Corona und Tourismus: 16 Regionen haben Interesse am Modellprojekt

Stand: 26.03.2021 08:35 Uhr

In touristischen Modellregionen sollen Öffnungen im Tourismus in Corona-Zeiten möglich sein. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) will damit schnell an den Start gehen. Und das Interesse ist groß.

Obwohl feststeht, dass es erst mal keine flächendeckenden Lockerungen der Corona-Bestimmungen geben wird, könnte es schon bald in einzelnen Bereichen Ausnahmen von den Regeln geben. Voraussetzung dafür sind ganz bestimmte Hygiene-Bedingungen und die Modelle sollen örtlich begrenzt mit Projektcharakter möglich sein. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) möchte, dass in Schleswig-Holstein solche touristische Modellprojekte an den Start gehen - seit Donnerstag können sich Städte, Gemeinden und ganze Kreise bewerben. "Wir wollen beweisen, dass Tourismus verantwortbar durchführbar ist", sagte Buchholz.

Niedrige Inzidenz ist Grundvoraussetzung

Um Modellregion zu werden, sollte die Region eine relativ niedrige Sieben-Tage-Inzidenz haben. Außerdem muss die Gemeinde, die Stadt oder der Kreis nachweisen, wie die Gäste und auch das Personal regelmäßig getestet werden können und es muss eine digitale Kontaktnachverfolgung geben. Der kleine Schritt Richtung Normalität soll zusätzlich wissenschaftlich begleitet werden. Laut Buchholz wollen bereits mehr als 16 Regionen den Modellversuch wagen. Es wird spannend, wie viele Bewerbungen, bis zur Frist am 7. April, tatsächlich eingehen werden. Innerhalb weniger Tage soll dann entschieden werden, damit die ersten Modellprojekte in Schleswig-Holstein vielleicht schon am 19. April an den Start gehen können. Nach dem Aus für das Ostergeschäft geht es laut Buchholz für viele Betriebe im Lockdown um das blanke Überleben.

Modell-Projekte auch in Kultur und Sport geplant

Doch nicht nur der Tourismus brennt auf den Re-Start. Auch in anderen Bereichen sind Modellprojekte möglich. Die Stadt Kiel zum Beispiel hat schon Anfang der Woche bekanntgegeben, dass sie gerne eine Theaterpremiere mit Zuschauern ermöglichen würde. Und das für Kultur zuständige Ministerium arbeitet gerade an einem Plan, wer unter welchen Bedingungen solche Modellprojekte umsetzen kann. Genaueres soll dazu nächste Woche bekanntgegeben werden. Das gilt auch für den Bereich Sport. Hier arbeitet das Innenministerium gerade an den Rahmenbedingungen.

Städte, Gemeinden und Kreise begrüßen Modellprojekte

Der Städte- und Gemeindetag hält Modellprojekte für eine gute Idee. So könnten wichtige Erfahrungen gesammelt werden, um flächendeckende Öffnungen vorzubereiten. Das Interesse an den Modellprojekten sei bei den Kommunen quer durchs Land groß. Diese Einschätzung teilt auch Sönke Schulz, Vorstand des Landkreistags. Er verweist aber darauf, dass das begrenzte Projekte seien, "um zu testen, was geht und was geht nicht". Schulz hofft, dass die Rahmenbedingungen möglichst schnell geklärt werden, damit bekannt ist, wie viele Projekte es geben wird. "Ich glaube, die Chance besteht darin, dass man aus diesen Modellprojekten lernt", sagte Schulz. Es bleibt die Frage, ob die Bürgerinnen und Bürger trotz Einschränkungen wie Tests und Masken die Angebote annehmen, damit es sich auch wirtschaftlich rechnet.

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Die Tische in der Bar im Kieler Luna Club sind besetzt. © NDR Foto: Maja Bahtijarević

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.03.2021 | 16:00 Uhr

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