Stand: 16.03.2018 10:30 Uhr

Der Fleck muss weg

Ob Kugelschreiber, Kaugummi oder Blütenstaub: Flecken sind lästig und oft auch schwer zu beseitigen. Aber mit ein paar kleinen Tipps und etwas Geschick lassen sich auch hartnäckige Verschmutzungen entfernen.

So haben Flecken keine Chance

Ein paar einfache Grundregeln

Um welche Art Fleck es sich auch handelt, je schneller er entfernt wird, desto größer sind die Chancen, ihn wieder loszuwerden. Da Flecken eintrocknen und sich richtiggehend mit dem Stoff verbinden, hilft schnelles Abtupfen. Keinesfalls reiben oder rubbeln, da die Fasern sonst aufgeraut werden. Das bringt den Fleck noch tiefer in das Material hinein und kann, je nach Material, Farbe abtragen und zu Pilling (Knötchenbildung) führen.

Waschbare Stoffe behandelt man am besten gleich mit lauwarmem Wasser - außer bei eiweißhaltigen Verschmutzungen wie Blut. Dafür unbedingt kaltes Wasser verwenden, da Eiweiß sonst gerinnt und sich noch stärker mit dem Trägerstoff verbindet.

Bei Blütenstaub kein Wasser verwenden

Bei Verschmutzungen durch Pollen oder Blütenstaub auf keinen Fall Wasser benutzen oder reiben. Zunächst so viel wie möglich von den winzigen Teilchen abklopfen oder -saugen, eventuell auch mit einem Klebestreifen aufnehmen. Sollten noch Reste im Gewebe verbleiben, können Sie sie mit etwas Spiritus behandeln und mit viel warmem Wasser herausspülen. Tipp: bei Lilien die Staubgefäße direkt abschneiden oder mit Haarspray fixieren.

Flecken von Obst und Gemüse, Kaffee, Tee oder Kosmetika entfernen

Hier gilt: Wäsche vor dem Waschen einweichen, farbintensive Stoffe ein bis zwei Stunden mit Gallseife einwirken lassen. Weiße und helle Wäsche bei mindestens 40 Grad mit einem bleichehaltigen Universalwaschmittel waschen. Empfindlichere Stücke, die nur bis 30 Grad vertragen, möglichst mit einem Bleichmittel vorbehandeln. Für Feinwäsche, waschbare Seide und Wolle Feinwaschmittel und eine für Wolle und Seide geeignete Flüssigbleiche verwenden.

Fleckenentferner.

So geht's den Flecken an den Kragen

Mein Nachmittag -

Ob Blütenstaub, Blut oder lästige Deo-Flecken - Fleckenentfernung kann ein langwieriges Ärgernis sein. Alltagswissen-Experte Tim Berendonk hat Tipps für schwierige Fälle.

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Deo-Flecken mit Zitronensäurelösung behandeln

Deo-Flecken sind leider sehr hartnäckig. Verschmutzte Stellen bis zu zwölf Stunden in dreiprozentiger Zitronensäurelösung (ca. 30 Gramm Zitronensäure in einem Liter destilliertem Wasser auflösen) einweichen und immer wieder reiben, dabei unbedingt Handschuhe tragen. Bei sehr hellen Wäschestücken kann man auch Rostentferner oder zweiprozentige Oxalsäure (als Pulver in Apotheken erhältlich) verwenden. Achtung: ist in höheren Dosen gesundheitsschädlich!

Kleber-Flecken: Es kommt auf die Art an

  • Dispersionskleber wie Leim und Kleister lassen sich frisch gut mit Wasser lösen. Wenn sie schon eingetrocknet sind, mit Gallseife einweichen und reiben, reiben, reiben.
  • Alleskleber können Sie mit Waschbenzin, Spiritus oder Nagellackentferner aufweichen und dann mit einem Tuch entfernen.
  • Schmelzkleber bitte erst kühlen, dann abrubbeln.
  • Sekundenkleber ist am schwierigsten zu entfernen. Wenn der Fleck noch frisch ist, hilft Aceton. Achtung: nicht für alle Stoffe geeignet, Probe machen! Sind die Flecken schon getrocknet, mit heißem Wasser (über 70 Grad) einweichen und mit einem Messer abschaben.

Oft geben die Hersteller auf der Verpackung bereits Tipps zur Fleckentfernung.

