Zwischenfall nach Demo gegen AfD in Henstedt-Ulzburg

Stand: 18.10.2020 12:28 Uhr

Eine zunächst friedliche Demonstration gegen eine AfD-Veranstaltung in Henstedt-Ulzburg endete mit einem Zwischenfall. Inzwischen hat sich die Polizei dazu geäußert.

Rund 200 Teilnehmer aus dem bürgerlichen Spektrum haben am Sonnabend unter dem Motto "Keine AfD in Henstedt-Ulzburg" in der Stadt im Kreis Segeberg demonstriert. Anlass dafür war ein Treffen der Partei im Bürgerhaus, zu dem auch der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen angereist war. Die Demonstration auf dem Vorplatz am Nachmittag lief friedlich ab, es wurde getrommelt und gepfiffen. Es gab kleinere Rangeleien, aber keine Verletzten.

Stimmung kippt mit zweiter unangemeldeter Demo

Dann kippte die Stimmung offensichtlich. Einige Meter weiter hatte sich eine unangemeldete Demo gebildet, so die Polizei. Die rund 60 Teilnehmer dieser zweiten Demonstration seien dem linken Spektrum zuzuordnen (Antifa). Sie waren schwarz gekleidet und vermummt, heißt es weiter. Demnach kam es zu Pöbeleien und Handgreiflichkeiten gegenüber Besuchern der AfD-Veranstaltung und Polizeibeamten. Als die AfD-Veranstaltung gegen 18.30 Uhr zu Ende war, gerieten nach Angaben der Polizei Demonstranten der rechten und linken Szene außerhalb des Veranstaltungsgeländes aneinander.

Autounfall und Warnschuss von Polizei

Ein Demonstrant aus der linken Szene wurde von einem Auto erfasst und schwer verletzt. Er musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Gegen den Unfallfahrer wird ermittelt. Welchem Spektrum er zugehörig ist, dazu wollte die Polizei sich nicht äußern. Eine NDR Reporterin hörte zu diesem Zeitpunkt einen Knall. Wie die Polizei jetzt bestätigte, gab ein Beamter im Zuge des folgenden Streits zwischen linken und rechten Demonstranten einen Warnschuss ab. Am Montag will sich die Polizei mit weiteren Informationen zu dem Vorfall äußern.

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