Stand: 05.10.2018 09:00 Uhr

Das bedeuten die Bio-Siegel

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Das EU-Bio-Siegel dürfen Produkte tragen, die den EU-Richtlinien für ökologischen Landbau entsprechen.

Nicht nur Hofläden und spezielle Bio-Ketten, sondern auch Supermärkte und Discounter bieten eine wachsende Palette an Bio-Produkten an. Bezeichnungen wie "biologisch", "Bio", "ökologisch" und "Öko" sind innerhalb der EU rechtlich geschützt: Nur Produkte, die den Rechtsvorschriften der Europäischen Union (EU) für den Ökologischen Landbau entsprechen, dürfen diese Kennzeichnung tragen. Aber Achtung: Begriffe wie "kontrollierter Anbau" oder "umweltgerecht" sind nicht geschützt und stehen nicht automatisch für eine ökologische Produktion.

Diese Bio-Siegel gibt es

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Das staatliche Bio-Siegel kann zusätzlich zum EU-Bio-Siegel verwendet werden.

Verbraucher erkennen ökologisch erzeugte Produkte am EU-Bio-Logo in Form eines Blattes. Seit dem 1. Juli 2010 müssen alle verpackten Bio-Produkte, die innerhalb der EU hergestellt werden, das EU-Bio-Label tragen. Im Sichtfeld des EU-Logos muss zusätzlich die Codenummer der Kontrollstelle, die das Produkt kontrolliert hat, angegeben sein (zum Beispiel DE-Öko-001). Zusätzlich wird in Deutschland das sechseckige staatliche Bio-Siegel verwendet, das es bereits seit 2001 gibt.

Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer Siegel, die Bio-Lebensmittel kennzeichnen - beispielsweise Siegel der Anbauverbände Demeter, Bioland und Naturland oder Öko-Handelsnamen, die vom Einzelhandel eingeführt wurden.

Das legt die EG-Öko-Verordnung fest

Die Vergabe des EU-Bio-Siegels richtet sich nach den Richtlinien der EU für ökologischen Landbau, die in der EG-Öko-Verordnung festgeschrieben sind. Diese sehen unter anderem vor:

  • Lebensmittel dürfen weder Farbstoffe noch Geschmacksverstärker, künstliche oder naturidentische Aromen, Stabilisatoren oder synthetische Süßstoffe enthalten.
  • Mindestens 95 Prozent der Grundzutaten müssen aus dem Bio-Landbau stammen.
  • In der Tierhaltung ist Anbindehaltung grundsätzlich verboten, die Tiere haben mehr Platz als in der konventionellen Tierhaltung.
  • Futtermittel werden ökologisch produziert.
  • Tiere dürfen keine Antibiotika, Wachstums- oder Leistungshormone im Futter bekommen.
  • Auch Stickstoff-Dünger und chemische Pflanzenschutzmittel (Pestizide) sind verboten.
  • Genauso wenig ist es gestattet, die Waren mit Strahlen jeder Art zu behandeln oder Gentechnik einzusetzen.

Die Einhaltung der Vorschriften wird von Öko-Kontrollstellen überprüft. Allerdings legt die EG-Öko-Verordnung nur Mindeststandards fest. Einige Kritikpunkte sind:

  • Betriebe müssen nicht komplett auf ökologischen Landbau umgestellt haben, es reicht auch eine Teilumstellung.
  • Anstelle von Pestiziden wird unter anderem Kupfer als Anti-Pilz-Mittel eingesetzt. Laut Umweltbundesamt sei Kupfer grundsätzlich kritisch zu betrachten, weil es Bodenorganismen schädigen könne und nicht im Boden abgebaut werde.
  • Generell ist ökologische Tierhaltung besser als konventionelle. Bio garantiert aber nicht automatisch mehr Tierwohl und auch in der Öko-Landwirtschaft gibt es Massenproduktion: EU-Öko-Bauern dürfen zum Beispiel bis zu 3.000 Hennen in einem Stall halten, sechs Hühner teilen sich dabei einen Quadratmeter plus Freilauffläche. Erlaubt ist auch die sogenannte Etagenhaltung mit bis zu drei Ebenen übereinander.
  • Bio heißt nicht automatisch regional, zum Teil werden die Produkte aus fernen Regionen importiert.
  • Seit 2009 dürfen Bio-Produkte 0,9 Prozent gentechnisch veränderte Zutaten (bezogen auf die jeweilige Zutat) beinhalten. Das ist nicht kennzeichnungspflichtig.
  • Bio-Obst und -Gemüse ist oft in Plastik verpackt.

Strengere Richtlinien bei den Verbänden

Viele deutsche Bio-Bauern produzieren nicht nur nach den Mindeststandards der EU, sondern richten sich nach den deutlich strengeren Regeln der Öko-Verbände. Bei Lebensmitteln, die das Zeichen der Anbauverbände Bioland, Demeter oder Naturland tragen, müssen zum Beispiel 100 und nicht nur 95 Prozent der Zutaten aus Bio-Anbau stammen. Verbands-Mitgliedern ist es anders als EU-Öko-Bauern verboten, mit konventioneller Gülle, Jauche oder Geflügelmist zu düngen. Bio-Verbände garantieren zudem meistens bessere Haltungsbedingungen als Betriebe, die nach der EG-Öko-Verordnung produzieren.

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