An einer Garderobe hängen zwei Masken im Hintergrund sind verschwommen noch Turnbeutel von Kindern an den Garderobenhacken zu erkennen. © xInderlied/Kirchner-Mediax

Freiwillig statt Pflicht - Masken an den Schulen

Stand: 19.04.2022 16:31 Uhr

Die Osterferien sind beendet. In den Schulen gilt nun keine Maskenpflicht mehr. Fast zwei Jahre lang gehörte der Mund-Nasen-Schutz dazu. Ein Teil der Schüler setzt ihn weiterhin auf.

von Peer-Axel Kroeske

Anfahrt zur Schule morgens im Bus: Hier muss die Maske noch getragen werden. Doch im Schulgebäude kann sie in die Tasche wandern. Das tut sie bei vielen Schülern an der Domschule, einem der Gymnasien in Schleswig (Kreis Schleswig-Flensburg). Nur einige behalten sie auf. "Es war unaufgeregt," berichtet Schulleiter Paul Auls. Ein ähnliches Bild in Itzehoe (Kreis Steinburg). An der Wolfgang-Borchert-Gemeinschaftschule nutzte etwa jeder vierte Schüler einen Mundschutz, schätzt Ina Tiedemann aus dem Sekretariat. "Viele kamen und holten sich hier einen neuen ab, wenn der alte durchweicht war," erzählt sie. Das bieten die Schulen weiterhin an.

Wenig Maskenträger in Itzehoe, viele in Lübeck

Einen ganz anderen Eindruck hat Claudia Ries, die stellvertretende Schulleiterin der Grund- und Gemeinschaftsschule GGS im Lübecker Stadtteil St. Jürgen. Alle Lehrer seien dabei und auch fast alle Schüler. Besonders diszipliniert sei die Oberstufe: "Der 13. Jahrgang hat das Abi im Auge", so Ries.

90 Prozent aller Schüler nutzten zudem das freiwillige Testangebot über die Osterferien, erzählt Claudia Ries. Die Schüler konnten sich vorher jeweils zwei Tests für jede Woche sowie einen für den Schulstart abholen. Die freiwilligen Tests gibt es auch weiterhin.

GEW: Schulen sollten selbst über Maskenpflicht entscheiden

Kritik am Wegfall der Maskenpflicht übt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Schleswig-Holstein. "Die Kolleginnen haben signalisiert, dass die Maskenpflicht zumindest ein bis zwei Wochen hätte bleiben können," berichtet die Landesvorsitzende Astrid Henke. Zudem sollten die Schulen mehr Spielraum haben, so dass sie bei einem örtlichen Coronaausbruch das Tragen eine Mund-Nasen-Schutzes anordnen können. In Kindergärten ist dies möglich. Die örtlichen Träger nutzen dazu nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein in einigen Fällen ihr Hausrecht.

Landeselternbeirat vermutet politische Motivation vor der Landtagswahl

Noch deutlichere Worte hatte der Landeselternbeirat der Gemeinschaftsschulen bereits vor den Ferien geübt: Die Entscheidungen seien politisch motiviert. "Anders ist es nicht zu erklären, dass gut vier Wochen vor den Landtagswahlen derart unverantwortlich gehandelt wird," schrieb der Landesvorsitzende Thorsten Muschinski. Dennoch gibt es auch in der Elternschaft unterschiedliche Sichtweisen. Man wisse aus vielen Gesprächen mit den Kindern, dass diese froh seien, keine Masken mehr tragen zu müssen. Aus Sicht des Landeselternbeiates sei dies aber trotzdem kein so großes Problem, wie es von vielen Seiten dargestellt werde.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.04.2022 | 20:00 Uhr

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