Stand: 07.03.2019 00:00 Uhr

Finanziell unabhängig mit Madame Moneypenny

Geld und Macht sind zwei Aspekte, die eher im Zusammenhang mit Männern genannt werden. Von vielen Frauen hört man dagegen häufiger den Satz: "Ach, Geld ist mir gar nicht so wichtig." Im Alter kann es mit dieser Einstellung finanziell schnell sehr problematisch werden. Altersarmut ist vor allem unter Frauen verbreitet. Durchschnittlich liegt die Rente von Frauen in Westdeutschland derzeit bei rund 650 Euro. Eine junge Unternehmerin, bekannt unter dem Namen Madame Moneypenny, will das ändern. Sie bloggt, schreibt und podcastet rund um das Thema Geld und Frauen und will sie so dabei unterstützen, finanziell unabhängig und selbstbestimmt zu werden. Die "NDR Info Perspektiven" berichten darüber im Podcast "Perspektiven - Menschen mit Ideen".

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Natascha Wegelin informiert Frauen nicht nur in ihrem Blog, sondern auch mit ihren Büchern zum Thema Finanzen.

Sie heißen "Der Weg zur finanziellen Freiheit" oder "Der Aktien- und Börsenführerschein". Ratgeber und Erfahrungsberichte zum Thema Geld sowie Finanzberater gibt es wie Sand am Meer. Natascha Wegelin konnte mit all dem nichts anfangen, als sie sich informieren wollte - und machte sich kurzerhand einfach selbst schlau. Sie wälzte einige Standardwerke und fing an zu schreiben. Einige Jahre später ist daraus ein Unternehmen geworden - und aus Natascha Wegelin wurde die Finanz-Bloggerin Madame Moneypenny.

Sie möchte Frauen erklären, wie Vermögensaufbau funktioniert und wie man sich langfristig absichern kann. Doch damit nicht genug: "Auch beim Thema Gender-Pay-Gap sollten wir Frauen uns noch viel besser unterstützen. Schließlich kann man sich ja unter Freunden auch mit Wissen und Strategien aushelfen", sagt sie. Sie glaubt, dass es keine Alternative zur Auseinandersetzung mit dem Thema Geld gibt. Denn plötzlich stehe man kurz vor der Rente und dann sei es zu spät. Sie warnt davor, nichts zu tun und es vor sich herzuschieben. Ihr Auftrag ist klar: informieren, inspirieren und motivieren.

Bloggerin Madame Moneypenny © Madame Moneypenny/ Jaqueline Häußler

"Madame Moneypenny" lehrt Frauen Finanzen

NDR Info - NDR Info Perspektiven -

"Madame Moneypenny" macht Moneytalk: Finanzielle Unabhängigkeit für Frauen ist ihr großes Thema. Ihre Community ist ausschließlich weiblich - und sie wächst.

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Mit dem Partner über Geld sprechen

Über Geld zu sprechen, gehört nicht gerade zu unserem Alltag. Die Frage nach dem Gehalt, erscheint den meisten Menschen zu privat - auch wenn davon am Ende die Arbeitgeber mehr profitieren. Gespräche über Altersvorsorge und Finanzen sind zu dröge für einen Abend mit Freunden und auch in der Partnerschaft werden diese Themen weitgehend totgeschwiegen. Die Leidtragenden sind in am Ende in vielen Fällen die Frauen. Denn tatsächlich verlassen sich noch viel zu viele von ihnen auf ihre Partner, wenn es ums Geld geht.

