Stand: 16.06.2020 15:05 Uhr

Behörden sichern sieben Millionen Euro bei Sig Sauer

Ein Mann hält eine Waffe in der Hand. © imago images Foto: Christian Thiel
Beim Waffenhersteller Sig Sauer werden vor allem Pistolen gefertigt.

Bei dem Waffenhersteller Sig Sauer in Eckernförde sind heute Polizei, Staatsanwaltschaft und Zoll angerückt. Die Ermittler wollten nach eigenen Angaben Vermögenswerte in Höhe von rund sieben Millionen Euro in Sicherheit bringen. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein brachten die Beamten etwa Pfandsiegel auf Produktionsmaschinen an. Hintergrund ist ein Urteil aus dem vergangenen Jahr: Damals wurden mehrere Sig-Sauer-Geschäftsführer verurteilt, weil knapp 40.000 Waffen aus Eckernförde über die USA nach Kolumbien geliefert worden waren: Dorthin hätten sie nicht gebracht werden dürfen.

Sinneswandel beim Landgericht

Der Gewinn, den Sig Sauer durch dieses Geschäft gemacht hat, soll laut Urteil eingezogen werden. Bisher hatte die Staatsanwaltschaft das nicht weiter verfolgt - aus Gründen der Verhältnismäßigkeit. Sig Sauer geht gegen dieses Urteil vor. Heute nun zeigte sich ein Sinneswandel des für die Entscheidungen zuständigen Landgerichts.

Sig Sauer Eckernförde muss sieben Millionen Euro zahlen

Sig Sauer hatte Anfang des Monats angekündigt, dass sich die Firma aus Deutschland zurückziehen will. Damit das Geld, das laut Urteil eingezogen werden soll, nicht verschwindet, sei es nun gesichert worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Von der gesamten Firmengruppe, zu der Sig Sauer in Eckernförde gehört, sollen laut Gerichtsurteil insgesamt elf Millionen Euro eingezogen werden.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.06.2020 | 15:00 Uhr

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