Stand: 04.01.2018 17:15 Uhr

Wer ist zu Gast am Vogelhäuschen?

Auf kahlen Bäumen und Sträuchern und an Futterhäuschen lassen sich Vögel im Winter besonders gut beobachten und erkennen. Beste Voraussetzungen, um bei der "Stunde der Wintervögel" mitzumachen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft vom 5. bis 7. Januar dazu auf, Vögel zu zählen. Eine Stunde lang sollen Naturfreunde im Park, auf dem Balkon oder im Garten nach Tieren Ausschau halten und ihre Beobachtungen notieren.

Im Winter heimische Vögel bestimmen

Vögel nicht doppelt zählen

Ausschlaggebend ist jeweils die höchste Anzahl einer Art, die man innerhalb einer Stunde gleichzeitig sieht. Vögel dürfen nicht doppelt gezählt werden. Beispiel: Fliegt etwa in einer Stunde fünfmal eine Meise ins Blickfeld, zählt dies nur als ein Vogel. Sind fünf Meisen gleichzeitig zu sehen, wird eine Fünf eingetragen. Diese Zahlen können die Teilnehmer online oder per Post an den NABU schicken. Eine Zählhilfe zeigt die 15 verbreitetsten Vögel und zeigt Beispiele für eine korrekte Zählung. Wer nicht allein zählen möchte, kann sich Veranstaltungen der Naturschützer anschließen, Angebote gibt es unter anderem in Hamburg, Hildesheim und Schwerin.

Anhand der gemeldeten Daten will sich der NABU einen Überblick über die Bestände und deren Vorkommen verschaffen. Welche Art kommt wo wie häufig vor? Wo haben Bestände zugenommen, wo ist eine Art seltener geworden? Diese Informationen helfen, um die Tiere künftig besser zu schützen.

Welche Auswirkungen hat der milde Winter auf die Vogelwelt?

Allerdings rechnet der NABU wegen der derzeit milden Temperaturen mit weniger Sichtungen. "Grundsätzlich bedeuten milde Winter, dass weniger Vögel in den Gärten zu sehen sind. Ohne Frost und Schnee können die bei uns überwinternden Vögel auch in Wald und Flur gut Nahrung finden", so NABU-Vogelschutzexperte Marius Adrion. Ist es auch im Osten und Norden Europas so mild, bleibt der Zuzug von Wintergästen aus diesen Regionen aus. Dieses Phänomen war bereits im vergangenen Winter zu beobachten, als bei der "Stunde der Wintervögel" 17 Prozent weniger Vögel als im langjährigen Durchschnitt gezählt wurden. "Die diesjährige Wintervogelzählung wird zeigen, ob das Vorjahr nur ein extremer Ausreißer war oder ob sich ein Trend zu schwindenden Wintervogel-Zahlen in unseren Gärten abzeichnet", so Adrion.

So können Sie Beobachtungen melden

online: auf seiner Website bietet der NABU ein Meldeformular
per Post: Meldebögen können bis 15. Januar 2018 geschickt werden an: NABU, Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin

Der Spatz führt seit Jahren die Rangliste an

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Spatzen kommen bundesweit am häufigsten vor, in Hamburg gibt es allerdings mehr Amseln.

Im vergangenen Jahr haben Naturfreunde im Rahmen der "Stunde der Wintervögel" gut 2,9 Millionen Vögel gezählt - und damit deutlich weniger als 2016. Besonders stark war der Rückgang bei den verschiedenen Meisenarten. Mit fast 380.000 Exemplaren hatte der Haussperling, der auch Spatz genannt wird, bundesweit den Schnabel vorn. Auf Platz zwei folgten Amseln, die die Kohlmeisen auf Rang drei verdrängt haben. Damit belegte der Spatz seit der Einführung der Aktion im Jahr 2011 zum fünften Mal den Spitzenplatz. Nur im kalten Winter 2013 landete die Kohlmeise ganz vorn. Ergänzend zur Stunde der Wintervögel führt der NABU jährlich im Mai die "Stunde der Gartenvögel" durch.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Lust auf Norden | 05.01.2018 | 18:15 Uhr

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