Stand: 12.04.2019 15:38 Uhr  | Archiv

Falscher Wildfisch: Schummel bei der Herkunft

Viele Verbraucher kaufen ihren Fisch gern frisch auf dem Wochenmarkt und denken, sie erwerben gesunden Wildfisch aus dem Meer. Doch Händler schummeln häufig und verkaufen stattdessen Zuchtfisch. Dabei ist Zuchtfisch nach Ansicht von Experten deutlich ungesünder als Wildfisch.

So gesund ist frischer Fisch

Frischer Fisch ist lecker und gesund: Er ist reich an Vitamin A und D und enthält eine Reihe von B-Vitaminen. Er liefert Magnesium und Eisen und ist zudem eine wertvolle Quelle von gesunden Omega-3-Fettsäuren. Außerdem ist Fischeiweiß leicht verdaulich. Und Fisch wird immer beliebter: Fast 15 Kilogramm isst jeder Deutsche im Jahr, wie die Statistik besagt.

Wildfisch und Fisch aus Aquakulturen

Weltweit kommt mehr als die Hälfte des verzehrten Fisches aus Aquakulturen. Statt ihn wild zu fangen, wird Fisch in speziellen Anlagen im Meer oder an Land gezüchtet. Bei Lachs und Doraden sind es sogar 90 Prozent und mehr. Doch nach Ansicht von Experten enthält Zuchtlachs nur halb so viel der gesunden Omega-3-Fettsäuren wie Wildlachs. Der Grund: Das Futter der Zuchtfische bestehe vor allem Sojamehl, Pflanzenöl und Getreide und nur zu etwa einem Viertel aus Fischmehl und Fischöl. Dadurch enthalte der Zuchtfisch selbst weniger gesundes Omega-3.

Falscher Wildfisch: Schummel auf Wochenmärkten

In einer Stichprobe hat Markt fünf Wochenmarkthändler getestet. Alle haben Dorade und Lachs als Wildfisch angeboten. Doch die Laboruntersuchungen zeigen: Drei Händler haben in Wahrheit Zuchtfische verkauft. Die als Zuchtfisch eingestuften Proben enthalten Rückstände von Ethoxyquin - ein Stoff, der zur Konservierung von Fischfutter in der Zucht eingesetzt wird und in der EU verboten ist, weil er als möglicherweise krebserzeugend gilt. Bis 2019 gilt allerdings noch eine Übergangsregelung und deshalb darf Ethoxyquin noch eingesetzt werden.

Kühlkette muss eingehalten werden

Fische sollten ab dem Fang bis zum Verkauf immer gut gekühlt sein. Dabei werden sie möglichst in Eis gelagert und nicht nur darauf. Durch die Kühlung werden Keime zwar nicht abgetötet, sie können sich dann aber nicht so gut vermehren. Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg empfiehlt, nach dem Einkauf von Fisch zügig nach Hause zu gehen, um die Kühlkette möglichst nicht zu unterbrechen. Der Fisch sollte möglichst noch am Tag des Einkaufs verzehrt werden, da nicht jeder Kühlschrank die für eine Lagerung perfekten 0 bis 2 Grad erreichen kann. Zudem sollte der Fisch vor dem Verzehr gut durchgebraten werden, damit Keime keine Chance haben.

Merkmale von frischem Fisch

  • Geruch: Ein Fisch darf niemals nach Fisch riechen. Der Geruch sollte neutral sein. Zudem sollten die Innenseiten der Filetstücke silbrig glänzen.
  • Haut: Fische haben eine natürliche Schleimschicht um ihren Körper. Diese muss bei den Fischen unbedingt durchsichtig sein.
  • Augen: Die Augen der Fische sollten immer hervorstehen und feucht und klar sein.
  • Kiemen: Die Kiemen der Fische müssen leuchtend rot sein. Die einzelnen Kiemenblättchen sollten zudem gut sichtbar sein.
  • Flossen: Die Flossen dürfen, ebenso wie der gesamte Körper, niemals verklebt oder trocken sein. Achten Sie auch darauf, dass die Flossen nicht beschädigt sind.
  • Fleisch: Drücken Sie mit einem Finger in das Fleisch. Wenn der Fisch frisch ist, dann sollte das Fleisch innerhalb weniger Sekunden in seine ursprüngliche Form zurückkehren.
  • Bauchhöhle: Die Bauchhöhle sollte sauber ausgenommen und geruchlos sein. Wenn Sie noch Blutreste im Fisch finden, dann sollten diese hellrot leuchten. Ist das Blut schon dunkel, dann ist der Fisch nicht mehr frisch.
  • Totenstarre: Der Fisch wird steif und biegt sich nach außen. Ein sicheres Zeichen für Frische.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 15.04.2019 | 20:15 Uhr

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