Biotonne - Was darf rein und was nicht?

Stand: 22.11.2022 09:50 Uhr

Im Kreislaufwirtschaftgesetz ist das Trennen und Verwerten von Biomüll geregelt. Das Sammeln von Küchenabfällen ist sinnvoll. Denn aus den Abfällen lässt sich hochwertiger Humus und Biogas produzieren.

Der Anteil an Biomüll liegt in Deutschland laut Umweltbundesamt bei 30 bis 40 Prozent. Noch immer landen zu viele dieser Bioabfälle im Restmüll, genau genommen mehr als ein Drittel. Dazu gehören überwiegend Küchen- oder Gartenabfälle. Dabei lassen sich aus Apfelschalen, Kaffeesatz oder Eierschalen klimafreundliches Biogas zur Verstromung, Wärmenutzung und als Treibstoff sowie hochwertige Kompostprodukte herstellen. Welche Bioabfälle in der grünen oder braunen Biotonne vor Ort gesammelt werden, legt der lokale öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger fest. In Hamburg ist das beispielsweise die Stadtreinigung.

Diese Küchenabfälle dürfen in die grüne Tonne:

  • Obst-, Gemüse- und gekochte Essensreste
  • Kaffeefilter und Kaffeesatz, Teesatz und Teebeutel
  • Milchprodukte ohne Verpackung
  • Brot und Brötchen
  • Eierschalen
  • kleine Mengen Kleintierstreu (Holzspäne, Stroh und Heu)

Geeignete Gartenabfälle für die Biotonne

  • Blumen, Blumenerde und Gartenabfälle jeder Art
  • Abschnitte von Gras, Sträuchern und Bäumen
  • Laub und Wildkräuter
  • Pflanzenreste
  • Schnittblumen
  • Topfpflanzen mit Ballen

Außerdem dürfen Haare und Federn im Biomüll entsorgt werden. Ebenfalls erlaubt sind Sägespäne von unbehandeltem Holz sowie kleine Mengen Zeitungspapier und Eierkarton.

Was darf nicht in die Biotonne?

Katzenstreu, andere tierische Exkremente, Asche, Textilien, Geschenkband, Hygieneartikel, Verbandsmaterial und behandeltes Holz gehören nicht in die Biotonne. Ebenso wenig Steine, Glas oder Plastik, die nicht verrotten. Es empfiehlt sich auch nicht, kompostierbare Plastiktüten oder Einweggeschirr auf der Basis von Mais- oder Kartoffelstärke im Biomüll zu entsorgen. Der Zersetzungsprozess dauert bis zu drei Monate, in der Zeit werden nur rund 90 Prozent des Materials abgebaut. Zum Vergleich: Bioabfälle brauchen im Schnitt vier bis fünf Wochen. Außerdem dürfen nicht in den Biomüll:

  • Papier, Pappe, Papierhandtücher, Papiertaschentücher, Servietten
  • Blumen- und Pflanztöpfe aus Kunststoff (auch zertifiziert biologisch abbaubar oder als kompostierbar gekennzeichnet), Ton, Keramik, Metall oder Draht (auch kein Blumenbindedraht)
  • Artikel aus Gummi oder Naturkautschuk
  • Kehricht und Staubsaugerbeutel
  • Keramik, Porzellan
  • Kerzenreste
  • Lederreste
  • Medikamente
  • Putzlappen und -tücher
  • Tapeten und Teppichböden

Tipps zum Umgang mit der Biotonne

  • Bioabfälle nicht in Plastiktüten einwerfen. Besser dafür vorgesehene Papiertüten oder Sammelbehälter verwenden.
  • Die Tonne am besten an einem schattigen Platz aufstellen.
  • Den Boden der Tonnen mit Zeitungspapier auslegen.
  • Die Tonne immer gut verschließen.
  • Feuchte Küchenabfälle in Zeitungspapier wickeln oder Papiertüten verwenden.
  • Eine Lage gröberes Material in die Tonne packen.
  • Gemähtes Gras vor dem Einfüllen trocknen.
  • Gesteinsmehl kann zu viel Feuchtigkeit in der Tonne binden.
  • Mit Hausmitteln wie Essig oder Natron, Zitrusschalen oder Pfefferminzextrakt lassen sich im Sommer Gerüche vermeiden.
  • Laub oder geknülltes Papier am Boden verhindern bei Minusgraden ein Festfrieren des Abfalls.

Eigenkompostierung im Garten oder auf dem Balkon

Ein hölzerner Kompostbehälter in einem Garten. © colourbox Foto: S Boulanger
Bodenlebewesen wie Würmer, Pilze und Bakterien helfen dabei, Garten- und Küchenabfälle in wertvollen Humus umzuwandeln.

Wer einen ausreichend großen Garten besitzt, kann Bioabfälle selbst kompostieren, um wertvollen Humus und Dünger zur Bodenverbesserung zu gewinnen. Ein idealer Kompostplatz liegt auf offenem Boden im Halbschatten. Ein Betonboden verhindert das Einwandern nützlicher Kleinstlebewesen. Für den Kompost eignet sich ein offenes Behältnis aus unbehandelten Holzlatten oder einem Drahtgitter. Ein Hasendraht am Boden verhindert das Eindringen von Nagetieren. Wichtig ist außerdem ein Platz, der gut zu erreichen ist. Der Kompost sollte außerdem ausreichend Abstand zum Grundstück des Nachbarn haben, um Konflikte zu vermeiden.

Eine Alternative zum Gartenkompost ist ein Schnellkomposter oder eine Wurmbox. Beide eignen sich für den Balkon und sogar für Innenräume. Bei der Kompostierung ist folgendes zu beachten:

  • Auf den heimischen Kompost im Garten dürfen keine Essensreste oder Brot entsorgt werden, da sie Ratten und andere Wildtiere anlocken.
  • Ob Haufen, Schnellkomposter oder Wurmkiste: Wichtig ist eine gute Durchlüftung des Kompostes, damit es nicht zu Fäulnisprozessen kommt. Dafür empfiehlt es sich, den Kompost mit unterschiedlichen Materialien gut durchgemischt aufzusetzen.
  • Der Kompost sollte feucht, aber nicht nass sein.

Kompost-Miete: Einmal im Jahr umschichten

Eine Alternative zu einem Kompost, der kontinuierlich aufgeschichtet wird, ist die sogenannte Miete. Dabei handelt es sich um einen sachgerecht angelegten Komposthaufen auf humusreicher Erde, der bis zu einem Jahr arbeitet, bis er umgeschichtet beziehungsweise umgesetzt wird. Die oberste Schicht kommt dann nach unten, dadurch lockert die Rotte auf. Eine Kompostmiete sollte nicht höher als ein Meter sein. Die unterste Schicht besteht aus Strauchschnitt, damit auch von unten genug Luft an den Kompost kommt. Alle 30 Zentimeter sollte zwischen den locker kompostierten Materialien eine Schicht Erde, Mist oder Ton verteilt werden. Als Abschluss eine fünf Zentimeter dicke Schutzschicht aus grob geschnittenen Stauden, Stroh, Ziergras-Schnitt oder Grasschnitt auftragen. Sie sorgt dafür, dass die Außenseite nicht austrocknet.

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Dieses Thema im Programm:

Die Nordreportage | 10.11.2022 | 11:00 Uhr

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