Werbeschild für den Black Friday in einem Schaufenster in einer Fußgängerzone. © Imago/localpic

Black Friday: Günstige Deals oder Fake-Angebote?

Stand: 26.11.2021 06:20 Uhr

Beim Black Friday lockt der Handel wieder mit vielen Rabatten. Doch nicht immer sind die vermeintlich guten Deals wirklich preisgünstig. So lassen sich Fake-Angebote und echte Schnäppchen erkennen.

Auf die Rabatt-Schlacht zum Black Friday folgt der Cyber Monday (29. November 2021): Ende November stimmt sich der Handel alljährlich auf das Weihnachtsgeschäft ein. Mit viel Werbung bieten vor allem Online-Händler vermeintliche Schnäppchen - sogenannte Deals - an. Aber nicht immer sind die angeblich extrem niedrigen Preise wirklich attraktiv. Wer bei diesen Aktionen profitieren will, sollte sich vorher gut informieren.

Fake-Angebote: Der Trick mit der UVP

Ein gängiger Trick: Der Sonderpreis wird der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) des Herstellers gegenübergestellt. Die hoch angesetzte UVP verlangt aber meist kaum ein Händler. Angebliche Rabatte von 50 Prozent schmelzen dann zur einer realen Ersparnis von 10 oder 20 Prozent zusammen.

Vor Black Friday Preise vergleichen

In einem Schaufenster stehen Schilder "20 Prozent Rabatt". © dpa-Bildfunk Foto: Lucas Bäuml/dpa
Wer ein Schnäppchen machen möchte, sollte die üblichen Marktpreise kennen.

Wer ein teures Produkt kaufen möchte und auf Angebote wartet, sollte die Preise im Vorfeld vergleichen. Nur im Verhältnis zum üblichen Marktpreis kann man das angebliche Schnäppchen richtig einordnen. Preissuchmaschinen im Internet geben einen guten Überblick. Optimal ist es, die Ergebnisse von mindestens zwei Suchmaschinen zu vergleichen und auch die Versandkosten zu berücksichtigen. Einzelhändler vor Ort bieten manchmal ebenfalls günstige Preise an.

Spontankäufe durch gute Planung vermeiden

Die kräftig beworbenen Produkte sind für Schnäppchenjäger eine große Versuchung. Doch braucht man die angebotenen Dinge wirklich? Waren, die ohnehin gut verkauft werden, sinken selten im Preis, hat Stiftung Warentest festgestellt. Häufig landen Auslaufmodelle oder Ladenhüter im Angebot. Käufer sollten also genau wissen, welches Produkt sie kaufen wollen, statt spontan zuzugreifen.

Angebotsfristen setzen Verbraucher unter Druck

Viele Händler versuchen, mit kurzen Angebotsfristen oder ablaufenden Uhren Druck auf Interessenten aufzubauen. Verbraucherschützer warnen davor, sich so zu unüberlegten Käufen drängen zu lassen. Notfalls bleibt die Möglichkeit, den Kauf zu stornieren oder bei Online-Käufen das 14-tägige Widerrufsrecht zu nutzen und die Ware zurückzusenden. Dabei können jedoch Versandkosten anfallen.

Betrug im Internet: Fake-Shops und falsche Angebote

Den Kaufrausch nutzen auch immer wieder Fake-Shops für ihre kriminellen Geschäfte. Findet man auf Internet-Marktplätzen ein ungewöhnlich günstiges Angebot, ist besondere Vorsicht geboten. Kriminelle Händler kassieren bevorzugt per Vorkasse oder Kreditkarte, liefern die gekauften Waren aber nicht. Am sichersten ist es, per Rechnung oder Lastschrift zu bezahlen.

Hinweise auf einen gefälschten Shop sind unter anderem holpriges Deutsch oder fehlende Impressen und Geschäftsbedingungen. Im Zweifel sollten Kunden lieber die Finger von solchen Angeboten lassen, raten Verbraucherschützer.

Tipps für den Online-Kauf

Beim Online-Shopping spielt auch das Surfverhalten der Nutzerinnen und Nutzer eine Rolle. Online-Händler kennen deren Interessen, Recherchen und Standorte. Das kann etwa dazu führen, dass bestimmte Artikel in Shops prominent platziert werden, andere dagegen nicht. Wer online einkauft, sollte sparsam mit seinen persönlichen Daten umgehen und Angebote vergleichen, rät die Verbraucherzentrale.

  • Regelmäßig Cookies löschen: Das macht es Shop-Betreibern schwer, Profile zu erstellen. Mit den richtigen Einstellungen lassen sich Cookies auch automatisch löschen, wenn das Browser-Fenster geschlossen wird.
  • Sich unsichtbar machen: Wer das eigene Nutzerprofil verbergen möchte, sollte im Inkognito-Modus surfen und die IP-Adresse verbergen. Add-ons im Browser können zusätzlich helfen, die Datenübermittlung an Website-Betreiber zu verhindern.
  • Kaufen, wenn andere nicht kaufen: Sinkt die Nachfrage, fällt auch der Preis. Wer schon im Herbst kauft, was er im nächsten Frühjahr braucht, zahlt meist weniger. Das gilt vor allem für Kleidung, aber auch für andere Saisonprodukte wie Möbel, Garten- und Sportgeräte oder Reisen.
  • Top-Deals und Superschnäppchen ignorieren: Vorsicht bei Produkten, die in Online-Shops als exklusive Schnäppchen angepriesen werden. Sie sind mitunter sogar teurer als ein reguläres Angebot.

Wie wirkt sich Corona auf den Black Friday aus?

Wegen der noch immer geltenden Corona-Maßnahmen und der Angst, sich beim Einkauf anzustecken, kaufen viele Konsumenten übers Internet ein. Deshalb ist es möglich, dass der stationäre Einzelhandel zum Black Friday Umsatzeinbußen hinnehmen muss. Doch ob der Online-Handel davon in gleichem Maß profitieren kann wie beim Black Friday 2020, ist fraglich. Durch die Corona-Pandemie gibt es nämlich derzeit Lieferengpässe besonders bei Notebooks, Smartphones, Fernsehern und Haushaltsgeräten.

Wann ist traditionell Black Friday?

In den USA startet mit dem Black Friday, dem Tag nach Thanksgiving, einem Feiertag und wichtigen Familienfest, traditionell das Weihnachtsgeschäft. Von dort sind die Schnäppchen-Tage nach Deutschland geschwappt. Viele Händler beginnen jedoch bereits Anfang November mit ähnlichen Aktionen. Experten sprechen davon, dass der Handel so Kaufanlässe schaffe, ohne die Kunden hochwertige Dinge wie Konsumelektronik oder teure Pflegeprodukte nur selten kaufen würden.

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Dieses Thema im Programm:

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