblattspachtel liegt Spachtelmasse. © NDR/nonfictionplanet
Die Spachtelmasse muss ausreichend fest sein.

Ganz wichtig ist die Wahl der richtigen Spachtelmasse. Wofür eignet sich Fertigspachtel, meist aus der Tube, wann ein Pulver zum Selber-Anrühren? Und wie mischt man es richtig an? Die wichtigste Regel: Jede Spachtelmasse muss zum Untergrund passen, der bearbeitet werden soll.

Fertigspachtelmasse ist in der Regel ein Kunststoff-Dispersions-Gemisch - gut geeignet um kleine Flächen zu glätten. Fertigspachtel härtet an der Luft aus und lässt sich gut schleifen. Für tiefe Löcher hingegen taugt Fertigspachtel nicht.

Spachtelmasse als Pulver ist der Klassiker: Es ist gipshaltig, staubt ziemlich und wird mit Wasser angerührt. Die Spachtelmasse bleibt dann nur wenige Minuten so geschmeidig, dass man sie gut verstreichen kann - also zügig arbeiten. Gips-Spachtel bitte drinnen, nicht in Feuchträumen wie Waschküchen oder Bädern und auch nicht draußen verarbeiten. Denn Gips zieht Wasser und quillt dann weiter auf.

Für Feuchträume gibt es daher zementhaltige Spachtelmasse. Sie enthält oft Kunstfasern, das hilft beim Abdichten von Fugen, denn dieser Spachtel bekommt nicht so schnell Risse.

Tipp 3: Richtig anrühren

In einem Behälter befindet sich Wasser und Spachtelpulver. © NDR/nonfictionplanet
Die goldene Regel: Immer zuerst das Wasser in den Behälter geben.

Zuerst das Wasser einfüllen und anschließend das Pulver, sonst entstehen Klumpen. Je nachdem, wo die Spachtelmasse aufgetragen werden soll, kann sie fester oder flüssiger sein. Für Bohrlöcher eignet sich festere Masse, denn sie kleidet das Loch besser aus und trocknet gut. Ein elastischer Spachtelbecher lässt sich hinterher einfacher reinigen. In einem festen Behälter geht das Anrühren besser.

Tipp 4: Löcher spachteln

Der Untergrund muss staubfrei und trocken sein, sonst hält die Spachtelmasse nicht. Darum kleine Löcher vorm Spachteln mit einem Staubsauger reinigen. Anschließend die Spachtelmasse mit einem Stukkateur-Eisen tief ins Loch drücken. Mit einem Japanspachtel die Spachtelmasse um das Loch glattziehen. Ausbeulungen unter der Spachtelmasse sind normal, weil darunter noch Luft ist. Beim Trocknen sackt die Spachtelmasse noch ein wenig ein und es muss nachgespachtelt werden.

Tipp 5: Größere Flächen und Ecken

Eine Handwerkeru verteilt auf einer Dachschräge Spachtelmasse mit einem Zahnspachtel. © NDR/nonfictionplanet
Bei größeren Flächen kommt die Masse mit Zahnspachtel an die Wand.

Wenn eine größere Fläche zu spachteln ist, etwa eine unebene Wand, dann ist Fertigspachtel die richtige Wahl. Drinnen - nicht jedoch in Feuchträumen - kann diese Spachtelmasse gipshaltig sein. Einfach mit einem Zahnspachtel die Masse von unten nach oben auf die Wand aufbringen. Wichtig ist, dass immer dieselbe Zahnung entsteht, also die Abstände immer gleich sind.

Anschließend mit einem - im Unterschied zum Zahnspachtel - glatten Flächenspachtel von unten nach oben abziehen. Die Struktur vom Zahnspachtel muss komplett geglättet sein. Rillen und Riefen in der Spachtelmasse sofort ausgleichen, bevor sie trocknen. Kleine Überlappungen nach dem Trocknen glattschleifen.

Tipp 6: Abschleifen

Jede gespachtelte Fläche sollte hinterher abgeschliffen werden. Selbst kleine Ausbesserungen wie ein zugespachteltes Loch. Dafür entweder Schleifpapier nehmen oder bei größeren Flächen ein Schleifgerät. Ganz wichtig: beim Schleifen Maske aufsetzen. Der Staub ist ganz fein und geht direkt in die Lunge.

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