Ein Autofahrer kratzt Eis von der Frontscheibe seines Wagens. © Colourbox

Eis kratzen: So werden Autoscheiben eisfrei

Stand: 29.12.2020 16:30 Uhr

Wer keine Garage hat, kennt das Problem: Kaum fallen die Temperaturen in den frostigen Bereich, frieren nachts die Autoscheiben zu. Dann ist lästiges Eiskratzen angesagt. Diese Tipps erleichtern die Arbeit.

Wichtig: Die Scheiben müssen wirklich frei sein, ein kleines Loch in der Frontscheibe ist zu wenig. Sonst drohen nicht nur schwere Unfälle, sondern auch ein Verwarnungsgeld. Problemloses Eiskratzen beginnt schon bei der Wahl der Parkplatzes. Das Auto sollte nachts möglichst mit der Frontscheibe dicht an einer Hauswand stehen.

Vorbeugen statt Kratzen

Wer die Scheibe schon am Abend mit einer stabilen Folie abdeckt, hat am Morgen leichtes Spiel. Neben speziellen Matten aus dem Zubehörhandel tut es auch ein aufgeschnittener Müllsack. Die Folie muss dicht am Glas anliegen und wird mit den Türen festgeklemmt. Nachteil: Bei Temperaturen um null Grad kann Regenwasser ins Fahrzeug laufen. Papier oder Pappe eignen sich nicht zum Abdecken. Sie können aufweichen und an der Scheibe festfrieren.

Zwei alte Socken halten die Seitenspiegel eisfrei. Einfach überziehen und morgens abnehmen.

Schmutzige Scheiben frieren schneller und fester zu als saubere. Wer vor dem Aussteigen die Scheibenwaschanlage kurz laufen lässt, hält die Scheibe klar.

Vorsicht beim Kratzen

An den Seitenscheiben hilft nur Kratzen. Eisschaber aus stabilem Kunststoff haben sich bewährt. Dagegen können Metallklingen die Scheibe schnell verkratzen. Auch Schmutz auf der Scheibe wirkt wie Schmirgelpapier. Dickeres Eis zunächst mit der geriffelten Seite des Eiskratzers aufbrechen, dann mit der glatten Kante in flachem Winkel wegschieben. Kratzer mit langem Stil verringern den Druck auf das Eis.

Wer vom Rand zur Mitte der Scheibe kratzt, vermeidet Schäden an den Gummidichtungen. Von oben nach unten vorzugehen, erleichtert die Arbeit.

Chemie taut das Eis

Flüssige Scheiben-Enteiser sollen das Eis auftauen. Bei dick zugefrorenen Scheiben reichen sie allein kaum aus. Dann hilft nur die Kombination aus Sprühen und Kratzen. In jedem Fall benötigen die Mittel einige Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten. Außerdem sind sie recht teuer.

Keine Alternative ist heißes Wasser, denn der Temperaturschock kann die Autoscheibe reißen lassen. Wasser in Zimmertemperatur genügt bei einer dünnen Eisschicht völlig aus. Einfach abends eine große Flasche füllen und in der Wohnung stehen lassen.

Motor nicht warmlaufen lassen

Egal wie man die Scheiben vom Eis befreit, der Motor muss dabei ausbleiben. Ihn im Stand warmlaufen zu lassen, erzeugt unnötig Abgase, ist laut ADAC schädlich für den Motor und kann mit einem Verwarnungsgeld geahndet werden.

Scheibenwischer schützen

Zwei Scheibenwischer ragen auf einem eingeschneiten Auto aus dem Schnee. © Colourbox Foto: Astrid Gast
Aufgestellt können Scheibenwischer nicht an der Scheibe festfrieren.

Häufig frieren auch die Scheibenwischer fest. Wer versucht, sie mit Gewalt zu lösen, riskiert, dass das Gummi einreißt. Daher behutsam von der Scheibe trennen und zuvor etwas Enteiser auf die Gummis sprühen. Liegen die Scheibenwischer auf der Abdeckfolie, die die Scheibe eisfrei hält, lassen sie sich gut lösen.

Erneutes Beschlagen verhindern

Nach dem Losfahren friert Luftfeuchtigkeit gern erneut auf der Scheibe fest. Kurzes Betätigen der Scheibenwaschanlage sorgt wieder für freie Sicht. Achtung: Im Waschwasser muss ausreichender Frostschutz vorhanden sein. Damit die Scheibe nicht von Innen beschlägt, empfiehlt es sich, kurzzeitig die Klimaanlage einzuschalten und den Luftstrom gegen die Scheibe zu richten. Ist die Heizung nach einiger Zeit warm geworden, auch deren Luft zunächst nach oben lenken.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 22.11.2018 | 19:30 Uhr

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