Stand: 19.10.2016 12:48 Uhr  | Archiv

Frischer Fisch vom Kutter an Nord- und Ostsee

Scholle, Krabben oder Muscheln direkt vom Kutter - frischer geht es nicht. Viele norddeutsche Küstenfischer verkaufen einen Teil ihres Fangs direkt vom Schiff oder an einem mobilen Verkaufsstand im Hafen. Allerdings ist die Zahl der kleinen Fischer seit Jahrzehnten rückläufig. Insgesamt gehen noch rund 1.100 Fischereibetriebe an den Küsten Niedersachsens, Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns auf Fangfahrt.

Krabben satt an der Nordsee

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In den norddeutschen Häfen verkaufen viele Fischer einen Teil ihres Fangs direkt vom Kutter.

Krabben machen an der ostfriesischen Küste den Löwenanteil am Fang aus. Dazu kommen Seezungen und Schollen sowie Muscheln. Letztere werden auf Kulturflächen angesiedelt und später geerntet, um die wilden Muschelbänke im Wattenmeer nicht zu zerstören. Rund 140 Kutter liegen in Ditzum, Greetsiel, Dornumersiel, Neuharlingersiel, Carolinensiel, Hooksiel, Fedderwardersiel und Dorum-Neufeld.

Vielfalt in Schleswig-Holstein

Als Land zwischen den Meeren kann Schleswig-Holstein die größte Flotte aufweisen. 2014 waren 619 Fischerboote im Einsatz. Mengenmäßig dominiert an der Nordsee die Krabbenfischerei. Wie im niedersächsischen Wattenmeer wird auch hier eine Miesmuschelkulturwirtschaft betrieben. Im Sylter Watt werden zudem Pazifische Austern gezüchtet. Miesmuscheln spielen auch in der Flensburger sowie in der Kieler Förde eine große Rolle. In der Ostseefischerei dominiert der Dorsch.

Süßwasserfische in vorpommerschen Bodden, Aal in Hamburg

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Obwohl die Fischer ihre Fangmethoden umstellen, sind ihre Netze immer noch eine Gefahr für viele Meerestiere wie den Schweinswal.

Die Nummer eins der Küstenfischerei Mecklenburg-Vorpommerns ist der Hering. Aber auch Dorsch, Plattfische wie Scholle und Steinbutt, Barsch und Aal gehen den rund 360 Betrieben des Landes ins Netz. Dazu kommen Süßwasserfische wie Zander und Hechte, die in den Bodden und Haffen leben. In Hamburg ist es schwierig, Fisch vom Kutter zu bekommen. Lediglich eine gute Handvoll Elbfischer betreiben noch ihr Handwerk. Frisch geräucherten Aal bekommen Kunden in Finkenwerder sowie in York im Alten Land.

Wo bekomme ich frischen Fisch?

Wann die Küstenfischer von ihren Fangfahrten zurückkehren und welchen Fisch sie mitbringen, lässt sich nicht exakt planen. Einen tagesaktuellen Service für die schleswig-holsteinischen Küsten bietet das Portal "Fisch vom Kutter". Auf dieser Website geben Fischer per SMS bekannt, wann sie in den Hafen zurückkehren und welche Fische sie mitbringen. Ansonsten heißt es: Bei einem Besuch an der Küste einfach mal im nächsten Hafen gucken, ob sich spontan ein Überraschungsfang machen lässt. Umweltorganisationen wie der WWF informieren darüber, welchen Fisch man bedenkenlos essen kann - und bei welchem der Bestand eher geschont werden sollte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Die schönsten Küsten im Norden | 27.11.2016 | 20:15 Uhr

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