Stand: 14.06.2019 13:58 Uhr

Blutspende: Das müssen Sie wissen

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Rund 60 Minuten dauert eine Blutspende mit ärztlicher Untersuchung und Ruhepause.

Blutspenden können Leben retten. Doch immer weniger Menschen sind bereit, sich Blut abnehmen zu lassen. Nur rund drei Prozent der Bevölkerung in Deutschland spendet regelmäßig Blut. Mediziner unterscheiden zwischen vier Haupt-Blutgruppen: 0, A, B und AB. Mit jeweils gut 40 Prozent gehören die meisten Menschen zu den Blutgruppen 0 und A. Für Blut gibt es keinen künstlich hergestellten Ersatz. Fragen und Antworten rund um die Blutspende.

Wo kann ich Blut spenden?

Am bekanntesten ist der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Aber auch Kliniken und medizinische Unternehmen nehmen Spenden ab.

Welche Arten von Blutspenden gibt es?

  • Bei der Vollblutspende werden dem Spender rund 500 Milliliter Blut entnommen. Es setzt sich zusammen aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten), Blutplättchen (Thrombozyten) und Plasma.
  • Bei der Plasmaspende werden rund 600 bis 750 Milliliter Blutplasma entnommen, die übrigen Bestandteile des Blutes fließen zurück in den Körper.
  • Bei der Thrombozythenspende werden ähnlich der Plasmaspende über einen sogenannten "Zellseperator" nur die die Thrombozyten aus dem Blut gefiltert. Auch hier fließen die restlichen Blutbestandteile während der Spende zurück.
  • Eigenblutspende: Vor Operationen sollten sich Patienten informieren, ob eine Eigenblutspende sinnvoll ist.

Wofür werden Blutspenden verwendet?

In Deutschland werden täglich rund 15.000 Blutspenden verbraucht - bei Operationen, Unfällen und in der Krebstherapie. Ein weiterer Teil der Spenden geht in die Herstellung von Medikamenten. Das aufbereitete Blut hält sich bei 2 bis 6 Grad Celsius nur 42 Tage. Auch deshalb ist regelmäßiges Spenden wichtig. Blutplasma kann tiefgefroren länger aufbewahrt werden.

Wer darf Blut spenden?

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Wer Blut spenden darf, entscheidet die Bundesärztekammer gemeinsam mit dem Paul-Ehrlich-Institut (Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel). Grundsätzlich können alle gesunden Frauen und Männer ab 18 Jahren mit einem Mindestgewicht von 50 Kilogramm Blut spenden. Erstspender dürfen nicht älter als 64 Jahre sein. Die meisten Blutspendedienste lassen Menschen ab 73 Jahren nicht mehr zur Blutspende zu.

Menschen mit Eisenmangel dürfen nicht spenden. Auch nach Auslandsaufenthalten in einigen Ländern gibt es Einschränkungen. Wer zum Beispiel in einem Malaria-Gebiet unterwegs war, darf erst sechs Monate nach der Rückkehr wieder Blut spenden. Homosexuelle Männer waren bis 2017 aufgrund der erhöhten Ansteckungsgefahr - beispielsweise mit HIV - vom Blutspenden ausgeschlossen. Durch die neue Hämotherapie-Richtlinie wurde das Verbot zwar gelockert, die Betreffenden dürfen aber nur dann Blutspender werden, wenn sie ein Jahr lang keinen Sex hatten. Menschen mit bestimmten Erkrankungen und für eine gewisse Zeit auch Prostituierte und Heterosexuelle mit risikohaftem Sexualverhalten sind von der Blutspende ausgeschlossen.

Wie oft kann man Blut spenden?

Zur Blutspende dürfen Frauen viermal innerhalb von zwölf Monaten, Männer sechsmal. So soll verhindert werden, dass Spender Eisenmangel bekommen. Wer Blutplasma spenden möchte, kann dies wöchentlich tun, höchstens aber 45 Mal pro Jahr.

Worauf müssen Blutspender achten?

Blutspender müssen sich in einem guten gesundheitlichen Zustand befinden. Vor der Blutspende sollte man ausreichend essen und trinken - aber keinen Alkohol, der ist mindestens zwölf Stunden vorher nicht erlaubt. Innerhalb der vergangenen vier Wochen dürfen Spender keine Drogen konsumiert haben.

Wie läuft eine Blutspende ab?

Zuerst wird der Wert des Hämoglobins - des roten Blutfarbstoffs - im Blut bestimmt. Es folgt eine ärztliche Untersuchung, um weitere Risiken auszuschließen. Das Blutabnahme dauert dann knapp zehn Minuten. Nach der Spende ist eine kurze Ruhepause mit Essen und viel Trinken angesagt. Insgesamt dauert eine Blutspende rund eine Stunde.

Was bekomme ich für meine Spende?

Beim gemeinnützigen Deutschen Roten Kreuz sind Vollblutspenden unentgeltlich. Private Blutbanken und Kliniken zahlen Spendern in der Regel eine Aufwandsentschädigung von etwa 20 Euro. Jeder Blutspendedienst stellt Speisen und Getränke zur Verfügung.

Blutkonserven lagern in Regalen.

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Schwule Männer dürfen nur Blut spenden, wenn sie ein Jahr keinen Sex hatten, weil das HIV-Risiko hoch eingeschätzt wird. Dabei gäbe ein Bluttest innerhalb von sechs Wochen Klarheit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 14.06.2019 | 14:00 Uhr

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