Stand: 21.10.2019 14:15 Uhr

Verkauf von Senvion-Teilen ist beschlossene Sache

Der deutsch-spanische Windanlagenbauer Siemens Gamesa übernimmt Teile des insolventen Konkurrenten Senvion. Wie der Windanlagenbauer am Dienstagmorgen mitteilte, will Siemens Gamesa das europäische On-Shore-Servicegeschäft und die Produktion von Rotorblättern in Portugal übernehmen - für 200 Millionen Euro. Die spanische Siemens-Tochter hat nach eigenen Angaben vor, knapp 500 der ehemals 1.800 Senvion-Beschäftigten in Deutschland zu übernehmen. Davon profitieren auch Mitarbeiter in Schleswig-Holstein und in Hamburg. Weltweit sollen durch die Transaktion 2.000 Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Ein Firmengebäude von Senvion.

Teilübernahme: Senvion-Deal steht

Schleswig-Holstein Magazin -

Der insolvente Windanlagen-Hersteller Senvion wird zum Teil übernommen - von der spanischen Siemens-Tochter Gamesa. Von den 800 Mitarbeitern werden knapp 500 übernommen.

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Buchholz: "Versuchen alles, um Mitarbeiter im Land zu halten"

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sagte zum Teilverkauf von Senvion, es sei insoweit gut, als wenigstens für diesen Teil eine Zukunftsperspektive da sei. "Es bleibt aber dabei, dass in Schleswig-Holstein fast 500 Arbeitsplätze eben nicht erhalten bleiben." Dem Wirtschaftsminister zufolge wird alles versucht, um die Senvion Mitarbeiter im Land zu halten, "über Transfergesellschaften, über Vermittlungsaktivitäten der Agentur (für Arbeit) und auch unter Einbezug der Unternehmensverbände".

Transfergesellschaft für nicht übernommene Mitarbeiter

Bereits zum 1. Oktober sind 270 Senvion-Mitarbeiter in Transfergesellschaften gewechselt. Die Gewerkschaft erwartet, dass diese Lösung auch für etwa 600 weitere Beschäftigte ermöglicht wird, die zurzeit von Kündigung bedroht sind. Sie werden mit Mitteln der Arbeitsagentur und des Unternehmens für neue Aufgaben in anderen Betrieben qualifiziert. Mit den Landesregierungen in Bremen, Hamburg und Kiel laufen Gespräche über mögliche weitere Gelder, damit die Transfergesellschaften länger als vier Monate arbeiten können.

Nach NDR Informationen kommen die meisten der 500 Beschäftigten, die übernommen werden sollen, aus Schleswig-Holstein. Konkret sind es rund 300 Mitarbeiter in Büdelsdorf, Osterrönfeld und an den Wartungsstandorten an der Westküste.

Hamburg: Jeder dritte Beschäftigte hat auf eigenen Faust neuen Job gesucht

In Hamburg sollen durch den Teilverkauf rund 70 der ehemals rund 500 Jobs erhalten bleiben. Etwa jeder dritte Hamburger Beschäftigte hat sich laut Betriebsrat Andreas Günther inzwischen auf eigene Faust einen neuen Job gesucht. Angesichts der abflauenden Konjunktur sei es für die verbliebenen Mitarbeiter aber schwierig, eine neue feste Stelle zu finden. Anfang des Monats wechselten bereits etwa 100 Mitarbeiter aus Hamburg in eine Transfergesellschaft.

IG Metall: Pionier der Windkraftbranche verschwindet vom Markt

Die IG Metall fordert, dass dies weiteren Senvion-Beschäftigten ermöglicht wird. Außerdem appelliert die Gewerkschaft an die norddeutschen Länder, die Mittel für die Transfergesellschaften aufzustocken. Die IG Metall sieht den Verkauf einerseits positiv, weil so die bisherigen Arbeitsbedingungen für einen Teil der Mitarbeiter erhalten bleiben, so Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Andererseits sei es schmerzhaft, zu sehen, wie mit Senvion ein Pionier der Windkraftbranche mit eigener Produktion in Deutschland vom Markt verschwinde.

Laut Yves Rannou, CEO von Senvion, werde Siemens Gamesa für die Mitarbeiter ein "sicheres Zuhause" sein. Der Deal muss laut Senvion noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden. Anfang April hatte Senvion Insolvenz in Eigenverantwortung angemeldet. Seitdem hatte das Unternehmen einen Investor gesucht. Das Vorhaben, Senvion als Ganzes zu verkaufen, scheiterte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.10.2019 | 14:00 Uhr

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