Stand: 17.05.2018 17:19 Uhr  | Archiv

Frischer Fisch vom Kutter an Nord- und Ostsee

Scholle, Krabben oder Muscheln direkt vom Kutter - frischer geht es nicht. Viele norddeutsche Küstenfischer verkaufen einen Teil ihres Fangs direkt vom Schiff oder an einem mobilen Verkaufsstand im Hafen. Wo genau bieten sie ihre fangfrische Ware im Norden an?

Krabben satt an der Nordsee

Ein Fischer füllt Krabben in eine Tüte, vor ihm steht ein Kunde mit einem Geldschein in der Hand. © NDR
Frischer geht's nicht: An der Nordseeküste können Touristen Krabben direkt vom Kutter kaufen.

Krabben machen an der Nordseeküste den Löwenanteil am Fang aus. Im Mai und Juni gehen am meisten Krabben in die Netze der Fischer, die zusammen mit dem Thünen-Institut neue Netze entwickeln, um Plastikmüll zu vermeiden. Außerdem fangen die Fischer Seezungen und Schollen sowie Muscheln. Letztere werden auf Kulturflächen angesiedelt und später geerntet, um die wilden Muschelbänke im Wattenmeer nicht zu zerstören. Im Sylter Watt werden zudem Pazifische Austern gezüchtet.

Rund 110 Krabbenkutter fischen noch in den Gewässern Ostfrieslands und bieten die begehrten Nordseegarnelen in Ditzum, Greetsiel, Dornumersiel, Neuharlingersiel, Carolinensiel, Hooksiel, Bensersiel, Fedderwardersiel, Dorum-Neufeld und Wremen an. Die wichtigsten Anlandehäfen für Krabbenfischer an der nordfriesischen Küste sind Husum, Pellworm, Dagebüll, List auf Sylt und Stenodde auf Amrum.

Dorsch und Plattfische an der Ostsee

Frisch gefangener Fisch in Plastikisten. © NDR Foto: Jan Bastick
Dorsch, Makrele, Hering oder Plattfische: Die Auswahl an Fisch ist groß.

Als Land zwischen den Meeren kann Schleswig-Holstein mit seinen insgesamt 536 Fischkuttern das vielfältigste Angebot aufweisen. In der Ostseefischerei dominieren Plattfische wie Scholle und Butt. Aber auch Dorsch, Makrelen und Aale stehen auf der Fangliste. Saisonal fangen die Fischer im Frühjahr zudem Hering, im Herbst Lachs und Meeresforelle. Regelmäßiger Verkauf im Hafen findet unter anderem in Langballigau, in Maasholm und Schleswig an der Schlei, entlang der Kieler Förde, in Großenbrode, Travemünde und Burgstaaken auf Fehmarn statt.

Süßwasserfische in vorpommerschen Bodden

Die Nummer eins der Küstenfischerei Mecklenburg-Vorpommerns ist der Hering. Aber auch Dorsch, Scholle und Steinbutt, Barsch und Aal gehen den rund 200 Betrieben des Landes ins Netz. Mancher Fischer setzt auch auf Ostseekrabben. Hinzu kommen wegen der geographischen Besonderheit Süßwasserfische wie Zander und Hechte, die in den Bodden und Haffen leben. Fisch direkt vom Kutter bekommen Feinschmecker in Wismar, Rerik, Warnemünde sowie in den zahlreichen Häfen auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, auf Hiddensee, Rügen und Usedom. Auch in Dierhagen oder Greifswald am Bodden bieten Fischer ihre frische Ware an.

Aal und Stint aus der Elbe

Fischkutter im Hafen von Heiligenhafen © NDR Foto: Kathrin Weber
Als Service für ihre Kunden informieren immer mehr Fischer im Internet, wann man bei ihnen frischen Fisch kaufen kann - und welchen.

An der Elbe ist es schwierig, Fisch vom Kutter zu bekommen. Lediglich eine gute Handvoll Elbfischer betreibt noch ihr Handwerk. Am besten stehen die Chancen in Hamburg-Finkenwerder sowie in Ostetal nahe der Elbmündung, wo lokale Fischer regelmäßig ihren Fang anbieten. Je nach Saison und Fangglück stehen Aal, Butt, Zander, Stint und Kabeljau zum Verkauf. Frisch geräucherten Aal bekommen Kunden in Finkenwerder sowie in Jork im Alten Land.

Wann bekomme ich frischen Fisch?

Wann die Küstenfischer von ihren Fangfahrten zurückkehren und welchen Fisch sie mitbringen, lässt sich nicht exakt planen. Einen tagesaktuellen Service für die schleswig-holsteinischen Küsten bietet das Portal "Fisch vom Kutter". Auf dieser Website geben Fischer per SMS bekannt, wann sie in den Hafen zurückkehren und welche Fische sie mitbringen. Ansonsten heißt es: Bei einem Besuch an der Küste einfach mal im nächsten Hafen gucken, ob sich spontan ein Überraschungsfang machen lässt. Umweltorganisationen wie der WWF und Greenpeace informieren darüber, welchen Fisch man bedenkenlos essen kann - und bei welchem der Bestand eher geschont werden sollte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Die schönsten Küsten im Norden | 20.01.2019 | 20:15 Uhr

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