Stand: 31.03.2020 19:56 Uhr

Corona-Infizierter soll Quarantäne verlassen haben

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde wird gegen einen Corona-Infizierten ermittelt, der seine häusliche Quarantäne verlassen haben soll. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein war der Mann aus dem Amt Hohner Harde Mitte März aus einem Risikogebiet zurückgekehrt. Nach einer Allgemeinverfügung des Kreises musste er deswegen 14 Tage zu Hause bleiben. Er wurde laut Kreis auch auf das Virus getestet - und dieser Test fiel positiv aus. Als er dann zu seinen Kontakten in den letzten 14 Tagen befragt wurde, stellte sich heraus, dass er noch zu mindestens drei Menschen Kontakte hatte - und zwar in der Zeit, in der er das Haus nicht hätte verlassen dürfen. Es besteht also die Möglichkeit, dass er andere angesteckt haben könnte. Die Staatsanwaltschaft Kiel prüft nun, ob es sich bei dem Verstoß gegen die Quarantäne-Anordnung um eine Ordnungswidrigkeit oder eine Straftat handelt. Einen entsprechenden Bericht des SHZ bestätigte ein Behördensprecher.

Gesetz: Bei Verstößen droht Freiheitsentzug

Außerdem wird laut Staatsanwaltschaft geprüft, ob der Mann noch mehr Menschen getroffen hat. Ein Verstoß gegen eine angeordnete Quarantäne kann ein Verstoß gegen das Infektionsschutzgesetz sein - das könnte demnach auch mit einer Haftstrafe geahndet werden. Laut Medienberichten handelt es sich um den ersten Fall in Schleswig-Holstein, bei dem ein Verfahren eingeleitet wird, weil jemand gegen Quarantäne-Auflagen verstoßen haben soll.

Die einschränkenden Maßnahmen werden von den Gesundheitsämtern angeordnet - sie sind verpflichtend. Verstöße gegen die angeordnete Quarantäne können laut Gesetz mit einer Geldstrafe oder Freiheitsentzug bestraft werden. Bei einem Ersttäter halte er eine Geldstrafe für realistischer, sagte Michael Bimler von der Staatsanwaltschaft Kiel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 31.03.2020 | 08:00 Uhr

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