Stand: 22.09.2017 10:20 Uhr  | Archiv

Viel Zucker in Erdbeer-Marmelade

von Wiebke Neelsen

Zwei Kilogramm Marmelade isst jeder in Deutschland durchschnittlich pro Jahr. Besonders beliebt ist Erdbeer-Marmelade. Die Hersteller werben oft mit Begriffen wie "pur" oder einer konkreten Zahlenangabe wie "75 Prozent Fruchtgehalt". Doch wie viel Obst und Zucker steckt wirklich in der Marmelade? In einer Stichprobe hat Markt den Fruchtgehalt von sieben Sorten Erdbeer-Fruchtaufstrich im Labor untersuchen lassen. Die folgenden Preise sind jeweils pro 100 Gramm angegeben:

  • ja! Konfitüre Extra von Rewe für 0,20 Euro
  • Gut & Günstig Konfitüre Extra von Edeka für 0,22 Euro
  • Tamara Konfitüre Extra von Aldi für 0,22 Euro
  • Maribel Fruchtaufstrich mit 75 Prozent Frucht von Lidl für 0,40 Euro
  • Bio-Fruchtaufstrich von Alnatura für 0,72 Euro
  • Aufstrich mit 75 Prozent Frucht von Zentis für 0,74 Euro
  • Schwartau pura 100 Prozent für 1,15 Euro

Erdbeeren als Konfitüre, Gelee und Fruchtaufstrich

Laut Konfitürenverordnung muss Konfitüre mindestens 55 Prozent Zucker enthalten, damit das Produkt lange hält und nicht verschimmelt. Erdbeer-Konfitüre muss mindestens zu 35 Prozent aus Früchten bestehen, Konfitüre extra aus 45 Prozent Erdbeeren.

Die Mengenangaben gelten auch für Gelee beziehungsweise Gelee extra - allerdings werden keine Fruchtstücke, sondern Fruchtsäfte verarbeitet.

Marmelade darf eigentlich nur heißen, was aus Zitrusfrüchten hergestellt wurde, also zum Beispiel aus Orangen oder Zitronen. Ausnahme: Kleinere Hofläden dürfen ihre Produkte als Marmelade bezeichnen, auch wenn keine Zitrusfrüchte enthalten sind.

Für Fruchtaufstriche gibt es keine Vorgaben, es sind auch mehr Zusatzstoffe erlaubt.

Sirup und Saft in Marmelade

Zusätzlich zum Zucker verwenden einige Hersteller:

  • Glukose-Fruktose-Sirup: Dieser sogenannte versteckte Zucker ist nach Ansicht von Verbraucherschützer Armin Valet ein billiger Ersatzstoff, der die Konsistenz der Marmelade beeinflusst. Durch die Verwendung von Glukose-Fruktose-Sirup könne der Zucker-Wert in der Nährwerttabelle niedriger ausgewiesen werden, denn nicht alle Bestandteile des Sirups gelten laut Valet als Zucker. Stattdessen sind oft auch sogenannte Mehrfachzucker enthalten, die unter dem Wert für Kohlenhydrate aufgeführt sind.

  • Fruchtsaft: Einige Fruchtaufstriche enthalten nicht nur Früchte, sondern auch Saft. Saft ist laut Verbraucherschützer Valet jedoch nicht so hochwertig wie die reine Frucht, die außer Fruchtzucker auch Ballaststoffe enthält.

Fazit: Viel Zucker in Marmelade

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt maximal 25 Gramm Zucker pro Tag. Mit einer Portion der getesteten Marmeladen (jeweils 30 Gramm) nimmt man bereits mehr als die Hälfte der empfohlenen Zuckermenge zu sich. Den höchsten Zuckergehalt der Stichprobe hatten die günstigen Produkte von Edeka, Rewe und Aldi mit 14 Gramm pro Portion. Am wenigsten Zucker wurde in der Marmelade von Lidl nachgewiesen - knapp 10 Gramm pro Portion.

Weitere Informationen
Ein Glas mit Himbeermarmeldae neben frischen Himbeeren auf einem weißen Holztisch mit Müsligläsern im Hintergrund. © fotolia.com Foto: Fischer Food Design

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 25.09.2017 | 20:15 Uhr

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