Stand: 13.02.2018 18:25 Uhr

Weniger Wochenarbeitszeit für Polizei und Justiz

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Das Land entlastet Polizisten und Justizbeamte im Wechselschichtdienst.

Der Einsatz von Justiz- und Polizeibeamten wird rund um die Uhr gebraucht. In Gefängnisse und auf vielen Polizeiwachen herrscht 24-Stunden-Betrieb. Das heißt für die dort arbeitenden Beamten: Schichtarbeit - mal früh, mal spät, mal nachts - und auch mal am Wochenende. Das wirkt sich zwangsläufig auf das Familienleben, Freundschaften und Freizeitaktivitäten aus. Diesen besonderen Belastungen will die Landesregierung nun stärker bei der Wochenarbeitszeit berücksichtigen. Wer viele Jahre im Wechselschichtdienst war, muss weniger als die aktuell üblichen 41 Stunden pro Woche arbeiten. Einen entsprechenden Beschluss hat das Kabinett am Dienstag gefasst. Die ersten Beamten sollen schon ab März weniger arbeiten müssen.

38 statt 41 Stunden pro Woche

In einem ersten Schritt geht es um die Polizeibeamten, die mehr als 20 Berufsjahre im Wechselschichtdienst verbracht haben. Ihre Arbeitszeit reduziert sich zunächst von 41 auf 39 und bis zum Ende der Legislaturperiode dann schrittweise auf 36 Stunden pro Woche. Beamte mit mehr als zehn Jahren im Schichtdienst sollen nach und nach ebenfalls entlastet werden - und am Ende 38 Stunden pro Woche arbeiten. Damit setze die Jamaika-Koalition ein weiteres Projekt aus dem Koalitionsvertrag um, erklärte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Insgesamt profitieren nach Angaben der Landesregierung etwa 1.500 Polizei- und 500 Justizvollzugsbeamte von der Neuregelung.

Lob von der Gewerkschaftsseite

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Torsten Jäger von der Polizeigewerkschaft GdP begrüßt die Änderung der Arbeitszeitverordnung.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte das Vorhaben. Der GdP-Landesvorsitzende Torsten Jäger erklärte, dass die Landesregierung die Tür für Entlastungen der Beamten geöffnet habe. Die deutsche Polizeigewerkschaft sprach von einer längst überfälligen Maßnahme. Grundsätzliche Zustimmung kam auch von der SPD-Fraktion im Landtag: Der Schritt der Landesregierung gehe in die richtige Richtung, hieß es von größten Oppositionspartei. Sie forderte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) allerdings auf, auch bei Teilzeit-Kräften für Verbesserungen zu sorgen. Dies betreffe vor allem Frauen, und hier sei eine Gerechtigkeitslücke zu schließen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 13.02.2018 | 17:00 Uhr

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