Stand: 21.08.2017 10:33 Uhr  | Archiv

Was steckt in Bier und Mineralwasser?

Bier nach deutschem Reinheitsgebot gebraut, Mineralwasser pur oder mit Fruchtgeschmack: Wer zu diesen Getränken greift, geht wahrscheinlich davon aus, ein naturbelassenes und gesundes Produkt zu kaufen. Nicht zuletzt die Werbung oder Begriffe auf dem Etikett wie "natürlich" oder "aktiv" suggerieren das. Doch stimmt das wirklich?

Bier: Nicht immer so rein wie gedacht

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Bier hat in Deutschland eine lange Tradition und gilt dank des Reinheitsgebots als natürlich.

Wasser, Hopfen, Malz und Hefe - sonst nichts. Bier nach deutschen Reinheitsgebot gebraut, steht in der ganzen Welt für Qualität. Was viele nicht wissen: Das Reinheitsgebot wurde ergänzt. Heute ist mehr erlaubt, zum Beispiel technische Hilfsstoffe und Filterhilfsmittel, die das Bier länger haltbar machen. Die meisten Großbrauereien setzen etwa das Kunststoffgranulat Polyvinylpyrrolidon beim Brauen ein, damit das Bier monatelang schön klar bleibt. Da der Stoff bis auf technisch unvermeidbare Rückstände wieder aus dem Bier entfernt wird, muss er nicht auf der Flasche deklariert werden. Der Verbraucher weiß beim Kauf also nicht, ob das Bier mit einem Hilfsstoff produziert wurde oder nicht. Wer sicher sein möchte, dass sein Bier keinerlei künstliche Rückstände enthält, muss sich einen Hersteller suchen, der auf den Einsatz solcher Hilfsmittel verzichtet.

Wasser: Es muss nicht aus der Flasche sein

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Der Handel bietet viele verschiedene Wasser an, einige kosten mehrere Euro pro Flasche.

Wasser ist der beste Durstlöscher - dazu kalorien- und zuckerfrei. Aber welches Wasser trinkt man am besten? Das Angebot ist groß und unübersichtlich, dasselbe gilt für die Preise. Die Spanne reicht von 13 Cent bis knapp 4 Euro pro Liter. Leitungswasser ist mit etwa 0,4 Cent pro Liter am günstigsten, außerdem erspart man sich die Schlepperei. Trotzdem kaufen viele Verbraucher Wasser lieber in Flaschen. Sie befürchten Rückstände oder denken, Leitungswasser enthalte keine Mineralstoffe - was nicht stimmt. "Wir haben im Trinkwasser eine natürliche Mineralausstattung. Es ist eine mittelhohe Mineralisierung. Bei dem Wasser, das wir in Flaschen kaufen, ist das meiste nicht grundsätzlich abweichend von der Mineralisierung des Trinkwassers", erklärt Dr. Christoph Czekalla von Hamburg Wasser.

Einige Hersteller werben damit, dass ihr Wasser besonders viele wertvolle Mineralstoffe wie etwa Kalzium oder Magnesium enthalte. Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl hält die Mineralienaufnahme über Mineralwasser für überschätzt: "Die meisten unserer notwendigen Mineralien nehmen wir über die Ernährung, über pflanzliche Produkte auf, dazu brauchen wir kein Mineralwasser."

Auch eine Belastung mit Nitrat müssten Verbraucher laut Czekalla nicht fürchten: "Trinkwasser hat einen Grenzwert von 50 mg pro Liter. Genau der gleiche Grenzwert gilt für Flaschenwasser." Mehrmals täglich nehmen die Mitarbeiter der Wasserwerke Proben und untersuchen sie im Labor. Die Wasserwerke haben aber nur auf die Qualität bis vor der Haustür Einfluss. Wer nicht weiß, ob er noch Bleirohre im Haus hat, kann sein Wasser bei den Wasserwerken untersuchen lassen.

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Leitungswasser hat viele Vorteile: Es kostet wenig, löscht den Durst und erspart den schweren Einkauf.

Mineralwasser in Flaschen ist nicht nur deutlich teurer als Leitungswasser, in vielen Fällen stammen beide auch aus Quellen, die ganz dicht beieinander liegen. Hinzu kommt, dass Wasser meist in Plastikflaschen angeboten wird und per Lkw transportiert werden muss. So entstehen neben einer Menge Müll auch Energiekosten. Beides schadet der Umwelt.

Erfrischungsgetränke: Mehr Zucker als Frucht

Einige Hersteller bieten neben klassischem Mineralwasser auch Erfrischungs- und Wellnessgetränke mit Geschmack wie Apfel, Holunderblüte oder Weißtee-Birne an. Die Flaschen sehen sich häufig zum Verwechseln ähnlich, auf dem Etikett des Erfrischungsgetränks sind meist zusätzlich Früchte abgebildet. Fruchtsaft enthalten diese Getränke aber nicht, dafür jede Menge Zucker. In den meisten Fällen liegt der Zuckeranteil pro Flasche weit über dem empfohlenen Wert von maximal acht Stück Würfelzucker pro Tag.

Die Getränke können also eine böse Falle sein, besonders für Menschen, die mit Sport abnehmen wollen. "Wenn sie 30 Minuten laufen, verbrauchen Sie etwa 480 Kalorien. Stillen Sie Ihren Durst anschließend mit einem Sportgetränk, das 300 Kalorien enthält, ist der Gewichtseinspar-Effekt relativ gering", rechnet Sportmediziner Prof. Klaus-Michael Braumann vor.

Tipp: Verbraucher sollten beim Einkauf genau aufs Etikett schauen und dabei beachten, dass die Nährwertangaben sich oft nicht auf die ganze Flasche, sondern nur auf ein Glas oder 100 Milliliter beziehen. Der Zuckergehalt wird meist in Gramm angeben, zur Orientierung: Ein Würfel Zucker wiegt 3 Gramm.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 21.08.2017 | 21:00 Uhr

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