Blut-Flecken mit kaltem Wasser behandeln

Frisches Blut lässt sich am einfachsten sofort mit kaltem Wasser behandeln. Sind die Stellen erst mal getrocknet, hilft eine zweiprozentige Kochsalzlösung (ca. 20 Gramm Salz in einem Liter kaltem Wasser auflösen). Durch das Kochsalz löst sich das Eiweiß, sodass es sich besser ausspülen lässt. Größere Blutflecken erst für 30 Minuten in der Waschmaschine einweichen, danach mit einem üblichen Color- oder Vollwaschmittel (enthalten Bleichmittel und optische Aufheller) und bei höherer Temperatur waschen.

Fett-Flecken mit Color- oder Vollwaschmittel entfernen

Sind die Textilien waschbar, einfach mit 40 Grad und einem Color- oder Vollwaschmittel waschen. Größere Flecken mit Spülmittel vorbehandeln und einreiben. Wenn die Sachen nicht waschbar sind, hilft feines Stärkemehl: direkt auf den Fleck streuen, vorsichtig einmassieren und ein paar Minuten einwirken lassen, dann abbürsten oder -saugen. Bei Bedarf den Vorgang einfach wiederholen. Sind die Flecken schon älter, können Sie sie vorsichtig mit Waschbenzin oder Spiritus behandeln. Achtung: an unauffälliger Stelle eine Probe machen! Seide ist ein Fall für die Reinigung.

Spiritus löst Harz-Flecken

Harzflecken sollten unbedingt vorbehandelt werden. Gut eignet sich Spiritus, da Harz alkohollöslich ist. Auch hier sollten Sie an unauffälliger Stelle ein Probe machen. Feste Rückstände lassen sich auch mit Klebeband abziehen, kleinere Flecken an Händen und in Haaren mit Speiseöl entfernen. Verbleibende Flecken vor dem Waschen mit Spülmittel oder Gallseife behandeln.

Kerzenwachs durch Kälte entfernen

Der Rat, man solle Kerzenwachs mit Löschpapier herausbügeln, hält sich hartnäckig. Das gilt aber nur bei Baumwolle und weißen Kerzen. Unser Tipp: Kälte! Das Wäschestück kurz im Tiefkühlschrank oder mit Kühlakkus frieren und die harten Wachsreste abrubbeln. Anschließend die verschmutzte Stelle in einem Gefäß mit heißem Wasser übergießen. Nach kurzer Zeit löst sich das Wachs und schwimmt oben. Eine zusätzliche Hilfe kann Universalverdünner sein. Probe nicht vergessen!

Sonnenmilch möglichst schnell mit Flüssigwaschmittel herauswaschen

Bei Sonnenmilch geht es um Geschwindigkeit: Je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger wird es, die ungeliebten Flecken wieder loszuwerden. Am besten benutzen Sie Flüssigwaschmittel, da diese mehr Tenside enthalten als Pulverwaschmittel und die Verschmutzung besser herauslösen, in einer Dosierung für stark verschmutzte Wäsche. Bei hartnäckigen Flecken ab in die Reinigung!

Besonders heikel: Sonnencreme auf dem Auto

Sonnencreme und Autolack vertragen sich leider gar nicht. Sie kriecht regelrecht unter die obersten Lackschichten und setzt sich dort fest. Weder Anschleifen noch Polieren können die milchigen Schlieren entfernen. Achten Sie darauf, dass Sie an heißen Tagen mit Ihrem Körper keine Cremespuren auf dem Auto hinterlassen.

Starke Helfer gegen Flecken

  • Zitronensäurelösung ist äußerst vielseitig, eignet sich als Fleckenmittel, Weichspüler, Entkalker, ist leicht bleichend und einfach herzustellen, in der Back- oder Putzmittelabteilung zu finden.

  • Oxalsäure kommt zum Beispiel in Spinat und Rhabarber vor, ist als Pulver in Apotheken erhältlich, in größeren Mengen allerdings gesundheitsschädlich.

  • Gallseife ist ein altes und bewährtes Hausmittel, besteht aus Kernseife und Rindergalle, wirkt besonders stark gegen Eiweiß-, Obst- und Fettflecken.

  • Spiritus ist ebenso ein altes Reinigungsmittel, löst Kalk und Fett, sehr gut geeignet zum Fensterputzen.

  • Waschbenzin ist ein starkes Lösungsmittel mit hoher Fettlösekraft, gut gegen Tinte, Filzstift, Schimmelflecken, Wein, nur in gut belüfteten Räumen verwenden, Bestandteil von Universalverdünnern.

  • Universalverdünnung ist gut zum Lösen von Alkydharz und Nitrolacken und Reinigen von Pinseln, nur in gut belüfteten Räumen verwenden, enthält Waschbenzin.

  • Aceton ist ein starkes Lösungsmittel, löst besonders gut Lacke und Fette, Bestandteil von vielen Nagellackentfernern, nicht einatmen.

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