Stand: 06.08.2018 14:56 Uhr

Gefahr durch Fahrradträger und Dachboxen

von Sebastian Dubielzieg
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Schwere Unfälle durch herabfallende Teile von Fahrradträgern sind keine Seltenheit.

Fahrradträger sind eine praktische Lösung für alle, die im Urlaub nicht auf das Rad verzichten möchten. Auch Dachboxen sind praktisch, um Gepäck zu transportieren. Aber nicht nur der Spritverbrauch, sondern auch die Unfallgefahr kann bei unsachgemäßer Anwendung steigen. Denn schwere Unfälle durch herabfallende Teile von Fahrradträgern oder Dachboxen sind keine Seltenheit, wenn es zu plötzlichen Brems- oder Ausweichmanövern kommt. Deshalb sollten Autofahrer einige Hinweise bei der Montage unbedingt beachten.

Dachboxen eines Autos.

Gefahr durch Dachboxen und Fahrradträger

Markt -

Beim Transport von Fahrradträger oder Dachboxen kommt es immer wieder zu gefährlichen Unfällen. Fast immer ist eine mangelhafte Beladung oder Befestigung schuld.

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Fahrradträger: Auf Geschwindigkeit und Traglast achten

Die zulässige Geschwindigkeit schreibt in der Regel der Hersteller des Fahrradträgers vor. Laut ADAC liegt diese normalerweise bei 120 bis 130 km/h. Bis zu dieser Geschwindigkeit haben Autofahrer ihren normalen Versicherungsschutz. Wer schneller fährt, verliert diesen unter Umständen.

Die Traglasten des Autos müssen unbedingt beachtet werden. Bei dem Fahrradtransport auf dem Dach ist bei manchen Autos schon bei 40 Kilogramm Schluss. Achtung: Bei Kupplungsträgern zählt nicht die Zuglast des Pkw, sondern die Stützlast der Anhängerkupplung. Mit schweren E-Bikes und dem Eigengewicht des Trägers kommt man auch hier unter Umständen schnell an die Grenzen des Fahrzeugs. Anhängerkupplungen aus Aluminium sind zudem überhaupt nicht für die Befestigung von Fahrradträgern geeignet.

Sorgfalt bei der Montage

Bei der Montage von Fahrradträgern dürfen nur die vorgeschriebenen Gurte oder Spannvorrichtungen verwendet werden. Alle Schrauben, Stifte und Splinte müssen fest sitzen. Der Kugelkopf am Kupplungsträger muss fettfrei sein. Alle zusätzlichen Anbauteile am Rad wie etwa Akkus von E-Bikes, Einkaufskörbchen oder Luftpumpen und Taschen müssen für den Transport abmontiert werden. Sollte das hintere Nummernschild durch Heckklappenträger oder Kupplungsträger verdeckt werden, muss an den Trägern ein gleichlautendes Schild angebracht werden. Dies muss keine extra TÜV-Plakette haben. Während des Transports sollten Sitz und Befestigung von Trägern und Rädern immer wieder überprüft werden.

Anders als beim Pkw gibt es für Fahrradträger keinen TÜV. Die Hinweise des Herstellers zum Thema Pflege und Wartung sollten aber unbedingt beachtet werden. Die Fahrradträger sollten regelmäßig gereinigt werden und sind vor und während des Einsatzes auf die Sicherheit zu überprüfen.

Dachboxen: Gefahr der Überladung

Beim Fahren mit Dachboxen ist Überladung eine häufige Unfallursache. Das Gewicht von Box, Trägern und erlaubter Zuladung darf in seiner Summe nicht die in der Bedienungsanleitung des Pkw vorgeschriebene maximale Dachlast überschreiten. Zudem darf das zulässige Gesamtgewicht des Autos, das im Fahrzeugschein zu finden ist, nicht überschritten werden. Das Gepäck sollte in der Dachbox gleichmäßig verteilt werden. Zusätzliche Sicherheit können dabei Spanngurte oder Fangnetze im Inneren der Box schaffen. Ein vorgeschriebenes Tempolimit für das Fahren mit einer Dachbox gibt es nicht. Automobilclubs empfehlen aber, nicht schneller als 130 km/h zu fahren.

Informationen des Verkehrministeriums zu Ladungsträgern

Außen am Fahrzeug montierte Ladungsträger wie beispielsweise Dachboxen ändern das Anströmverhalten. Dies kann - je nach Form, Größe und Montageort der Ladungsträger - zu einem geänderten Fahrzeugverhalten unter Seitenwind, insbesondere bei höheren Fahrgeschwindigkeiten, führen.

In der jeweiligen Betriebsanleitung eines Ladungsträgers wird daher gegebenenfalls eine maximale Fahrgeschwindigkeit mit montiertem Ladungsträger angegeben. Es ist die Aufgabe des Fahrenden, diese sich aus der Situation ergebende Geschwindigkeitsbegrenzung zu beachten. Denn nach Paragraf 3 Absatz 1 Satz 2 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) ist die Geschwindigkeit insbesondere den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen. Im Übrigen handelt es sich bei den in der StVO festgelegten Höchstgeschwindigkeiten nur um solche, die unter günstigsten Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie persönlichen Fähigkeiten und Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung zur Anwendung kommen.

Nach Paragraf 22 Absatz 1 StVO sind die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten. Inwieweit ein Unfallverursacher, für durch unsachgemäße Sicherung entstandene Schäden haftet, hängt von den konkreten Umständen des jeweiligen Einzelfalls ab und kann nicht pauschal beurteilt werden.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 06.08.2018 | 20:15 Uhr

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