Bund und Länder beschließen Impfangebot für 12- bis 17-Jährige

Stand: 02.08.2021 20:36 Uhr

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben ein Impfangebot für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren beschlossen. In Schleswig-Holstein besteht das Angebot bereits.

Auf ihrer Konferenz haben die Ressortchefs jetzt beschlossen, allen 12- bis 17-Jährigen ein Angebot zu machen. Damit überstimmt die Politik die Ständige Impfkommission (Stiko). Die empfiehlt den Piks für Kinder bisher nur, wenn sie vorerkrankt - also besonders gefährdet - sind. Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) fühlt sich durch den Konferenz-Beschluss voll und ganz bestätigt. In Schleswig-Holstein könnten bereits Kinder ab zwölf Jahren geimpft werden, sagte er auf Nachfrage des NDR.

Ein Jugendlicher wartet auf seine Impfung. © picture alliance/SvenSimon Foto: Frank Hoermann/SVEN SIMON
AUDIO: Gesundheitsminister treiben Impfung ab 12-Jahren voran (1 Min)

Andrang in Praxen ist groß

Weil die Europäische Arzneimittelagentur den Wirkstoff von Biontech und Moderna für Minderjährige zugelassen hat, haben 12- bis 17-Jährige laut Garg einen Rechtsanspruch auf die Wirkstoffe. Der Andrang in den Praxen im Land sei jedenfalls groß, berichtet der Berufsverband für Kinder- und Jugendärzte in Schleswig-Holstein. Er hält die Impfung für Kinder ab zwölf Jahren für sicher. Verbandssprecher Sebastian Groth, selber Kinderarzt in Rendsburg (Kreis Rendsburg-Eckernförde), berichtet, dass sehr viele Impfwillige in die Praxen kommen: "Die Nachfrage ist hoch, die Warteliste ist lang." Wer jetzt einen Termin haben möchte, müsse bei ihm fünf bis sechs Wochen warten, erklärte Groth.

Auch der Hausärzteverband in Schleswig-Holstein hält die für Kinder zugelassenen Wirkstoffe von Biontech und Moderna für sicher. Trotzdem seien die Mediziner im Land wachsam, so Verbandssprecher Groth: "Wir behalten alle sehr stark im Auge, ob irgendwo Probleme mit dem Impfstoff auftreten bei den Jugendlichen." Doch bisher, sagte Groth, hätten er und seine Kollegen keinerlei Auffälligkeiten feststellen können.

Einige Mediziner warten auf Stiko-Empfehlung

Einige Mediziner halten es nach eigenen Angaben dennoch für das falsche Signal, dass die Politik mit ihrem Vorstoß die Ständige Impfkommission unter Druck setzt. Deshalb gibt es auch Ärzte im Land, die Eltern nicht dazu raten, ihre Kinder impfen zu lassen, solange die Stiko das auch nicht tut.

Auffrischungsimpfung für Risiko-Gruppen

In einem weiteren Beschluss wurde vereinbart, ab September 2021 im Sinne einer gesundheitlichen Vorsorge in Pflegeeinrichtungen und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen eine Auffrischungsimpfung in der Regel mindestens sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie anzubieten. Bisherige Studiendaten zeigten, dass insbesondere diese Gruppen von einer Auffrischimpfung profitierten, heißt es. Diese sollten mit einem der beiden mRNA-Impfstoffe erfolgen, also von Biontech oder Moderna. Dabei sei es unerheblich, mit welchem Impfstoff die Personen vorher geimpft wurden. Die Impfungen könnten sowohl im Regelsystem der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte als auch mit mobilen Teams der Impfstellen erfolgen, hieß es auf der Konferenz weiter.

Darüber hinaus werde ab September ebenfalls allen bereits vollständig geimpften Bürgerinnen und Bürgern, die den ersten Impfschutz mit einem Vektor-Impfstoff von AstraZeneca oder Johnson & Johnson erhalten haben, eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna angeboten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.08.2021 | 20:00 Uhr

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