Stand: 03.07.2020 05:47 Uhr  - NDR Info

Baden im Meer: Sicherheitstipps für Nord- und Ostsee

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Die rote Flagge am Strand zeigt an: Baden ist zurzeit lebensgefährlich!

Immer wieder sorgen Badeunfälle an Ost- und Nordsee für Entsetzen, wie jetzt der Fall eines 32-Jährigen, der ums Leben kam, nachdem er zwei Kinder in Ahrenshoop vor dem Ertrinken rettete. Rettungsschwimmer warnen: Auch wer gut schwimmen kann, kann in Gefahr geraten.

Ahrenshoop: Mann rettet Kinder und ertrinkt

Nordmagazin -

Ein 32-jähriger Mann aus dem Landkreis Vorpommern-Rügen ist vor Ahrenshoop in der Ostsee ertrunken, nachdem er erst seine Kinder aus dem Wasser gerettet hatte.

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DLRG: Nur bewachte Badestellen nutzen

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Dass ein Strand bewacht ist, zeigt die gehisste rot-gelbe Flagge am DLRG-Wachturm.

Grundsätzlich ist das Baden und Schwimmen im Meer gefährlicher als in Binnengewässern. Innerhalb kurzer Zeit kann sich der Untergrund ändern, Tiefen entstehen, Sandbänke bilden sich oder verschwinden ganz. Wind, Wetter und Strömungen beeinflussen permanent das Wasser. Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) hat auf ihrer Website Tipps zum Baden am Meer zusammengestellt. Die wichtigsten Regeln sind:

  • Immer nur an bewachten Badestellen schwimmen.
  • Bei gehisster roter Flagge niemals baden. Sie signalisiert eine akute Gefahrenlage wie Strömung oder hohen Wellengang, Baden kann dann lebensgefährlich sein.
  • Kinder nie ohne Aufsicht am oder im Wasser spielen lassen.

Bewachte Badestellen gibt es an der gesamten norddeutschen Küste, von Borkum bis Usedom. Sie sind entsprechend gekennzeichnet:

  • Eine rot-gelbe Flagge am Mast einer Wachstation zeigt an, dass ein Strandabschnitt von Rettungsschwimmern überwacht wird. Weitere rot-gelbe Flaggen am Strand können diesen Bereich begrenzen.
  • Eine zusätzlich gehisste gelbe Flagge signalisiert gefährliche Bedingungen im Wasser, besonders für Kinder, ungeübte Schwimmer und ältere Personen.
  • Weht darüber hinaus ein orangefarbener Windsack am Flaggenmast, rät die DLRG, auf die Benutzung von aufblasbaren Matratzen oder Schwimmtieren aufgrund des ablandigen Windes zu verzichten.
  • Eine schwarz-weiß geviertelte Flagge kennzeichnet Strandabschnitte, die für die Sondernutzung von Wassersportgeräten geeignet und bestimmt sind. In diesem Bereich können Surfbretter, Segelboote oder Jetskis zu Wasser gelassen werden.

Gefahr durch Brandung und Strömung

Brandung und Strömung stellen im Meer eine besondere Gefahr dar. Türmt sich das Wasser zu hohen Wellen auf, bildet sich ein Sog, der auch Erwachsenen die Beine unter dem Körper wegziehen kann. Aber auch in der eher flachen Ostsee können gefährliche Strömungen entstehen. Schwimmer sollten sich laut DLRG nie darauf verlassen, dass herrschende Strömungen gleichmäßig sind.

Es gibt unterschiedliche Arten von Strömungen, die Badenden gefährlich werden können:

  • Eine Küstenströmung (Küstendrift) ist eine ufernahe, gleichmäßige Strömung, die parallel zur Küste verläuft und sich außerhalb der Brandungszone befindet. Ist der Küstendrift zu stark, kennzeichnet die DLRG die bewachten Strandabschnitte entsprechend.
  • Brandungssog und Unterströmung: Wassermassen, die von der Brandung gegen Sandbänke oder den Strand geschleudert werden, fließen mit großer Kraft wieder zurück. Der Brandungssog kann bereits im flachen Wasser Erwachsene von den Füßen reißen, eine besondere Vorsicht ist beim Baden mit Kindern geboten.
  • Brandungsströmung: Wenn Wellen schräg auf die Küste treffen, fließt das aufgestaute Wasser meist nicht als Unterstrom ab, sondern als Brandungsströmung parallel zur Küste, und zwar in direkter Ufernähe. Eine Brandungsströmung kann auch in entgegengesetzter Richtung verlaufen.
  • Rippströmung: Sie ist besonders gefährlich, weil sie Schwimmer weit ins Meer ziehen kann. Eine Rippströmung entsteht, wenn sich bei Brandung das Wasser in unmittelbarer Strandnähe zunächst aufstaut und dieser Überdruck dann stellenweise aufgebrochen wird, etwa wegen einer Sandbank oder Vertiefungen im Meeresboden. Dann fließt Wasser mit großer Kraft durch die Brandungszone zurück in Richtung Meer. Gerät man in eine Rippströmung, sollte man Ruhe bewahren und versuchen, quer zur Strömung aus dem Hauptstrom zu schwimmen.

Gefahr an Buhnen und Steinwällen

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In jedem Badeort an Nord- und Ostsee gibt es laut DLRG bewachte Strandabschnitte.

Strömungen entstehen auch an Steinwällen und Buhnen, deren Aufgabe es ist, das Wasser vor der Küste zu brechen. Diese Aufbauten seien generell gefährliche Orte für Badegäste, sagte Thorsten Erdmann, Sprecher des DLRG-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, NDR 1 Radio MV. Die Steinwälle seien zum einen sehr glatt, zum anderen könnten an den Buhnen immer Unterströmungen oder Sogwirbel entstehen, die nicht nur Kindern gefährlich werden könnten.

Baderegeln der DLRG

An der Nordsee lockt bei Ebbe das Watt mit seiner Schlicklandschaft. Viele Menschen unterschätzen aber, wie schnell das Wasser bei Flut wieder steigt. Die DLRG hat einige Tipps zusammengestellt, damit eine Wattwanderung nicht zur tödlichen Gefahr wird, zum Beispiel:

  • Gehen Sie nie alleine ins Watt, sondern schließen Sie sich einem kundigen Wattführer an.
  • Senken, Priele, Löcher, Muschelfelder, Steilkanten und Schlickfelder können lebensgefährlich werden, wenn man die Tücken nicht kennt.
  • Wattwanderungen sollten nur im Sommer tagsüber und nur bei ruhigem Wetter und guten Sichtverhältnissen gemacht werden. Ein Aufenthalt bei Dämmerung oder in der Dunkelheit sowie bei Sturm, Gewitter und Nebel ist lebensgefährlich.
  • Zieht überraschend Nebel auf, sollte man anhand der Fußspuren den Weg zurück zur Küste suchen. Laut und deutlich um Hilfe rufen!
  • Wind und Windrichtung sollten genau beobachtet werden.
  • Wer auf eigene Faust losgeht, sollte sich gut über die Gezeiten informieren: Berechnen Sie genügend Zeit für den Rückweg, bevor Sie starten.
  • Informieren Sie jemanden, bevor Sie ins Watt gehen.
  • Merken Sie sich einen Markierungspunkt auf dem Festland.
  • Meiden Sie bei auflaufendem Wasser die Nähe von Prielen, denn dort herrscht eine starke Strömung. Auch geübte Schwimmer sollten auf keinen Fall versuchen, einen Priel zu durchschwimmen.

Weitere Informationen

Badewasserkarte 2020: Bestnoten für MV

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 02.07.2020 | 16:08 Uhr