Stand: 03.08.2018 10:00 Uhr

After-Sun-Produkte - Sinnvoll oder nur teuer?

von Ann-Brit Bakkenbüll
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Ein Sonnenbad bedeutet Stress für die Haut. Was hilft ihr bei der Regeneration?

Sommer, Sonne, Sonnenschein: Bei den warmen Temperaturen heißt es raus ins Freie, ob in den Garten, an den nächsten Badesee oder an den Strand. Klar, dass da der richtige Sonnenschutz nicht fehlen darf. Doch wie sieht es aus mit der Pflege nach dem Sonnenbad? After-Sun-Produkte sollen für eine Extra-Portion Pflege sorgen. Sind sie wirklich nötig - oder geht es den Herstellern vor allem um Profit für überflüssige Produkte?

Mehrere After-Sun-Produkte liegen im Sand.

After-Sun-Produkte: Sinnvoll oder nur teuer?

Markt -

After-Sun-Produkte sollen die Haut nach dem Sonnenbaden kühlen, pflegen und bei leichtem Sonnenbrand Beschwerden lindern. Doch wie gut sind die Produkte? Und hilft eine Body-Lotion genauso gut?

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In einer Stichprobe nimmt Markt fünf Produkte unter die Lupe:

  • Aus der Drogerie Rossmann die Aprèslotion Sunozon der Eigenmarke. 100 Milliliter gibt es bereits für 48 Cent.
  • Genauso teuer: das Produkt Sundance von dm. 
  • Fast dreimal so teuer ist die Lotion Ambre Solaire von Garnier. Kostenpunkt: 1,25 Euro je 100 Milliliter.
  • Die After-Sun-Pflege von Nivea für 1,58 Euro je 100 Milliliter.
  • Aus der Apotheke die Ideal Soleil von Vichy. Mit 6,83 Euro pro 100 Milliliter das teuerste Produkt in unserer Stichprobe.

Ist teurer auch besser?

Spezielle Haut-Messungen an der Universität Hamburg ergaben nur minimale Unterschiede bei der Wirkung der untersuchten After-Sun-Produkte. Alle konnten den Wasserverlust der Haut signifikant senken. Eine herkömmliche Body-Lotion, die wir zusätzlich ins Rennen geschickt haben, konnte hier nicht mithalten.

After-Sun-Lotions mit hohem Wassergehalt

Vorteil einer speziellen After-Sun-Pflege ist der in der Regel hohe Wassergehalt der Cremes, wie Martina Kerscher, Dermatologin und Kosmetikwissenschaftlerin an der Universität Hamburg, erklärt. Da sie dünnflüssig sind, lassen sie sich einfacher verteilen als normale Body-Lotions. Zudem haben sie einen kühlenden Effekt, was sonnengereizte Haut in der Regel besser verträgt. Viele der Produkte enthalten zusätzlich Inhaltsstoffe wie Aloe-Vera-Extrakte oder B-Vitamine wie Panthenol, die einen leichten Sonnenbrand schneller abklingen lassen.

Vorsicht bei fettigen Produkten

Von fettigen Body-Lotions rät die Expertin bei sonnengereizter Haut hingegen ab. Der Grund: Wenn die Pflege, die nach einem Sonnenbad bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit eingesetzt wird, zu reichhaltig ist, also zu öl- oder fetthaltig ist, kann an der Hautoberfläche ein Okklusionseffekt entstehen. Das bedeutet, dass die Haut durch dieses Produkt förmlich versiegelt und der Feuchtigkeitsaustausch der Haut behindert wird.  Hierdurch können Reizungen oder kleine Pustelchen hervorgerufen werden.

Bedenkliche Inhaltsstoffe in After-Sun-Produkten

Sonnenbelastete Haut braucht schadstofffreie Pflege. Grundsätzlich sollten Verbraucher die Finger von Produkten mit Duftstoffen wie Moschusverbindungen oder Konservierungsmitteln wie Triclosan lassen. Triclosan steht im Verdacht, Bakterien gegen Antibiotika resistent zu machen. Moschusverbindungen haben dagegen hormonähnliche Wirkungen und werden als umweltgefährdend eingestuft. Auch Parfüme sollte möglichst nicht in After-Sun-Produkten enthalten sein, da sie allergische Reaktionen der Haut hervorrufen können.

After-Sun-Produkte einfach selber machen

Wer schädliche Inhaltsstoffe vermeiden möchte, kann sich After-Sun-Produkte auch ganz einfach selber herstellen. So können Quark oder Joghurt aus dem Kühlschrank als Maske auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden, das lindert Schmerzen effektiv. Um die Haut aber nicht noch mehr zu reizen, sollte die Maske entfernt werden, bevor sie antrocknet.

Auch die Aloe-Vera-Pflanze gilt als Geheimwaffe gegen Rötungen der Haut, da sie als besonders feuchtigkeitsspendend gilt. Wer eine solche Pflanze zu Hause hat, kann die gelartige Flüssigkeit aus dem Inneren der Pflanze auf die betroffene Hautpartie auftragen. Alternativ kann man auch zu einem Aloe-Vera-Gel aus der Apotheke oder Drogerie zurückgreifen.

Haut nach dem Sonnenbaden kühlen

Das Wichtigste ist, der Haut nach dem Sonnenbad ausreichend Feuchtigkeit zuzuführen und sie zu kühlen. After-Sun-Cremes können dabei helfen - ob teuer oder billig, spielt jedoch keine Rolle. Damit die Haut erst gar nicht zu stark durch die Sonne gereizt wird, gilt als oberste Regel ohnehin, sich nur in Maßen zu sonnen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 06.08.2018 | 20:15 Uhr

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