Stand: 02.02.2018 15:21 Uhr

Dubiose Schlüsseldienste: Abzocke vermeiden

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Aufbohren ist meist nicht nötig. Einige Anbieter machen es trotzdem - um abzukassieren.

Ausgesperrt aus der eigenen Wohnung - für diesen Notfall gibt es Schlüsseldienste. Doch in der Branche gibt es viele unseriöse Anbieter, die aus der Notlage ihrer Kunden Profit schlagen wollen. Rechnungen von 1.000 Euro und mehr für eine Türöffnung sind keine Seltenheit. Bezahlen sollen Kunden direkt vor Ort.

So viel darf eine Türöffnung kosten

Das Öffnen einer zugefallenen Tür sollte nicht länger als 15 Minuten dauern und inklusive neuem Zylinder nicht mehr als 100 Euro kosten, an Wochenenden und nachts höchstens 160 Euro. Seriöse Schlüsseldienste nennen schon am Telefon einen verbindlichen Festpreis. In einigen Städten bieten die Gelben Seiten einen Vermittlungsdienst für seriöse Schlüsseldienste.

Unseriöse Anbieter lassen sich oft vor der Türöffnung schon Rechnungen unterschreiben, in die sie später weitere Beträge eintragen. Sie bestehen meist auf einer sofortigen Zahlung. Verbraucher haben dann in der Regel schlechte Chancen, ihr Geld zurückzubekommen.

Kostenfalle Schlüsseldienst: So schützen Sie sich

  • Schlüsseldienst finden: Wählen Sie einen örtlichen Anbieter mit einem möglichst kurzen Anfahrtsweg. Finger weg von 0800-Nummern und kostenpflichten 0900-Nummern. Wer im Telefonbuch nach Schlüsseldiensten sucht, sollte Anbieter meiden, deren Firma mit "AAA" beginnt und ganz vorn steht. Auch im Internet sollte man nicht die Anzeigen wählen, die oben in den Suchergebnissen erscheinen. Diese Anbieter werben zwar regional, sind aber deutschlandweit tätig. Es lohnt sich ein Blick ins Impressum: Dort steht, woher die Firma wirklich kommt.

  • Kosten klären: Schildern Sie das Problem möglichst genau, zum Beispiel: "Die Tür ist nur zugefallen." Das Auswechseln des Schlosses ist meistens nicht notwendig. Ein seriöser Anbieter nennt Anfahrtskosten und Stundensätze.

  • Preise vergleichen: Rufen Sie zwei bis drei Schlüsseldienste an, bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden.

  • Zweiten Mitarbeiter ablehnen: Schickt der Schlüsseldienst zwei Monteure, lehnen Sie die Arbeitskraft eines Mitarbeiters ausdrücklich ab. Für das Öffnen einer Tür reicht eine Fachkraft.

  • Auftragsformular und Rechnung prüfen: Lesen Sie die Dokumente genau durch, bevor Sie unterschreiben. Streichen Sie nicht vereinbarte Regelungen durch. Unterschreiben Sie die Rechnung erst, wenn der Monteur die Arbeit beendet hat.

  • Tür gewaltlos öffnen: Meist lassen sich verschlossene Türen öffnen, ohne Schloss und Beschläge zu beschädigen. Greift der Monteur zur Bohrmaschine, beenden Sie die Arbeiten.

  • Rechnungsbetrag überweisen: Lassen Sie sich eine Rechnung mit detaillierten Einzelposten vorlegen. Ist alles korrekt, überweisen Sie den Betrag. Zahlen Sie keine Bearbeitungs- oder Buchungsgebühren und zahlen Sie nicht an der Haustür. Im Zweifel lassen Sie die Rechnung bei der Verbraucherzentrale prüfen und überweisen nur die gerechtfertigte Summe.

  • Polizei rufen: Setzt der Monteur Sie unter Druck, den Rechnungsbetrag in bar zu bezahlen, rufen Sie die Polizei. Nötigung und Erpressung sind Straftatbestände.

  • Notfall vermeiden: Hinterlegen Sie für Notfälle einen Schlüssel in der Nähe, zum Beispiel bei einem Nachbarn. Lassen Sie sich von der örtlichen Metallinnung eine Liste mit Schlossern geben, die auch als Schlüsseldienst tätig sind.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 05.02.2018 | 20:15 Uhr

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