Stand: 25.01.2019 08:42 Uhr  | Archiv

Sicher unterwegs bei Schnee und Eis - so geht's

Ein Auto fährt auf einer verschneiten Straße. © fotolia Foto: candy1812
Auf Schnee verlängert sich der Bremsweg bis zum Vierfachen.

Glatte Straßen, vereiste Scheiben, Dunkelheit und schlechte Sicht: Wer in den Wintermonaten ins Auto steigt, muss einiges beachten, um sicher ans Ziel zu kommen. Grundsätzlich sollten Autofahrer mehr Zeit einplanen, denn die Fahrt zur Arbeit kann bei Eis und Schnee deutlich länger dauern. Wer genügend Zeit hat, fährt entspannter und kann sein Tempo den Straßenverhältnissen anpassen.

Checkliste: Ist die Winterausrüstung komplett?

Erste Voraussetzung für eine sichere Fahrt ist die geeignete Ausstattung. Dazu zählen Winterreifen, eine geladene Batterie und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage. Eiskratzer und Schneefeger sollten griffbereit sein, ein Enteisungsspray außerhalb des Fahrzeugs lagern. Nicht nur im Sommer, sondern auch im Herbst und im Winter, wenn die tiefstehende Sonne schnell blendet, sollte eine Sonnenbrille bereit liegen.

Eis und Schnee entfernen, erst dann Motor starten

Eine Frau befreit ihr Auto vom Schnee. © Ole Spata/dpa Foto: Ole Spata/dpa
Nicht nur die Scheiben, auch Scheinwerfer, Dach und Blinker müssen vor Fahrtbeginn vom Schnee befreit werden.

Vor Fahrtbeginn das Auto immer gründlich von Eis und Schnee befreien. Kleine Löcher in die zugefrorenen Scheiben zu kratzen, genügt nicht und kann zehn Euro Bußgeld kosten. Auch Motorhaube, Dach und alle Leuchten müssen schneefrei sein, ansonsten kann aufwirbelnder Schnee während der Fahrt die eigene Sicht und die der nachfolgenden Fahrer behindern. Außerdem müssen die Kennzeichen lesbar sein.

Heizung und Klimaanlage verbessern Sicht

Damit Lüftung und Heizung im Innenraum gut funktionieren, müssen die Lüftungsschlitze zwischen Frontscheibe und Motorhaube schneefrei sein. Dennoch dauert es einige Zeit, bis warme Luft aus der Heizung kommt. In dieser Phase hilft die Klimaanlage, beschlagene Scheiben trocken zu bekommen.

Anfahren: Sanft und untertourig

Ein Auto fährt über eine vereiste Straße. © dpa - Bildfunk Foto: Jens Büttner
Auf glatten Straßen reagieren Fahrzeuge anders. Plötzliches Beschleunigen und Bremsen sollte man vermeiden.

Autofahren auf verschneiten Straßen ist für viele zumindest anfangs ungewohnt. Auf einem leeren Parkplatz kann man testen, wie das Auto auf glattem Untergrund beim Anfahren oder Bremsen reagiert. Wer mit wenig Gas anfährt, kommt besser in Schwung. Drehen die Reifen dennoch durch, kann man es im zweiten Gang versuchen. Auch beim Fahren gilt: die Drehzahl des Motors niedrig halten und früh hochschalten.

Bremsen: Gefühlvoll bis kräftig

Wer auf glatten Straßen unterwegs ist, sollte immer im Kopf behalten, dass sich der Bremsweg erheblich verlängert. Abstandhalten ist deshalb besonders wichtig. Vorausschauendes Fahren und rechtzeitiges, vorsichtiges Bremsen verhindern, dass der Wagen ins Rutschen kommt und ausbricht. Geschieht dies dennoch, von der Bremse gehen, Kupplung treten und gefühlvoll gegenlenken. Dabei ruckartige Bewegungen vermeiden.

Glatte Straße, langer Bremsweg

Bei 30 km/h steht ein Auto auf trockener Fahrbahn nach 4 Metern, auf Schnee erst nach 16 Metern. Bei 80 km/h werden aus 30 Metern rund 120 Meter.

Die genauen Werte hängen vom Zustand des Schnees, den Reifen und dem Gewicht des Autos ab.

Droht ein Zusammenstoß, hilft nur noch eine Vollbremsung. Dabei reagiert das Antiblockiersystem (ABS) des Autos und lässt das Bremspedal pulsieren. Dennoch mit voller Kraft weiter bremsen. Mit ABS bleibt das Auto lenkbar, also dem Hindernis möglichst ausweichen. Meist ist es die bessere Alternative, in den Straßengraben zu rutschen, als auf das Heck des Vorausfahrenden. Bei alten Autos ohne ABS hilft die "Stotterbremse": Bremspedal kurz treten, lösen, treten, lösen ...

Wer es vor einer Schneewehe nicht schafft, das Tempo deutlich zu reduzieren, sollte das Lenkrad gut festhalten und gerade durch das Schneefeld fahren.

Schleudergefahr: Vorsicht beim Spurwechsel

Autos fahren bei Schneetreiben auf einer verschneiten Straße. © fotolia Foto: petair
Überholen ist bei Schnee besonders riskant. Im Zweifel lieber hinter dem langsamen Fahrzeug bleiben.

Auf verschneiten Straßen zu überholen, birgt besondere Risiken. Meist liegt auf der Fahrbahnmitte mehr Schnee als auf den Fahrspuren. Da der Schnee die Räder ungleichmäßig abbremst, droht der Wagen ins Schleudern zu geraten. Bei dichtem Schneefall ist es erlaubt, Nebelscheinwerfer einzuschalten. Die Nebelschlussleuchte darf ausschließlich bei Nebel mit Sichtweiten unter 50 Metern brennen, also nicht bei schlechter Sicht wegen Schneefalls.

Nicht in Winterjacke und Stiefeln ans Steuer

Gerade im Winter ist es wichtig, gefühlvoll mit Gas- und Bremspedal umzugehen. In derben Winterstiefeln gelingt das kaum. Wer mit dem Auto zu einer Winterwanderung unterwegs ist, sollte in normalen Schuhen fahren und die Stiefel erst zum Wandern anziehen. Dicke Winterjacken schränken die Beweglichkeit am Steuer ein und verringern außerdem die schützende Wirkung des Sicherheitsgurtes.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 22.11.2018 | 19:30 Uhr

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