Ein Flugzeug hebt vom Lübecker Flughafen in Richtung München ab. © Johannes Kahts Foto: Johannes Kahts

Reiserückkehrer: Garg will keine schärferen Corona-Maßnahmen

Stand: 28.06.2021 17:50 Uhr

Weil sich die Delta-Variante des Coronavirus weiter ausbreitet, hat Gesundheitsminister Garg appelliert, auf keinen Fall auf die zweite Impfung zu verzichten. Er fordert außerdem, dass Reiserückkehren aus Risikogebieten engmaschig kontrolliert werden.

Heiner Garg (FDP) sieht Deutschland besser aufgestellt als im Sommer vergangenen Jahres. Es gebe inzwischen bundeseinheitliche Regeln für Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten. Doch diese müssten seiner Auffassung nach nicht nur an Flughäfen, sondern auch an Landes- und Seegrenzen stärker kontrolliert werden. "Aus meiner Sicht ist es viel wichtiger, als sich jetzt jeden Tag was Neues zu überlegen, dass dieses Einreise-Management auch wirklich sehr engmaschig durchgesetzt und vor allem kontrolliert wird", sagte Garg NDR Schleswig-Holstein. Das betreffe die erforderlichen Tests und die Nachweise Genesener und Geimpfter. "Hier muss es eine sehr engmaschige Kontrolle bei Einreisen geben", so der Gesundheitsminister.

Merkel: Vorerst keine Grenzkontrollen

Die Regierungschefs der anderen Nord-Länder Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Niedersachsen fordern hingegen strengere Corona-Kontrollen bei der Einreise von Urlaubsrückkehrern, um ein Einschleppen der Delta-Variante zu verhindern. Die Bundesregierung lehnt Grenzkontrollen zum jetzigen Zeitpunkt aber strikt ab. Grenzkontrollen, wie sie im vergangenen Jahr zeitweilig eingeführt worden waren, seien "etwas sehr Hartes", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag. Sie sei der Meinung, "dass sich so etwas nicht wiederholen sollte". Auch der für den Grenzschutz zuständige Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sieht "momentan keine Veranlassung für stationäre Grenzkontrollen", wie ein Sprecher sagte. Das Bundesgesundheitsministerium erklärte ebenfalls, es sei "zur Zeit keine Änderung der Einreiseverordnung" geplant. 

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Nicht auf Zweit-Impfung verzichten

Garg erwartet, dass die zunächst in Indien eindeckte Delta-Variante des Coronavirus in einigen Wochen auch in Deutschland dominierend sein wird. Wichtig sei es, die Zeit bis dahin zu nutzen und möglichst viele Menschen zweifach zu impfen. Dann werde auch diese Variante ihren Schrecken verlieren, zeigte sich der schleswig-holsteinische Gesundheitsminister überzeugt. Daher rief er die Bürgerinnen und Bürger auf, Impfmöglichkeiten wahrzunehmen und auf keinen Fall wegen eines Urlaubs oder der geringen Inzidenz eine erforderliche zweite Impfung sausen zu lassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 28.06.2021 | 17:00 Uhr

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