Stand: 29.02.2016 15:45 Uhr  | Archiv

Brandgefahr durch Ethanol-Kamine

von Daniel Krull

Ethanol-Kamine stehen als Dekoration in vielen Wohnzimmern. Sie versprechen Lagerfeuer-Idylle ohne Holz und Asche, ohne Kohle und Gestank. Doch mit dem flüssigen Brennstoff Ethanol betriebene Geräte können vor allem beim Nachfüllen leicht in Brand geraten. Mögliche Folgen sind lebensbedrohliche Verbrennungen der Haut und der Lunge - durch das Einatmen der heißen Dämpfe. Die Feuerwehr rät davon ab, Ethanol-Kamine in geschlossenen Räumen zu verwenden.

So gefährlich sind Ethanol-Kamine

Warum Ethanol-Kamine so gefährlich sind

  • Brandgefahr: Der Brennstoff Ethanol bildet schon ab einer Raumtemperatur von 21 Grad Celsius ein leicht entzündliches und sogar explosionsfähiges Gemisch. Läuft beim Befüllen der Brennkammern Ethanol daneben, besteht Brandgefahr. Beim Nachfüllen eines heißen Ethanol-Kamins kann es zu heftigen Explosionen kommen, auch wenn die Flammen schon länger erloschen sind.
  • Luftqualität­: Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts belegen, dass beim Betrieb eines Ethanol-Kamins feine Verbrennungspartikel entstehen, die tief in die Lunge eindringen können. Einige der freigesetzten Substanzen sind giftig und krebserregend, zum Beispiel Formaldehyd, Benzol, Kohlenmonoxid und Stickstoffdioxid. Diese Stoffe überschritten in Tests trotz guter Lüftung die zulässigen Richtwerte.
  • Heizwirkung: Damit die Konzentration von Kohlendioxid in der Luft nicht zu hoch wird, müssen Räume mit Ethanol-Kamin gut belüftet werden. Als Heizquelle sind die Öfen daher nicht geeignet.

Kamine mit Prüfsiegel: Gut lüften, richtig löschen

Wer trotz aller Sicherheitsbedenken einen Ethanol-Kamin kaufen möchte, sollte auf ein Prüfsiegel eines unabhängigen Instituts achten, zum Beispiel TÜV-Siegel. Das Gerät sollte der DIN 4734-1 ("Dekorative Feuerstelle für flüssige Brennstoffe - Nutzung in privaten Haushalten") entsprechen. Die Norm regelt unter anderem Anforderungen an die Kipp- und Auslaufsicherheit, die Feuerfestigkeit und das maximale Füllvolumen.

Beim Betrieb ist auf eine gute Belüftung zu achten. Im Brandfall kann Ethanol nicht mit Wasser, sondern nur mit speziellen Löschdecken, Pulver oder Schaum gelöscht werden.

Das sagen die Hersteller zur Brandgefahr

Auf Anfrage von Markt schreibt Nordress: "Dass dieser Artikel mit den von Ihnen beschriebenen Risiken behaftet ist, war uns leider weder bewusst, noch (...) von uns beabsichtigt. Wir haben das Produkt sofort nach Ihrem Hinweis aus unserem Angebot bei Amazon entfernt." Markt hat auch die Hersteller Atlas Posten, Kamp und Pearl gefragt, aber keine Antwort erhalten.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 29.02.2016 | 20:15 Uhr

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