Stand: 27.03.2019 05:00 Uhr

Vor 15 Jahren: Taufe der "Lisa von Lübeck"

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Vor 15 Jahren wurde sie getauft: die "Lisa von Lübeck".

Sie ist eines der Wahrzeichen von Lübeck: die "Lisa von Lübeck", der Nachbau eines Kraweels, eines Handelsschiffs der Hanse aus dem 15. Jahrhundert. Vor genau 15 Jahren, am 27. März 2004, hat Lisa Dräger das Schiff getauft. Ein Schwimmkran setzte den 190 Tonnen schweren Rumpf damals in die Trave. Er besteht aus Eichen aus dem Lübecker Stadtwald. Die dreimastige "Lisa von Lübeck" segelt im Sommerhalbjahr als schwimmende Botschafterin der Hansestadt auf den alten Hanserouten, steuerte beispielsweise schon Danzig und Malmö an. Kraweelschiffe lösten im 15. Jahrhundert die Koggen ab, die damals in Nord- und Ostsee Waren transportierten.

Besuch aus Bremerhaven lässt Vision entstehen

Die "Lisa von Lübeck" ist fast 36 Meter lang und mehr als neun Meter breit - und ohne Mäzenin Dräger würde es das Schiff wohl nicht geben. Der Besuch einer Kogge aus Bremerhaven in Lübeck ließ vor Drägers Augen 1991 eine Vision entstehen. "Lübeck muss ein Hanseschiff bauen", soll sie einst gesagt haben. Noch in demselben Jahr versammelte die Unternehmergattin eine Gruppe maritim und geschichtlich interessierter Mitstreiter um sich. Fahrt nahm das Projekt unter dem Dach des gemeinnützigen Vereins "Gesellschaft Weltkulturgut Hansestadt Lübeck" dann etwa sieben Jahre später auf.

350 Menschen in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen

Auf der Lübecker Wallhalbinsel, dem heutigen Liegeplatz, wurde Ende 1998 der Hafenumschlag eingestellt. Flächen und Schuppen wurden frei. Außerdem stellte das Arbeitsamt über ein Sonderförderprogramm Mittel für bisher ungelernte, junge Erwachsene zur Verfügung. Mithilfe dieses Geldes aus dem europäischen Sozialfonds sollten am Ende des 1,7 Millionen Euro teuren Projekts etwa 350 Menschen in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen am Bau des Hanseschiffs beteiligt sein. Auch Spenden halfen. Im Dezember 2004 erfüllte sich schließlich Drägers Traum: Die "Lisa von Lübeck" segelte zum ersten Mal über die Ostsee.

Russisches Segelschiff rammt das Kraweel 2013

Ein Mal stand das schwimmende Wahrzeichen seitdem vor einer echten Existenzfrage: Im Sommer 2013 wurde die "Lisa von Lübeck" bei einer Parade vor der niederländischen Insel Texel vom russischen Segelschulschiff "Sedov" gerammt. Der vordere Schiffsteil wurde schwer beschädigt. Ein weiteres Mal, vier Jahre später, wurde der Mast des Schiffes ersetzt. Er war morsch geworden. Das kann Tausenden kleinen Details auf der "Lisa von Lübeck" nicht passieren: Die Planken des Schiffes wurden mit mehr als 4.000 handgeschmiedeten Nägeln befestigt. Sie sind verzinkt - damit Lübeck von der "Lisa" länger etwas hat als von ihren Vorgängern der Hanse.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 27.03.2004 | 19:30 Uhr

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