Stand: 10.11.2017 14:11 Uhr  | Archiv

Welche Frischhaltefolie ist am besten?

von Thilo Eckoldt
Zwei belegte Brötchenhälften unter Frischhaltefolie. © fotolia Foto: rdnzl
Belegte Brote bleiben in Folie länger frisch.

Frischhaltefolie kommt fast in jedem Haushalt zum Einsatz. Damit kann man zum Beispiel Aufschnitt oder angeschnittenes Obst und Gemüse abdecken. Die Folie soll verhindern, dass Lebensmittel austrocknen oder im Kühlschrank Gerüche annehmen und übertragen. Aber welche Unterschiede gibt es bei der Qualität von Frischhaltefolien? In einer Stichprobe vergleicht Markt vier Produkte (Preis pro Quadratmeter):

  • Profissimo von dm für 3,8 Cent
  • Eigenmarke Ja! von Rewe für 4,1 Cent
  • Folia von Aldi für 4,1 Cent
  • Markenfolie Toppits für 20,1 Cent

Wie einfach sich die Folien abrollen und verwenden lassen, hat Markt mit Passanten in einem Einkaufszentrum und mit Schülern im Zentrum für Hauswirtschaft und Bildung e. V. in Braunschweig getestet. Dort wurde auch geprüft, wie lange Lebensmittel unter der Folie frisch bleiben. Wissenschaftlich begleitet wurde der Test vom Verpackungsexperten Bernd Sadlowsky, Professor an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg.

Frischhaltefolien bis 120 Grad erwärmbar

Frischhaltefolien für den Haushalt werden aus Polyethylen (PE) hergestellt und sind recycelbar. Die getesteten Folien sind alle etwa gleich dick: 10 bis 13 Mikrometer. Das entspricht etwa dem Zehntel eines menschlichen Haares. Die Folien sind in aller Regel  frei von Schadstoffen. Allerdings sollte man sie nicht in der Mikrowelle oder im Backofen benutzen. Sie sind bis maximal 120 Grad erwärmbar und können bei höheren Temperaturen schmelzen. Dagegen werden Folien für einen Bratenschlauch aus Polyester hergestellt, das höhere Temperaturen verträgt.

Folie abreißen nicht immer einfach

Beim Abrollen der Folie kann es passieren, dass sie reißt oder an sich selbst haftet. Wie gut das gelingt, ist nicht nur eine Frage der Geschicklichkeit. Im Test zeigen sich große Unterschiede:

  • Bei den Frischhaltefolien von Aldi, dm und Rewe sind die Abreißkanten offenbar identisch. Es handelt sich um eine gerade Kunststoffschiene mit kleiner Zahnung. Bei der dm-Folie erwies sich die Verpackung als instabil, sodass die Rolle mit der Folie nicht mehr richtig gehalten wurde. Das passierte bei mehreren Versuchen.
  • Toppits verwendet eine gebogene Schiene mit größerer Zahnung. Damit fällt das Abreißen deutlich leichter.

Auf Anfrage von Markt schreibt dm: "Um die Verpackung (...) nachhaltig zu gestalten, haben wir uns bewusst für eine geringere Grammatur der Faltschachtel entschieden." Das bedeutet, die verwendete Pappe ist dünner und etwas instabiler.

Gute Haftung auf glatten Oberflächen

Frischhaltefolien haften, weil sie elektrisch aufgeladen sind. Besonders gut ist die Haftwirkung an Materialien mit glatter Oberfläche, zum Beispiel Glas oder Porzellan. Probleme gibt es dagegen zum Beispiel bei Schüsseln aus Kunststoff, auf Holz haften die Folien möglicherweise nicht.

So lang hält die Folie frisch

Wurstaufschnitt sollte man unter Frischhaltefolie nicht länger als ein bis zwei Tage aufbewahren, weil sich Schmierfilm bilden kann. Er ist ein Zeichen dafür, dass die Wurst verdirbt und nicht mehr genießbar ist. Nicht geeignet zum Aufbewahren unter Folie sind frische Pilze, Brot und andere wasserhaltige Produkte. Sie können unter der Folie schnell schimmeln.

Im Test hat sich folienbedeckte Ware im Kühlschrank mehr als eine Woche gut gehalten. Nur die Mortadella entwickelte einen leichten Schmierfilm und war somit ungenießbar. Unterschiede zwischen den Folien konnten die Tester nicht feststellen.

Fazit: Unterschiede beim Abreißen

Unter allen Folien in der Stichprobe bleiben Lebensmittel lange frisch. Unterschiede gab es vor allem beim Abrollen und Abreißen: Besonders einfach finden die Tester die Handhabung der Toppits-Folien. Mit einem Preis von 20,1 Cent pro Quadratmeter ist sie die teuerste Folie im Test.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 13.11.2017 | 20:15 Uhr

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