Das sagt auch Finanzexpertin Helma Sick. Seit 30 Jahren berät sie Frauen zu dem Thema und hat ein klares Credo: Ein Mann ist keine Altersvorsorge. "Im Grunde müssten sich Frauen aufgrund ihrer Situation - geringerer Lohn, lange Teilzeit, Kindererziehung - brennend für das Thema interessieren", erklärt sie. Die Realität sehe aber anders aus. Viele wollen die Frage nach der Absicherung im Ernstfall, nach den beruflichen Ausfallzeiten durch Kindererziehung nicht zum Thema machen. Die männlichen Partner hingegen erlebt sie als sehr aufgeschlossen bei diesen Fragen und ermutigt die Frauen daher, ihre Berührungsängste abzubauen. "Ich finde, es gehört zur Würde eines Menschen, nicht finanziell abhängig zu sein von einer Partnerschaft". erklärt sie.

Finanziell auf eigenen Beinen stehen

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Die ungleiche Bezahlung von Frauen gegenüber Männern ist laut Wegelin einer der Gründe, warum Frauen sich verstärkt mit Finanzen befassen sollten.

Madame Moneypenny und Frau Sick sind sich einig: Es muss zuerst ein Umdenken und dann ein Handeln stattfinden. "Die meisten Leute haben Angst davor. Das Gute ist aber: die Beschäftigung mit Geld gibt einem das gute Gefühl der Kontrolle." Etwas, das vielen Menschen fehlt, wenn es um Finanzen geht. Beim Vermögensaufbau gebe es zwar gewisse Regeln, aber wenn man diese verstanden habe, dann könne man eigentlich loslegen.

Eine gute Grundlage für das Gelingen sei eine Kombination aus Wissensaneignung, Bauchgefühl und dem Mut, die eigene Komfortzone zu verlassen. Man dürfe aber auch keine Wunder erwarten: "Die Auseinandersetzung mit Finanzen ist ungefähr so, wie eine neue Sprache zu erlernen. Das ist auch nicht mit drei Vokabeln erledigt." Man müsse sich schon etwas Zeit nehmen, um einige Hintergründe zu verstehen. Der Ertrag sei allerdings erheblich. Wegelin versteht sich aber nicht als Beraterin, sondern will vielmehr ein Rüstzeug an die Hand geben und den Rest den Menschen selber überlassen.

Erfolgreiches Konzept - ganz ohne Männer

Die Botschaft ist also: Frauen, emanzipiert Euch - auch in Sachen Geld! Und mit diesem Mantra ist Natascha Wegelin nicht alleine - gerade im Netz gibt es immer mehr Frauen, die andere motivieren wollen, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und sich zu vernetzen. "Geldfrau", "Her money", "Frau und Geld" oder "working mums" heißen diese Internetseiten und Blogs.

Sparschwein wird mit Münze befüllt. © Fotolia.com Foto: Syda Productions

Wie steht es um die Altersvorsorge für Frauen?

NDR Info - NDR Info Perspektiven -

"Ein Ehemann ist keine Altersvorsorge!" - Darauf weisen Finanzberaterinnen im Podcast der NDR Info Perspektiven hin. Birgit Langhammer hat "Madame Moneypenny" getroffen.

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Natasacha Wegelins Konzept ist jedenfalls erfolgreich. Ihre Facebook-Gruppe hat mehr als 30.000 Mitglieder - und es sind nur Frauen. "Klar ist das Diskriminierung aber ich schließe die eine Zielgruppe aus, um den besten Wert für die andere Zielgruppe zu liefern." Sie hat beobachtet, wie die Diskussionen in männerdominierten Foren ablaufen - die Entscheidung, Männer aus der Gruppe auszuschließen, war ihre Konsequenz daraus. Dauerbrenner unter ihren Themen: Nachhaltiges Investieren und grüne Geldanlagen, Geld in der Partnerschaft und Gehaltsverhandlungen. "Laut Hochrechnungen verdient eine Frau durchschnittlich etwa 450.000 Euro weniger als ein Mann. Das ist fast eine halbe Million", lacht sie. Denn trotz aller harten Fakten hat Madame Moneypenny noch einen anderen Auftrag: Sie möchte Frauen mit einer gewissen Weltanschauung davon überzeugen, dass Geld auch Spaß machen kann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | NDR Info Perspektiven | 07.03.2019 | 06:00 Uhr

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