Symbolfoto eines Impfpasses mit Klassenzimmer einer Schule im Hintergrund. © picture alliance Foto:  Flashpic | Jens Krick

Positives Echo auf Stiko-Entscheidung aus Schleswig-Holstein

Stand: 16.08.2021 14:46 Uhr

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Corona-Impfung für alle Menschen ab 12 Jahren. Die Landesregierung begrüßt die Entscheidung. Einige Ärzte bleiben skeptisch.

Jetzt also doch - die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich für Corona-Impfungen für alle Menschen ab 12 Jahren aus. Bislang wurde dies nur für vorerkrankte Kinder und Jugendliche empfohlen. Auf Grundlage neuer Daten, insbesondere aus dem amerikanischen Impfprogramm mit fast zehn Millionen geimpften Kindern und Jugendlichen, könnten mögliche Risiken der Impfung für diese Altersgruppe nun zuverlässiger beurteilt werden, so das Gremium. Konkret heißt es, dass die Vorteile der Impfung die Risiken von möglichen Nebenwirkungen überwiegen.

Günther: "Wichtiges Signal"

Eine gute Entscheidung, sagt Ministerpräsident Daniel Günther (CDU): "Ich finde, dass ist genau in der Phase jetzt ein sehr, sehr wichtiges Signal. Die haben sich die Entscheidung auch nicht leicht gemacht und genau überprüft." Das sei jetzt zusätzlicher Rückenwind, bei einer momentanen Impfquote bei den 12 bis 17-Jährigen in Schleswig-Holstein von einem Drittel. Das ist Platz 1 im Ländervergleich. "Die Empfehlung bestätigt unser Vorgehen in Schleswig-Holstein", sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). "Denn bereits seit Ende Juni bieten wir Kindern und Jugendlichen ab zwölf Jahren die Möglichkeit, sich in den Impfzentren und bei den Haus- und Facharztpraxen mit einem für sie zugelassenen Impfstoff impfen zu lassen." Das Land sehe sich auf seinem Weg bestätigt, Kindern und Jugendlichen möglichst niedrigschwellig Impfangebote zu machen. 

Schüler können sich weiter für Impfung an Schulen anmelden

Auch Bildungsministerin Karin Prien (CDU) begrüßt den Entwurf über die geänderte Impfempfehlung: "Das ist ein wichtiges Signal für viele Eltern aber auch Schülerinnen und Schüler, die sich noch nicht sicher waren, ob sie sich impfen lassen wollen. Die angekündigten Impfangebote an den Schulen stehen weiterhin allen interessierten Schülerinnen und Schülern offen." Laut Prien können Eltern ihre Kinder weiterhin für eine Impfung an ihrer Schule anmelden. Bisher haben das ihren Angaben zufolge schon mehr als 10.500 Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein gemacht.

Kinderärzte rechnen wieder mit erhöhter Impfnachfrage

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Schleswig-Holstein ist erleichtert über die Empfehlung. Zuletzt sei die Impfnachfrage in den Praxen ins Stocken geraten, berichtet der Verbandsvorsitzende Ralf van Heek: "Das jetzt die sorgfältige Analyse aller Daten dazu führt, zu sagen, der Impfstoff ist hochsicher und die Impfung ist dann doch praktisch gar kein Risiko verglichen zu dem Restrisiko, was die Krankheit ja bietet - das macht uns alle sehr froh." Er rechnet damit, dass die Empfehlung der Impfbereitschaft einen Schub geben wird.

Nach NDR Informationen gibt es aber trotzdem noch Kinderärzte in Schleswig-Holstein, die keine Impfung für Kinder empfehlen, wenn sie nicht vorerkrankt, also besonders gefährdet sind.

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Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.08.2021 | 15:00 Uhr

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